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 Arbeit, Soziales, Gesellschaft, Bildung (9)
22.03.2017 20:31:03 [Telepolis]
Arbeitslosengeld Q
Oder: Von der Leyens Idee neu aufgewärmt. Vor vierzehn Jahren wurde die Restrukturierung und der Umbau der Bundesanstalt für Arbeit (Arbeitsamt) in die Bundesagentur für Arbeit vorgenommen. Gesetzliche Basis hierfür war das Dritte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt vom 23. Dezember 2003, auch als Hartz III bekannt. Vorausgegangen war dem Gesetz eine lange und umfassende Kritik an der Bundesanstalt für Arbeit sowie dessen regionalen Vertretungen, gemeinhin als Arbeitsämter bekannt. Neben diversen Umstrukturierungen galt es, dem "Arbeitsamt" einen neuen Anstrich zu geben, weshalb die Namenskorrektur auch mit der Umbenennung der Hilfeempfänger in Kunden einherging. Der neue Name, so hieß es seitens Florian Gersters, solle deutlich machen, dass man auf Distanz zu Obrigkeitsstaat und Sozialfürsorge gehe.

22.03.2017 16:10:27 [Keimform]
Schuld/en
Die Diskussion um transkapitalistische Veränderungen ist durchzogen von anthropologischen Annahmen. Zu diesen gehört, dass tätigkeitsteilige Gesellschaften – also alle – notwendig soziale Verpflichtungen hervorbringen, die sich als „Schulden“ ausdrücken: Tut jemand etwas für mich, stehe ich in seiner oder ihrer Schuld. Solche „Schulden“ werden mit Geld operabel. So kommt die Frage auf, ob mit postmonetären Verhältnissen auch soziale Verpflichtungen obsolet werden oder ob diese gar überhistorischen Charakter besitzen und sich als soziale Schuldverhältnisse Ausdrucksformen suchen, die am Ende doch wieder bei Geld landen. Im Folgenden verwende ich den Begriff der Reziprozität (Gegenseitigkeit) in einem zweifach erweiterten Sinne. Erstens fasse ich damit allgemein die Beziehung zwischen Handelnden, also sowohl solche, in denen Geben und Nehmen – allgemeiner: Beiträge und Nutzungen – aneinander gekoppelt sind wie solche, in denen das nicht der Fall ist.

  
22.03.2017 16:02:33 [Der Freitag]
Analoge Machtspiele
Digitaler Wissensaustausch weist in die Zukunft. Aber Eitelkeiten und Wettbewerb wirken wie Bremsklötze. Wer in die Welt der digitalen Bildung eintaucht, wird mit Schlagwörtern in einem gewöhnungsbedürftigen Jargon überhäuft. Pioniere – die sich „Evangelisten“, „Innovators“ oder „Founders“ nennen – kämpfen gegen die trägen Strukturen und das Traditionsbewusstsein des Bildungssystems im deutschen Sprachraum. Statt an Tagungen nehmen sie an Barcamps teil, wo sich alle ganz locker duzen und den Plan für die Workshops spontan selber machen. Sie folgen, sharen und liken fleißig und lösen die Unterscheidung von Lehrenden und Lernenden beiläufig auf.

22.03.2017 16:00:57 [Christel T.'s Blog]
Der neue Scheiß der SPD: „Arbeitslosengeld Q“
Ein toller Plan, mit dem die SPD in ihrem sozialpolitisch völlig hilflosen Wahlkampf („Die CDU war’s, wir hatten nichts damit zu tun!“) herumfuhrwerken will, heißt „Arbeitslosengeld Q“ und ist, Überraschung, eine sozialpolitische Unverschämtheit. Erwerbslose (aber nur manche!!! Sonst könnte ja jeder kommen!!!) sollen einen Rechtsanspruch auf berufliche Qualifizierung bekommen, und wenn sie den in Anspruch nehmen, sollen sie länger ALG I bekommen. Genau. ALG I.

22.03.2017 15:07:13 [Finanzmarktwelt]
Die tatsächliche Arbeitslosigkeit in Deutschland
Es ist wie mit vielen anderen Dingen auch. Wer nur die Tagesschau guckt, sieht eben nur das, was dort präsentiert wird. Die monatlich vermeldete Arbeitslosenquote ist da mit das beste Beispiel. Verkündet wird in den Leitmedien stets das, was die Bundesagentur für Arbeit in ihrer Headline-Meldung präsentiert. Denn es muss ja kurz, schnell und einfach sein. Wir geben nicht auf, und beackern dieses Themenfeld auch in Zukunft weiter. Daher möchten wir an dieser Stelle erneut daran erinnern: Wer die tatsächliche Arbeitslosigkeit in Deutschland sehen will, der muss nur genauer hingucken.

  
22.03.2017 13:54:51 [RT Deutsch]
Neues aus den Unterklassen: Menschen für den Markt erziehen
Kanzlerkandidat Martin Schulz (SPD) macht auf sozial. Er will die Agenda 2010 reformieren. Dass es sich dabei um das umfassendste Projekt für Sozialabbau und die Ausdehnung eines Niedriglohnsektors in der deutschen Nachkriegsgeschichte handelt, stört ihn jedoch weniger. Bis zu zwei Jahre länger sollen Erwerbslose Arbeitslosengeld I erhalten. Bedingung: Sie müssen sich marktgerecht weiterbilden. „Je besser qualifiziert die Menschen sind, desto höher ist die Chance, in den Arbeitsmarkt zu kommen“, sagte Martin Schulz am Freitag in einem Interview mit der Rheinischen Post. Die Bildung müsse den Bedarf des regionalen Arbeitsmarktes im Auge behalten, da die Wirtschaft heute anders als 2003 unter Fachkräftemangel leide.

  
22.03.2017 09:32:30 [Anderwelt Online]
Über die Wertschätzung der Arbeit: „Sie haben mein Gehalt gerade verdoppelt!“
Die Gehälter von Piloten sind immer wieder ein Thema. Manchem erscheinen sie zu hoch. Über die Bezahlung von Arbeit in der Dritten Welt wird zu wenig gesprochen. Nicht nur diese beiden Extreme will ich gerade rücken, sondern auch die allgemeine Wertschätzung von Arbeitsleistung betrachten. Das natürliche Empfinden würde nämlich etwas ganz anderes ergeben, als das, was wir jetzt erleben müssen. Es war im Jahr 1991, als ich als Kapitän einen Flug von München nach Hamburg durchgeführt habe. Ein freundlicher Herr besuchte uns im Cockpit – ja, das war einmal ganz einfach möglich – und wir kamen im Lauf des Gesprächs auf Pilotengehälter. Auf meine Frage, wie viel mir denn dieser Passagier persönlich als Entlohnung für diesen einen Flug zugestehen würde, antwortete er nach kurzer Überlegung: Fünf D-Mark. Meine Antwort hat ihn einigermaßen erstaunt: Danke, Sie haben mein Gehalt gerade verdoppelt! Er meinte dann, dass er eigentlich spontan zehn D-Mark sagen, aber nicht zu hoch greifen wollte.

  
22.03.2017 08:12:05 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Jeder zehnte neue Lehrer hat keine pädagogische Ausbildung
Von den 29.000 Lehrern, die im vergangenen Sommer eingestellt wurden, war fast jeder zehnte ohne pädagogische Ausbildung. Besonders dramatisch ist die Lage an den Grundschulen. In Sachsen waren 52 Prozent der Grundschullehrer Quereinsteiger, in Berlin 40 Prozent und in Brandenburg 36 Prozent. Die Bundesdirektorenkonferenz (BDK) der Oberstudiendirektoren an den Gymnasien befürchtet deshalb erhebliche Lücken in den Schlüsselqualifikationen wie Lesen, Schreiben und Rechnen bei den kommenden Schülergenerationen. Außerdem werde die Lehrerlücke schon in wenigen Jahren die Gymnasien der Bundesländer noch stärker treffen als ohnehin schon.

22.03.2017 06:49:21 [Kontrast-Blog]
Wer spricht für die, die hart schuften?
Warum stimmen dieselben Arbeiter, die noch vor 25 Jahren selbstverständlich linke Parteien wählten, heute für den rechtsextremen „Front National“? Dieser Frage geht der französische Soziologe Didier Eribon nach, der kürzlich im Wiener Kreisky Forum seine viel diskutierte Autobiografie „Rückkehr nach Reims“ vorstellte. „Erinnere dich, woher du kommst!“, wurde Didier Eribon von seiner Mutter vielfach eingeprägt. Eribon ist ein Aufsteiger, ein sozialer Überläufer. Er versuchte, seine soziale Herkunft aus einer klassischen Arbeiterfamilie abzustreifen. Und dennoch ist eben diese Herkunft ein immerwährender Abdruck, den keiner seiner Entwicklungsschritte und Wandlungen je auszulöschen vermochte.
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