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 Feuilleton: Kultur, Geschichte, Bücher, TV, Fernsehen, Film, Musik, Games (7)
  
23.04.2018 22:00:02 [Cuncti]
Was, wenn Frauen die Welt regieren?
Vom 12. bis zum 14. April fand an der Volksbühne „ein soziologisches Experiment, bei dem wir etwas über Humanität lernen können“ statt - so zumindest die Erläuterung der Regisseurin über ihre eigene semi-fiktionale Theater-Performance. Und wie sieht so etwas aus? Fünf reale Expertinnen und fünf Schauspielerinnen sitzen an einem runden Tisch, um eine globale Katastrophe zu verhindern. Das Stück: „What if Women Rule the World?“ Sind Frauen die humaneren Menschen?

  
23.04.2018 19:45:48 [Zeit Online]
Avicii: Ein Fest dem Augenblick
Kaum ein DJ hatte mehr Erfolg als der 28-jährige Avicii alias Tim Bergling. Seine elektronische Musik eroberte Hitparaden wie Stadien, sie feierte den Moment. Ein Nachruf: Ein Club ist immer auch Wirklichkeitsflucht. Er kennt weder Pausen noch Alltag, nur immer Sound und Schweiß, Drogen und Hedonismus, Party, Absturz, kunstlichthelle Nacht. Aus dieser Nacht weniger als ein paar Arbeitstage lang ins Freie zu treten, gar auf Dauer zurück in die Realität zu wechseln, ist für einen erfolgreichen DJ nicht vorgesehen. Tim Bergling hat es dennoch getan. Mehr als die Hälfte seines Lebens hatte er unter dem Künstlernamen Avicii erst winzige, dann größere, bald riesige Clubs zum Tanzen gebracht.

  
23.04.2018 19:43:55 [Amerika 21]
Ein Vermächtnis für die Erinnerung
Rayen Kvyehs Buch über die Prozesse in Chile gegen Mapuche. "Dieses Buch ist ein schwieriges Buch, denn es ist ein politisches Buch", sagt Rayen Kvyeh "Zudem habe ich alles gemischt, was nicht gemischt wird: Dokumentation, Poesie, Dramaturgie; Mapudungun und Spanisch." Rayen Kvyeh, deren Bücher im Ausland ausgezeichnet und in verschiedene Sprachen übersetzt wurden, findet in Chile wenig Beachtung. Fast ein Wunder ist es, dass sie ihr neustes Buch im elitären Haus des chilenischen Schriftstellervereins präsentiert hat, und dass zu dieser Veranstaltung Menschen kamen, die sonst keinen Fuß in dieses elegante Haus setzen würden.

  
23.04.2018 12:36:29 [Egon W. Kreutzer]
Tag des ...
Jeder Tag ist ein Tag des "Irgendwas", manche Tage sind sogar mehrfach belegt. Ach, waren das noch übersichtliche Zeiten, als unsere Tage nur von den Heiligen der katholischen Kirche besetzt waren. Heute also ist "Welttag des Buches". Ein Gedenktag, der mir keineswegs gefällt, weil "des Buches" alles umfasst, was jemals zwischen zwei Buchdeckeln eingebunden wurde. Dies macht diesen Gedenktag primär zu einem Gedenktag einer Handwerkskunst, die weit, weit vor Guttenberg ihre Anfänge hat, womit klar wird, dass es auch nicht darum geht, die Massenwirkung des Buches herauszustellen, denn das, was jahrundertelang von Mönchen auf Ziegenhäuten handschriftlich festgehalten und kopiert wurde, blieb dem gemeinen Volke ja verschlossen, konnte also gar keine Massenwirkung entfalten.

  
23.04.2018 08:33:12 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Grasser-Ausstellung in München: Die Vertänzelung der Welt
Bewegter Anblick aus unruhigen Zeiten: Der spätgotische Schnitzer Erasmus Grasser gab seinen Holzfiguren den lasziven Hüftschwung eines Elvis Presley. Vermutlich kennen japanische Touristen nach dem obligatorischen Münchenbesuch Erasmus Grasser besser als die meisten Deutschen. Obwohl einer der talentiertesten und originellsten Holzschnitzer des fünfzehnten Jahrhunderts, ist er heute den wenigsten ein Begriff. Und mehr als sein einsames Münchner Hauptwerk, die einst ekstatisch den dreißig Meter langen Tanzsaal des Alten Rathauses durchzuckenden Moriskentänzer, für deren sechzehn Grasser im August 1480 bezahlt wurde, kennen auch Skulptur-Interessierte meist nicht.

  
23.04.2018 08:30:55 [Die Kolumnisten]
Oliver Plaschkas Fairwater
Oliver Plaschka hat sein ursprünglich 2007 erschienenes „Fairwater“ von Grund auf überarbeitet. Für die Besprechung dieses von Musik durchdrungenen Werkes hat sich Kolumnist Sören Heim mal wieder die Unterstützung des Kollegen Ulf Kubanke gesichert. Und um die Sache für Kenner des Romans nicht zu eintönig werden zu lassen, hat der Musikexperte einen Soundtrack allein auf Basis der Rezension zusammengestellt. Einen bereits veröffentlichten Roman zu Lebzeiten umfangreich überarbeitet neu aufzulegen, ist ein Wagnis. Erstens, weil die Neubearbeitung wie die Fortsetzung zu Vergleichen drängen, und der Vergleich mit dem Ursprungswerk selten fair durchgeführt wird.

  
23.04.2018 06:27:13 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Architektur in der Krise
Warum müssen neue Luxuswohnungen so hässlich sein? Die Antwort liegt im Grund und Boden. Die Architekturwelt stellt deshalb eine viel grundsätzlichere Frage. Das neue Haus steht an einer Straßenecke in einem der schöneren Viertel von Berlin. Es ist sehr hässlich. Es sieht so trostlos aus, dass selbst die Berliner, die hässliche neue Häuser gewohnt sind und sie mittlerweile als Naturgesetzlichkeit wie zu warme Winter oder verregnete Sommer akzeptiert haben, kurz stehen bleiben, die Faust schütteln und erst dann mit eingezogenen Köpfen weitertrotten. Das Haus hat von allem nur das Nötigste; die Decken sind niedrig, man schlüpft schamvoll zwischen Tiefgarageneinfahrt und Abluftgittern hinein.
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