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23.09.2020 17:31:32 [Infosperber]
Über das Unbehagen bei der Kehrichtverbrennung
Gedanken über das «Entsorgen» von Sorgen, die wir uns heute selber schaffen. Ein Essay: An einem Samstagmorgen um halb zehn ist in der Zürcher Kehricht-Verbrennungsanlage Hagenholz ziemlich Betriebslärm. Das kracht und splittert, wenn die Leute ihre alten Pfannen, WC-Deckel und Bürosessel in die Mulden werfen. Man muss schon ein wenig laut werden, um sich mit den Einweisern zu verständigen, die einem sagen, wo denn die Spanplatten hinkommen. Und wo die kaputten Lautsprecherboxen, die Kabel und zerbrochenen Kaffeetassen. Die Autos fahren vollbeladen rein in die Halle und erleichtert wieder hinaus. Erleichtert wäre vielleicht auch das Adjektiv, um die Gesichter der Wegfahrenden zu beschreiben, schliesslich befindet man sich an einem Ort, der als «Entsorgung» bezeichnet ist: Recycling und Entsorgung Zürich.

  
23.09.2020 17:27:51 [Migazin]
Moria: Die Kalkulation mit dem Elend
Als Akt der Humanität lässt sich die Politik in Deutschland angesichts der Aufnahme von etwas über 1.500 Flüchtlingen aus Griechenland feiern. Journalisten versteigen sich sogar, dies als Ergebnis des Drucks der Zivilbevölkerung zu feiern. Der Brand des Flüchtlingslagers auf Lesbos hat das Elend der Flüchtlinge in den Lagern auf den griechischen Inseln mal wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt und es ist gleichzeitig von einer Schande für die europäische Flüchtlingspolitik die Rede. Ganz so, als ob diese Zustände nicht zu dieser Politik dazu gehören würde.

  
23.09.2020 17:26:08 [A&W-Blog]
Die tiefe Arbeitsmarktkrise erfordert neue politische Lösungen
Die Arbeitslosigkeit ist durch die Corona-Krise dramatisch angestiegen. Prognosen deuten darauf hin, dass sich die schon vorher hohe Langzeitarbeitslosigkeit weiter erhöhen wird. Reine Arbeitsmarktpolitik, etwa die Qualifizierung von arbeitslosen Personen, stößt an Grenzen, weil es nicht genug Arbeitsplätze gibt, auf denen diese dann eingesetzt werden können. Es braucht in der gegenwärtigen Arbeitsmarktkrise also vor allem eine mutige und offensive Beschäftigungspolitik, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Corona-Krise hat (nicht nur) Österreich erschüttert und eine Vielzahl an neuen Problemen verursacht bzw. bestehende verschärft.

  
23.09.2020 17:24:34 [Neue Debatte]
Europa hat immer noch politische Gefangene
Seit fast drei Jahren befinden sich neun katalanische politische und zivile Führungspersönlichkeiten im Gefängnis, weil sie die Demokratie verteidigt und dem Volk eine Stimme gegeben haben – belegt mit Haftstrafen von insgesamt 100 Jahren. Diese neun Männer und Frauen, Mitglieder der letzten katalanischen Regierung, darunter zwei Vorsitzende der wichtigsten zivilgesellschaftlichen Organisationen Kataloniens, sowie diejenigen, die sich im erzwungenen Exil befinden, wurden unter anderem wegen der Verbrechen Aufruhr und Veruntreuung verurteilt.

  
23.09.2020 15:47:33 [Telepolis]
Die merkwürdige Energiepolitik der Grünen
In den vergangenen Wochen lieferten sich Politiker der Grünen und der Partei Die Linke einen heftigen öffentlichen Schlagabtausch zum Thema Außenpolitik. Am vergangenen Freitag eskaliert die Debatte im Bundestag: Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte einen Ad-Hoc-Antrag der Grünen, Sanktionen gegen Russland zu verhängen und den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 zu beenden. "Sie legen faktisch einen Antrag vor, der eins zu eins die US-Sanktionen durchsetzen will", empörte sich Bartsch. Damit würden sich die Grünen zu "Lobbyisten für teures und dreckiges Fracking-Gas aus den USA" machen, so sein Vorwurf. "Was die Linke macht, ist unterirdisch. Das geht ja in Richtung Verschwörungstheorien", hatte sich Robert Habeck, Co-Vorsitzender der Grünen, echauffiert.

  
23.09.2020 15:45:23 [Golem]
Personenkennziffer: Bundestagsgutachten zweifelt an Verfassungsmäßigkeit
Ein Bundestagsgutachten hält die Einführung einer gemeinsamen Kennziffer in 51 Behördenregistern für rechtlich problematisch. Die dafür vorgesehene Nutzung der Steuer-ID "birgt erhebliche Schwierigkeiten", heißt es in der 22-seitigen Untersuchung (PDF) des Wissenschaftlichen Dienstes. Zwar seien nicht alle der derzeit 220 Register umfasst, "aber es können Daten aus ganz verschiedenen, wesentlichen Lebensbereichen verknüpft werden". Trotz der verfassungsrechtlichen Bedenken will das Bundeskabinett am Mittwoch den Entwurf des Bundesinnenministeriums für ein Registermodernisierungsgesetz beschließen.

  
23.09.2020 15:44:07 [Heise]
Schulgipfel: Gemeinsame Bildungsplattform und Geld für Admins
Vertreter von Bund und Ländern haben sich auf einem weiteren Schulgipfel darauf verständigt, dass der Bund insgesamt 6,5 Milliarden Euro zur Digitalisierung der Schulen beisteuert. Mit dem Geld sollen vor allem Lehrkräfte und bedürftige Kinder "mit geeigneten Endgeräten" versorgt werden, erklärte die Bundesregierung. Der Bund beteilige sich zudem "an Ausbildung und Finanzierung technischer Administratoren der digitalen Infrastruktur der Schulen in Höhe von 500 Millionen Euro". Auch soll der Bund eine übergreifende Bildungsplattform entwickeln. Das geplante Portal werde "bestehende Systeme der Länder mit dem Ziel vernetzen, Inhalte in allen Bildungsbereichen bereitzustellen".

  
23.09.2020 15:42:13 [Telepolis]
UN-Generaldebatte: Alleingang vs. Gemeinsinn
Zum Auftakt der 75. Generalversammlung der Vereinten Nationen hatte UNO-Generalsekretär António Guterres vor einem "Kalten Krieg" zwischen den Großmächten USA und China gewarnt. Dann betrat US-Präsident Donald Trump per Videobotschaft die Bühne und warf die Maschine der Kriegsrhetorik an, China müsse zur Rechenschaft gezogen werden. Chinas Präsident Xi Jinping plädierte für Multilateralismus, Frieden und Zusammenarbeit, um die gemeinsamen Herausforderungen der Menschheit auch zu gemeinsam bewältigen. "Wir sind wieder einmal in einem großen globalen Kampf engagiert. Wir haben einen erbitterten Kampf gegen den unsichtbaren Feind - das China-Virus - geführt, der in 188 Ländern unzählige Menschenleben gefordert hat.

  
23.09.2020 15:40:21 [Amerika 21]
Proteste in Kolumbien: "Polizei mordet, Armee vergewaltigt, Regierung kollaboriert"
Die Sicherheitslage in Kolumbien spitzt sich massiv zu. Nach dem Mord an dem Anwalt Javier Ordóñez mit Elektroschockgeräten durch Polizeikräfte und mehreren Massakern an Jugendlichen, für die ebenfalls staatliche Kräfte verantwortlich gemacht werden, äußert sich die Wut und Verzweiflung der Bevölkerung in erneuten Demonstrationen. Zuletzt am Sonntag wurden im Department Cauca sieben Jugendliche getötet. Rund 20 junge schwarze Menschen waren in einer Scheune versammelt, als sie mit Handgranaten und Schusswaffen angegriffen wurden. Alle Opfer waren zwischen 16 und 26 Jahren. Neben den sieben Toten gab es mehrere Schwerverletzte.

  
23.09.2020 15:38:11 [Der Freitag]
Gewerkschaften: Applaus kann man nicht essen
Tarifrunde – das ist immer auch ein Gutteil Ritual. Ist, wie derzeit wieder, der öffentliche Dienst mit seinen 2,4 Millionen Beschäftigten an der Reihe, gehört zum Ritual der Ruf nach „Augenmaß“ bei Forderungen und Kampfformen. Diesmal ist jedoch einiges anders: Die Corona-Pandemie bestimmt die Tarifrunde und dient als Argument – auf beiden Seiten der Barrikade. Während die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) mit Verweis auf die Corona-Krise meint, es sei kein Geld da für die noch eher zurückhaltend geforderten 4,8 Prozent mehr Gehalt oder 150 Euro mehr im Monat, können die Gewerkschaften darauf verweisen, dass die Heldinnen der Krise mehr als nur Applaus verdient haben.

Nachrichten der letzten 24 Stunden
 Topthemen (5)
  
23.09.2020 15:42:13 [Telepolis]
UN-Generaldebatte: Alleingang vs. Gemeinsinn
Zum Auftakt der 75. Generalversammlung der Vereinten Nationen hatte UNO-Generalsekretär António Guterres vor einem "Kalten Krieg" zwischen den Großmächten USA und China gewarnt. Dann betrat US-Präsident Donald Trump per Videobotschaft die Bühne und warf die Maschine der Kriegsrhetorik an, China müsse zur Rechenschaft gezogen werden. Chinas Präsident Xi Jinping plädierte für Multilateralismus, Frieden und Zusammenarbeit, um die gemeinsamen Herausforderungen der Menschheit auch zu gemeinsam bewältigen. "Wir sind wieder einmal in einem großen globalen Kampf engagiert. Wir haben einen erbitterten Kampf gegen den unsichtbaren Feind - das China-Virus - geführt, der in 188 Ländern unzählige Menschenleben gefordert hat.

  
23.09.2020 09:27:36 [NachDenkSeiten]
Weitere Zeugen im Assange-Verfahren bekunden die Bedeutung der Wikileaks-Veröffentlichungen
Die Auslieferungsanhörung USA vs. Julian Assange ist nun in die vierte Woche gegangen, wenn man die erste Woche im Februar mitzählt. Weiterhin gibt es massive Zugangsprobleme für Beobachter aller Art, aber was im Gerichtssaal gehört wird, sollte eigentlich eher für den Angeklagten sprechen, wenn hier wirklich Recht gesprochen werden soll. Nachfolgend ein weiterer Bericht aus London, aus dem Gerichtsgebäude und vom Geschehen drumherum (Stand: 21. September 2020). Es ist 7 Uhr am Morgen, Donnerstag, 17. 9. 2020, und vor dem zentralen Londoner Strafgerichtshof Old Bailey weht ein kühler Wind und ich lasse die letzten Tage der Auslieferungsverhandlung gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange Revue passieren.

  
23.09.2020 09:19:09 [Zeit Online]
Angriff aufs Bargeld
Internetkonzerne verleiten uns zum digitalen Zahlen und werden dadurch immer mächtiger. Sie wollen die Herrschaft über Konten, Kredite und alle unsere Finanzgeschäfte. Willkommen im Supermarkt, bei dem keiner an der Ladenkasse warten muss. Weil es keine Ladenkasse gibt. Wer bei Amazon Go einkauft, hält beim Eingang sein Smartphone an einen Scanner. Danach erfassen Kameras, was er kauft. Abgebucht wird es dann vom Konto. Nach mehr als 20 Supermärkten in den USA eröffnete 2019 in London der erste solche Laden in Europa. Wenig später meldete Amazon ein Patent an. Danach soll der Kunde seine Handfläche einscannen, um zu bezahlen, auch in anderen Supermärkten, mit denen der Handelskonzern kooperiert.

  
23.09.2020 06:44:07 [Brave New Europe]
US is using Guardian to justify jailing Assange
Julian Assange is not on trial simply for his liberty and his life. He is fighting for the right of every journalist to do hard-hitting investigative journalism without fear of arrest and extradition to the United States. Assange faces 175 years in a US super-max prison on the basis of claims by Donald Trump’s administration that his exposure of US war crimes in Iraq and Afghanistan amounts to “espionage”. The charges against Assange rewrite the meaning of “espionage” in unmistakably dangerous ways. Publishing evidence of state crimes, as Assange’s Wikileaks organisation has done, is covered by both free speech and public interest defences.

  
22.09.2020 18:55:24 [Brave New Europe]
The Dispute about German Reparations for Namibia
Why the Key to the Past Lies in the Future. A few days ago, Namibian President Hage Geinob rejected the German government’s offer for financial compensation for the 1904-07 genocide committed by the German colonial power in what was then called Southwest Africa against the Herero and Nama peoples. The German and Namibian governments have been negotiating about the financial and political implications of this sad episode in their countries’ histories since 2015. The negotiations have been complicated not least by the fact that groups of Herero and Nama feel excluded from the process and doubt their government will act in their best interest.
 Aktuelle Themen (10)
  
23.09.2020 15:35:55 [Heise]
Ethikrat lehnt Immunitätsnachweis derzeit geschlossen ab
Der Deutsche Ethikrat rät der Politik derzeit einstimmig nicht dazu, einen staatlich kontrollierten Immunitätsnachweis gegen die von Sars-Cov-2 ausgelöste Erkrankung Covid-19 einzuführen. Der "aktuelle naturwissenschaftlich-medizinische Sachstand" spricht nach Auffassung aller Ratsmitglieder dagegen, zum jetzigen Zeitpunkt eine solche staatlich kontrollierte Bescheinigung zu empfehlen, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme des Gremiums. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Infektionsschutz nach einer durchgestandenen Covid-19-Erkrankung nicht als erwiesen angesehen.

  
23.09.2020 15:28:11 [Pro Asyl]
Teuflischer Pakt der Entrechtung
Erste Reaktion von PRO ASYL zum "New Pact on Migration and Asylum". Pressemitteilung: PRO ASYL warnt vor dem von der EU-Kommission vorgestellten EU-Pakt und fordert das EU-Parlament auf, Rechtsstaat und Asylrecht zu verteidigen »Dies ist ein teuflischer Pakt der Entrechtung. Von Rechtspopulisten getrieben verrät die EU-Kommission das Asylrecht und die Menschenrechte von Schutzsuchenden«, reagiert Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL. »Wir fordern das EU-Parlament auf, Rechtsstaat und Menschenrechte zu verteidigen und diesen Pakt abzulehnen. Die EU-Kommission ist dabei, die Grundlagen der Europäischen Union, die Menschenrechte, zu verraten. Eine Einigung der EU-Länder auf Kosten der Schutzsuchenden darf es nicht geben«.

  
23.09.2020 13:19:43 [RT Deutsch]
Westlicher Mainstream ignoriert zwingende Fragen zu berüchtigter Nowitschok-Flasche
Man erwartet von uns zu glauben, Kreml-Attentäter hätten gegen Alexei Nawalny ein neues, noch stärkeres Nowitschok eingesetzt. Sein Team habe eine damit verbundene Wasserflasche nach Deutschland gebracht. Doch niemand soll hierbei Nebenwirkungen erlitten haben. Zu diesem Zeitpunkt sind westliche Reporter, die den Fall behandeln, entweder total einfältig, oder sie unternehmen große Anstrengungen, um ihre Skepsis zu unterdrücken, weil so vieles in der Geschichte einfach nicht passt. Als er in Sibirien ins Krankenhaus eingeliefert wurde, war der Zustand Nawalnys eindeutig sehr schlecht. Er wurde in ein künstliches Koma versetzt und an ein Beatmungsgerät angeschlossen.

  
23.09.2020 13:17:14 [Telepolis]
US-Geheimdienstbericht: Putin soll Beeinflussungskampagne der US-Präsidentschaftswahl steuern
Im demokratischen Lager hat man Sorge, dass sich der Ausgang der letzten Präsidentschaftswahl wiederholen könnte, wo Hilary Clinton nach Umfragen als Siegerin galt und tatsächlich auch mehr Stimmen als Donald Trump erzielte, aber dennoch unterlag. Man führte diese, auch mit der Mithilfe der US-Geheimdienste, u.a. auf russische Beeinflussungs- und Hackkampagnen Russlands zurück, mit denen Trump unterstützt und Clinton geschadet worden sein soll. Das ist geradezu zu einer Obsession geworden. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden erklärte im August, er werde "eine ausländische Beeinflussung" der Wahl als "feindliche Handlung" des jeweiligen Staats mit Folgen für diesen behandeln.

  
23.09.2020 13:10:15 [Netzpolitik]
Ethikrat rät derzeit von Immunitätsausweisen ab
Der Deutsche Ethikrat hält die momentane wissenschaftliche Faktenlage für nicht ausreichend, um die Einführung von Immunitätsausweisen zuzulassen. Es sei unklar, wie lange man nach einer Erkrankung immun gegen eine erneute Infektion sei und ob überhaupt alle Menschen, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben, Antikörper gegen eine neue Infektion entwickeln. Diesen einstimmigen Beschluss stellte der Ethikrat heute in einer Pressekonferenz vor. Den ethischen Überlegungen stellt das Gremium in seiner Stellungnahme [PDF] die naturwissenschaftlichen Grundlagen voran, die zum aktuellen Zeitpunkt bekannt sind.

  
23.09.2020 11:31:12 [German Foreign Policy]
Kampf um „digitale Souveränität“
Der für morgen geplante, auf nächste Woche verschobene EU-Gipfel soll die Initialzündung für eine Aufholjagd der EU gegenüber den USA und China auf zentralen High-Tech-Feldern liefern. Dabei geht es Beobachtern zufolge um nichts Geringeres als eine "digitale Souveränität", die Brüssel benötige, um nicht zum "Spielball der Großmächte" zu werden, sondern eigenständig die "globale Ordnung aktiv mit[zu]gestalten". Um die IT-Industrie zu fördern und die Digitalisierung entschlossen voranzutreiben, sind laut aktuellen Plänen der EU-Kommission 150 Milliarden Euro vorgesehen; sie müssten auch deswegen veranschlagt werden, weil die Privatunternehmen, die monetären Nutzen aus der Digitalisierung ziehen werden, zu ausreichenden eigenen Investitionen nicht bereit seien, erklärt EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton.

  
23.09.2020 11:24:32 [Telepolis]
Ausgangssperre nur für Arme in Madrid
Schon vor sechs Wochen hatte sich klar abgezeichnet, was auf die spanische Hauptstadtregion Madrid zukommt. Das wollte die Rechtsregierung in Madrid im Tourismussommer genauso wenig wahrhaben wie die sozialdemokratische Zentralregierung - und im Ausland ließ man sich zum Teil mit geschönten Zahlen an der Nase herumführen. Doch es war klar, dass sich die Realität und dauernd steigende Infektionszahlen nicht lange verheimlichen lassen würden. Inzwischen füllten sich die Krankenhäuser und die Intensivstationen in Madrid wieder mit Coronaviruspatienten, während Madrid unter den Augen der sozialdemokratischen Zentralregierung zum zentralen europäischen Hotspot wurde.

  
23.09.2020 09:28:58 [Tagesschau]
Illegale Leiharbeit: Razzien in der Fleischindustrie
Die Bundespolizei führt seit den frühen Morgenstunden in fünf Bundesländern Durchsuchungen im Zusammenhang mit der illegalen Einschleusung von Arbeitskräften für die Fleischindustrie durch. Rund 800 Beamte seien schwerpunktmäßig in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen im Einsatz, sagte ein Sprecher der Bundespolizei Mitteldeutschland. Weitere Durchsuchungen gebe es in Berlin, Papenburg in Niedersachsen, Chemnitz in Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Mehr als 40 Wohn- und Geschäftsräume werden nach Angaben der Bundespolizei durchsucht. Der Schwerpunkt liege dabei auf Weißenfels in Sachsen-Anhalt sowie Twist und Garbsen in Niedersachsen.

  
23.09.2020 06:34:47 [Junge Welt]
Tarifkonflikt: Vorwärts im Zorn
Sie wollen nicht mehr stillhalten: Protestaktionen während der Mittagspause am Arbeitsplatz, ganztägige Warnstreiks mit Kundgebungen auf Marktplätzen. Die Tarifgemeinschaft aus Verdi und Beamtenbund mobilisierte am Dienstag Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Nicht bundesweit, zunächst regional mit lokalen Brennpunkten – in Gütersloh in Ostwestfalen etwa. »Ja, in unserer kapitalistischen Hochburg gehen die Kollegen voran«, sagte Hermann Janßen, Vizegeschäftsführer im Verdi-Bezirk Ostwestfalen-Lippe, am Dienstag jW. Klinikum, Stadtverwaltung, Kitas, überall legten Beschäftigte in der Bertelsmann-Stadt Operationsbesteck, Aktenstapel und Lernfibeln für einen Tag beiseite. Fürs erste.

  
22.09.2020 18:39:26 [Neues Deutschland]
Vereinte Nationen: Die UNO feiert, nicht jeder kommt
Gleich zwei dunkle Wolken warfen ihre Schatten auf die Feierlichkeiten zum 75. Gründungsjubiläum der Vereinten Nationen (UN) am Montag und deren beginnenden Generaldebatte am Dienstag: die Corona-Pandemie sowie die Gefahr eines neuen Kalten (oder gar heißen) Krieges zwischen den USA und China. Während Sars-CoV-2 die Regierenden der Welt dazu zwingt, ihre Reden aufgezeichnet abzuhalten, liegt der Fokus vor allem auf dem angespannten Verhältnis der beiden Supermächte. Dass die USA unter Präsident Donald Trump skeptisch, wenn nicht gar feindlich gegenüber multilateralen Organisation sind und sich aus immer mehr Mitgliedschaften, Verträgen und Verpflichtungen zurückziehen, steht im scharfen Kontrast zu China, das unter Präsident Xi Jinping seine Mitarbeit in internationalen Organisationen kontinuierlich ausweitet.
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23.09.2020 17:31:32 [Infosperber]
Über das Unbehagen bei der Kehrichtverbrennung
Gedanken über das «Entsorgen» von Sorgen, die wir uns heute selber schaffen. Ein Essay: An einem Samstagmorgen um halb zehn ist in der Zürcher Kehricht-Verbrennungsanlage Hagenholz ziemlich Betriebslärm. Das kracht und splittert, wenn die Leute ihre alten Pfannen, WC-Deckel und Bürosessel in die Mulden werfen. Man muss schon ein wenig laut werden, um sich mit den Einweisern zu verständigen, die einem sagen, wo denn die Spanplatten hinkommen. Und wo die kaputten Lautsprecherboxen, die Kabel und zerbrochenen Kaffeetassen. Die Autos fahren vollbeladen rein in die Halle und erleichtert wieder hinaus. Erleichtert wäre vielleicht auch das Adjektiv, um die Gesichter der Wegfahrenden zu beschreiben, schliesslich befindet man sich an einem Ort, der als «Entsorgung» bezeichnet ist: Recycling und Entsorgung Zürich.

  
23.09.2020 15:18:01 [Die Wirtschaftsnews]
Deutsche Bank schließt 100 Filialen
Wenn man sich die Entwicklung an den Finanzmärkten anschaut, ist diese durch immer mehr Digitalisierung gekennzeichnet. So ist es nicht unbedingt verwunderlich, dass Banken die Zahl ihrer Filialen reduzieren. Jetzt hat auch die Deutsche Bank bekanntgegeben, dass sie im kommenden Jahr etwa 100 Filialen im gesamten Bundesgebiet schließen will. Insgesamt plant die größte deutsche Bank, im kommenden Jahr etwa jede fünfte Geschäftsstelle zu schließen, wie Chip Online schreibt. Dies würde etwa 100 der knapp über 500 Filialen treffen, die hierzulande existieren.

  
23.09.2020 13:29:55 [Brave New Europe]
Neoclassical Economics: Machine to Destroy the World
Growth has a fundamental place in the biological world, of which we humans are a part. Unchecked growth has no place, outside of the microbial world. Unchecked growth is called a plague, an epidemic or a cancer. Growth, among mainstream economists, has become a reflexive, mindless goal, specifically growth of the Gross Domestic Product. Growth of the GDP is the dominant global criterion for allegedly successful management of an economy. GDP is an indiscriminate measure of what we spend money on: some things good, some useless, some bad and, increasingly, some attempting to repair damage from previous spending.

  
23.09.2020 13:24:45 [Junge Welt]
Finanzskandal: Angst vor Wirecard 2.0
Seit einer Woche geht es mit der Grenke-Aktie auf dem Frankfurter Börsenparkett auf und ab. Mal stieg der Preis pro Aktie auf fast 40 Euro, dann lag das Papier wieder unter 30 Euro. Ein Zickzackkurs zwischen Hoffen und Bangen. Die Entwicklung ist das Abbild sich überschlagender Ereignisse. Seitdem der Finanzdienstleister aus Baden-Baden als möglicher Fall »Wirecard 2.0« gehandelt wird, gibt es Schlagzeilen im Überfluss. Am Dienstag wurde bekannt, dass der Verleger Norman Rentrop bei dem strauchelnden Leasingunternehmen durch Übernahme von mehr als drei Prozent des Grundkapitals eingestiegen ist. Prompt legte der Grenke-Kurs wieder zu. Doch ist der Laden sauber?

  
23.09.2020 11:16:58 [Norbert Häring]
Das wahre Wesen des Kapitalismus
1. Kapital als geronnene Macht. Bücher über den Kapitalismus haben Konjunktur. Die meisten kommen ohne Definition aus. Kapitalismus wird einfach mit Marktwirtschaft gleichgesetzt, eine vernünftige Definition von Kapital gar nicht erst versucht. Solange das so bleibt, ist die Vormacht des Kapitals unangreifbar, denn eine Reform der Wirtschaftsordnung ist schwer möglich, wenn man sich über ihr Wesen nicht klar ist. Ist Kapital das, was in Form von Maschinen, Anlagen, Grundstücken und Gebäuden Verwendung in der Produktion findet? Oder ist es das Geld mit dem Güterproduzenten und die Finanzbranche „arbeiten“? Oder beides?

  
23.09.2020 09:11:51 [Ökonomenstimme]
Zwischen Keynes und Neoklassik
Sinn und Unsinn stiftende Erzählungen in der modernen Makroökonomie. Die 1970er Jahre werden in den Annalen der Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftspolitik als eine Periode des fundamentalen Umbruchs geführt. Die bis dahin in der Wirtschaftspolitik vorherrschende Keynesianische Denkschule verlor in dieser Dekade ihre Vorrangstellung und wurde durch ein, den Grundsätzen der neoklassischen Ökonomie nahestehendes Politikverständnis abgelöst. Diese neu-klassische Politiksicht war Folge einer Neuausrichtung, oder besser Rückbesinnung, der akademischen Makroökonomie auf ihre klassischen, allerdings formal auf der Höhe der Zeit elegant drapierten Lehrmeinungen.

  
22.09.2020 18:52:55 [Amerika 21]
Kuba vereinfacht ausländische Direktinvestitionen
Auf Kuba ist seit dem 16. September ein neues Gesetz in Kraft, das die Genehmigung für ausländische Direktinvestitionen deutlich vereinfachen und beschleunigen soll. Mit dem neuen Verfahren einer "zentralen Anlaufstelle" (One-Stop-Shop, Ventanilla Unica de Inversión Extranjera) sollen sämtliche notwendigen Schritte jetzt über eine einzige Behörde laufen. Neuigkeiten gab es auch bei der angestrebten Öffnung des Außenhandels für private Unternehmen. Wie Außenhandelsminister Rodrigo Malmierca bekannt gab, sind seit Juli über 700 entsprechende Anfragen eingegangen.

  
22.09.2020 18:35:45 [Elliott Waves]
Nel ASA Aktie: Das ist jetzt der perfekte Sturm
Nach dem spektakulären Höhenflug der letzten Wochen und Monate ist die Aktie des norwegischen Wasserstoffunternehmens Nel ASA (ISIN: NO0010081235) im laufenden Börsenmonat September deutlich unter Druck geraten. Mit dem Tagestief vom 21. September bei 1,38 EUR stand der Aktien zeitweise bereits 32 Prozent im Minus. Seit dem Jahreshoch Anfang des Monats ging es sogar über 37 Prozent in den Keller. Zu viel für viele Anleger und Aktionäre. Doch die Charttechnik in Kombination mit den Elliott Wellen spricht aktuell eine deutliche Sprache.
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23.09.2020 11:18:23 [EJO - European Journalism Observatory]
Fotojournalismus im Zeitalter der Postfaktizität
Als kurz nach der Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Jahr 2017 erste Bilder der öffentlichen Veranstaltung kursierten, konstatierte die amerikanische Presse aufgrund der zum Teil leeren Flächen vor dem Washingtoner Capitol, es wären weniger Menschen anwesend gewesen, als bei der Amtseinführung des Vorgängers Barack Obama acht Jahre früher. Die Reaktion von Donald Trump kam prompt. Er bezichtigte die Presse der Verbreitung von „Fake News“. Seine Version der Ereignisse ließ er mit sogenannten „Alternative Facts“ untermauern, wozu auch beschnittene Bilder gehörten, die seine Version der Ereignisse stützten.

  
22.09.2020 18:46:51 [Migazin]
Journalisten: Polizei behindert Berichterstattung aus Moria
Journalistenverbände beklagen willkürliche und teils gewalttätige Einschränkungen der Pressefreiheit durch die griechische Polizei auf der Insel Lesbos. Seit gut einer Woche würden immer wieder Medienschaffende in ihrer Arbeit behindert, die nach der Zerstörung des Lagers Moria über die Situation der Flüchtlinge dort berichten wollten, teilte „Reporter ohne Grenzen“ am Freitag in Berlin mit. Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sprach von Behinderungen bei der Berichterstattung. Er forderte das Auswärtige Amt auf, sich im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft mit Nachdruck für die freie Berichterstattung aus Moria einzusetzen.
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23.09.2020 09:32:58 [Junge Welt]
Fleischindustrie: Dreckswerk von Tönnies
Medienbericht dokumentiert »erhebliche Verunreinigungen« in Konzernstammsitz. Arbeitsschutz in Coronapandemie unterlaufen. Hätte der Covid-19-Ausbruch im Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück verhindert werden können? Mit dieser Frage sieht sich die Politik in Nordrhein-Westfalen konfrontiert, nachdem das WDR-Magazin »Westpol« am Sonntag über gravierende Mängel bei der Umsetzung des Hygienekonzeptes berichtet hatte. Demnach stellte die Bezirksregierung Detmold bei Kontrollen bereits im Mai gravierende Mängel fest. Das Magazin zitierte aus einem fünfseitigen Kontrollbericht der Bezirksregierung, in dem aufgelistet wird, an welchen Stellen der Konzern gegen Arbeitsschutzstandards und gegen das eigene Hygienekonzept verstoßen hatte.
 Überwachung, Daten, Datenschutz, Geheimdienste, Spionage, Sicherheitspolitik, Bevölkerungskontrolle (2)
  
23.09.2020 15:45:23 [Golem]
Personenkennziffer: Bundestagsgutachten zweifelt an Verfassungsmäßigkeit
Ein Bundestagsgutachten hält die Einführung einer gemeinsamen Kennziffer in 51 Behördenregistern für rechtlich problematisch. Die dafür vorgesehene Nutzung der Steuer-ID "birgt erhebliche Schwierigkeiten", heißt es in der 22-seitigen Untersuchung (PDF) des Wissenschaftlichen Dienstes. Zwar seien nicht alle der derzeit 220 Register umfasst, "aber es können Daten aus ganz verschiedenen, wesentlichen Lebensbereichen verknüpft werden". Trotz der verfassungsrechtlichen Bedenken will das Bundeskabinett am Mittwoch den Entwurf des Bundesinnenministeriums für ein Registermodernisierungsgesetz beschließen.

  
23.09.2020 11:25:51 [Netzpolitik]
Gesichtserkennung: Kampagne für ein dauerhaftes europaweites Verbot
Heute geht eine neue Kampagne europaweit an den Start, die sich dafür starkmacht, die biometrische Gesichtserkennung einzudämmen. Flankiert von einer Petition fordert die Initiative „Verbot der Gesichtserkennung in Europa!“ eben das und möchte bis Mitte 2021 eine möglichst große Zahl an Unterstützern sammeln. Dass biometrische Verfahren, die Gesichter von Menschen unbemerkt im Vorbeigehen scannen, nach und nach wie selbstverständlich daherkommen, soll mit einem Verbot verhindert werden. Bereits vor einigen Tagen hat die französisch-italienische Initiative ihre Website gestartet und sie unterdessen in mehrere Sprachen übersetzt, darunter auch in Deutsch. Die französische Version konnte bereits mehrere tausend Unterschriften sammeln.
 Krieg, Kriegsverbrechen, Frieden, Terrorismus, Rüstung, Militär (1)
  
23.09.2020 11:21:35 [Deutschlandfunk]
Unternehmen Krieg: Private Militärdienstleister kaum regulierbar
Nach UN-Angaben sind weltweit immer mehr private Sicherheits- und Militärdienstleister in Kriege verwickelt – auch auf dem afrikanischen Kontinent. Doch ihr Verhalten zu regulieren, stellt sich als äußerst schwierig heraus. Genau das macht sie für viele Auftraggeber so attraktiv. Es ist zehn Uhr vormittags. In der Wüste von Mali patrouilliert das Regiment „Schwarz 10“ der französischen Fremdenlegion. Die gepanzerten Fahrzeuge bewegen sich im gefährlichen Grenzgebiet zum Nachbarstaat Niger – einem Rückzugsraum islamistischer Kämpfer. Plötzlich fallen Schüsse, zwei Männer sind die Schützen. Sie springen von dem Motorrad, mit dem sie in der Wüste unterwegs waren, und suchen Deckung.
 Deutschland (7)
  
23.09.2020 15:33:13 [BR24]
Drogen-Skandal: Ermittlungen gegen 21 Polizisten
Der Drogen-Skandal im Münchner Polizeipräsidium ist vermutlich deutlich größer als gedacht. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt inzwischen gegen 21 Polizisten, wie die Behörde mitteilte. Sie sollen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur selbst Drogen konsumiert und sie untereinander weitergegeben haben. Mehr als 70 Ermittler des Landeskriminalamtes und 100 weitere Beamte durchsuchten am Mittwoch im Rahmen einer großen Razzia 30 Wohnungen und sieben Dienststellen in und um München, in Augsburg, Dachau, Wolfratshausen, Ebersberg und an der Hochschule der Polizei in Fürstenfeldbruck.

  
23.09.2020 13:14:43 [Junge Welt]
Eine Flucht und viele Fragen
Hätte die Polizei den faschistischen Attentäter Stephan Balliet aufhalten und den zweiten Mord an dem 20jährigen Kevin S. verhindern können? Diese Frage blieb auch am Dienstag, dem 14. Prozesstag vor dem Oberlandesgericht (OLG) Sachsen-Anhalt in Magdeburg, ungeklärt. Erneut kamen teils schwer traumatisierte Zeugen zu Wort. Dabei ging es um den Überfall auf den Dönerimbiss in Halle an der Saale, die Flucht des Neonazis danach und einen weiteren mutmaßlichen Mordversuch des Angeklagten. Conrad R., der wie auch Kevin S. am 9. Oktober 2019 Gast in dem Imbiss war, schrieb nach Angaben der "Mitteldeutschen Zeitung" (MZ) von der Toilette aus eine Abschiedsnachricht an seine Familie.

  
23.09.2020 13:08:04 [TAZ]
Prozess zum Mord an Walter Lübcke: Todesschuss in drei Versionen
Stephan E. würdigt seinen früheren Anwalt keines Blickes, dreht sich nicht um, als Frank Hannig in den Saal tritt. Auch Hannig, geröteter Kopf, graues Jackett, schaut nur zu den Richtern, als er sich an den Zeugentisch setzt. „Ich heiße Frank Hannig, 50 Jahre, bin Rechtsanwalt, verheiratet, komme aus Dresden“, beginnt er. All dies ist den Anwesenden im Saal 165 des Oberlandesgericht Frankfurt/Main hinlänglich bekannt. Denn Hannig war hier bis Juli selbst Beteiligter im Prozess zum Mord an Walter Lübcke. Als Pflichtverteidiger des Hauptangeklagten Stephan E. stellte Hannig Anträge, gab den Richtern Paroli, besprach sich mit seinem Mandanten.

  
23.09.2020 11:20:01 [TAZ]
Rechtsextremismus bei der Polizei: Von allem nichts gewusst
Über Nazisymbole bei der Polizei gibt sich NRW-Innenminister Herbert Reul geschockt. Dabei bedient er selbst das Klischee des „kriminellen Migranten“. Im Skandal um rechtsextreme Polizisten fährt Nordrhein-Westfalens CDU-Innenminister Herbert Reul gerade sein typisches Krisenbewältigungsprogramm ab: Hakenkreuze, Hitler-Bilder, Darstellungen eines Geflüchteten in einer Gaskammer werden in Chats von mindestens 29 Beamte der zur Polizeidirektion Essen gehörenden Wache in Mülheim an der Ruhr gefunden. Reul zeigt sich prompt geschockt, entsetzt, spart nicht an starken Worten: Die „widerwärtigste Hetze“ sei „eine Schande für die NRW-Polizei“, beteuert der 68-Jährige.

  
23.09.2020 09:16:50 [Blick nach rechts]
„Chemnitz hat das Fass zum Überlaufen gebracht“
Matthias Quent warnt schon lange vor einem Erstarken des Rechtsextremismus in Deutschland. Die Ereignisse der vergangenen Monate scheinen ihm Recht zu geben. Im Interview sagt er, was Politik und Gesellschaft dem entgegensetzen können. Vor einigen Tagen haben sich die Ausschreitungen von Chemnitz zum zweiten Mal gejährt. Damals haben es Neonazis geschafft, ein breiteres Spektrum des Bürgertums hinter sich zu versammeln. Wo stehen wir heute? Massive Fehler im Umgang mit den Ereignissen in Chemnitz haben den damaligen Bundeverfassungsschutzchef Maaßen das Amt gekostet, sodass er nicht mehr seine schützende Hand über der AfD halten kann.

  
23.09.2020 06:19:37 [TAZ]
Zwangsarbeiterinnen-Kinder in Hamburg: Von Nazis ermordet
Babys von Ost-Zwangsarbeiterinnen ließ das NS-Regime sterben oder brachte sie aktiv um. Die Hamburgerin Margot Löhr hat 418 dieser Viten erforscht. 49 Kindergrabsteine auf dem Bürgersteig: So könnte man die „Stolperstein“-Reihe in Hamburg-­Langenhorn auffassen – verstünde der Initiator dieser vielerorts verlegten Messingtafeln, der Kölner Künstler Gunter Demnig, sie nicht ausdrücklich als Kunst- und Erinnerungsprojekt. In Langenhorn nun stehen französische, lettische, polnische, ukrainische und russische Namen darauf: Es sind die Namen kleiner Kinder, deren Mütter das NS-Regime zur Arbeit zwang; sie lebten nur wenige Tage, Wochen oder Monate.

  
22.09.2020 18:50:24 [Telepolis]
Abzapft is! - Oder: Kein Menschenrecht auf Party
Das bayerische Kabinett hat sich heute mit dem Vize-Präsidenten des Robert-Koch-Instituts über weitere Einschränkungen und Verschärfungen in sogenannten Corona-Hotspots beraten. Die von Ministerpräsident Söder gestern angedrohte Verordnung ist entsprechend vom Kabinett angepasst worden. Damit wurde die "Kann-Regelung" zu einer "Soll-Regelung" verschärft. Zum Beispiel soll bei einer Überschreitung von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern in einer Region binnen sieben Tagen eine Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen greifen. Ministerpräsident Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) informierten dazu heute auf eine Pressekonferenz.
 Europa, Brüssel, EU, Europäische Union (6)
  
23.09.2020 17:24:34 [Neue Debatte]
Europa hat immer noch politische Gefangene
Seit fast drei Jahren befinden sich neun katalanische politische und zivile Führungspersönlichkeiten im Gefängnis, weil sie die Demokratie verteidigt und dem Volk eine Stimme gegeben haben – belegt mit Haftstrafen von insgesamt 100 Jahren. Diese neun Männer und Frauen, Mitglieder der letzten katalanischen Regierung, darunter zwei Vorsitzende der wichtigsten zivilgesellschaftlichen Organisationen Kataloniens, sowie diejenigen, die sich im erzwungenen Exil befinden, wurden unter anderem wegen der Verbrechen Aufruhr und Veruntreuung verurteilt.

  
23.09.2020 11:28:50 [Migazin]
Seenotretter werfen Italiens Behörden systematische Behinderung vor
Deutsche Seenotrettungsorganisationen haben den italienischen Behörden eine systematische Behinderung ihrer Arbeit vorgeworfen. „Die Gründe für die Festsetzung der ‚Sea-Watch 4‘ sind komplett absurd“, sagte Sea-Watch-Sprecherin Mattea Weihe am Dienstag dem „Evangelischen Pressedienst“. „Und es sind die gleichen Vorwürfe wie bei den anderen drei festgesetzten Rettungsschiffen.“ Die italienische Küstenwache hat Sicherheitsmängel als Grund für das Auslaufverbot aus dem Hafen von Palermo für die „Sea-Watch 4“ angeführt.

  
23.09.2020 11:23:07 [Junge Welt]
Türkei: In der Sackgasse
Im Vorfeld des EU-Gipfels, der am Donnerstag virtuell stattfinden soll, laufen in Brüssel Vermittlungsbemühungen der Europäischen Union zwischen Griechenland und Türkei. Streitpunkt sind die Erdgaserkundungen Ankaras vor griechischen Inseln im östlichen Mittelmeer. Sollten die Bemühungen fehlschlagen, werde die EU am Donnerstag Sanktionen gegen die Türkei verhängen, meldete die dpa am Dienstag. Zuweilen wirkt es so, als gäbe es keinen internationalen Konflikt, an dem die Türkei nicht beteiligt ist. Dabei verfolgt Ankara eine aggressivere Außenpolitik, als man es lange gewohnt war. Bis 2011 hieß die vorherrschende außenpolitische Strategie der AKP-Regierung: »Null Probleme mit den Nachbarn«.

  
23.09.2020 06:37:26 [RT Deutsch]
Griechenland avanciert vom Saulus zum Paulus der EU
Noch vor zehn Jahren war Griechenland auf dem Höhepunkt der Eurokrise der Buhmann der Europäischen Union. Heute ist es das "europäische Schutzschild", das die Festung Europa vor illegalen Migranten und der Türkei beschützen soll und dafür Lob erntet. Während in der deutschen Hauptstadt Berlin am Wochenende tausende Menschen für die Aufnahme von mehr Migranten aus dem ehemaligen Migrantencamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos demonstrierten, zeigt sich Athen hart. Mit Ausnahme der rund 2.500 Personen, deren Status als Schutzberechtigte bereits geklärt war und die in einer "einmaligen" Aktion der Bundesregierung nach Deutschland geholt werden, bleiben alle anderen bis auf Weiteres auf den Inseln.

  
22.09.2020 18:45:02 [Neues Deutschland]
Salvinis rechtsradikale Lega verfehlt ihre Wahlziele
Die »Befreiung Italiens« blieb aus. Vollmundig hatte sie der Chef der rechtsradikalen Lega, Matteo Salvini, seinen Anhängern versprochen. Zwar konnten sich die Vertreter des Mitte-Rechts-Bündnisses in ihren Hochburgen Venetien und Ligurien behaupten, doch in den hart umkämpften Regionen Toskana, Kampanien und Apulien blieb Mitte-Links bei den Wahlen am Sonntag und Montag Sieger. Dennoch zeigt die politische Karte Italiens, dass nun 14 Regionen des Landes von Mitte-Rechts-Koalitionen regiert werden. Nur in fünf Regionen behaupten sich die Kräfte unter Führung der gemäßigt linken Demokratischen Partei (Pd).

  
22.09.2020 18:43:10 [Lost in EUrope]
“Dublin abschaffen” – aber wie?
Moria brennt – die EU pennt? Diesen Vorwurf will Kommissionschefin von der Leyen nicht auf sich sitzen lassen. Sie hat die seit Monaten überfällige Reform des gemeinsamen Asylrechts zur Chefsache gemacht und angekündigt, die umstrittene Dublin-Verordnung zu streichen. Am Mittwoch soll der Vorschlag kommen. Wir werden die Dublin-Verordnung abschaffen”, kündigte von der Leyen vor einer Woche vor dem Europaparlament an. “Wir werden es durch ein neues europäisches System zur Migrationssteuerung ersetzen.”
 International (5)
  
23.09.2020 15:40:21 [Amerika 21]
Proteste in Kolumbien: "Polizei mordet, Armee vergewaltigt, Regierung kollaboriert"
Die Sicherheitslage in Kolumbien spitzt sich massiv zu. Nach dem Mord an dem Anwalt Javier Ordóñez mit Elektroschockgeräten durch Polizeikräfte und mehreren Massakern an Jugendlichen, für die ebenfalls staatliche Kräfte verantwortlich gemacht werden, äußert sich die Wut und Verzweiflung der Bevölkerung in erneuten Demonstrationen. Zuletzt am Sonntag wurden im Department Cauca sieben Jugendliche getötet. Rund 20 junge schwarze Menschen waren in einer Scheune versammelt, als sie mit Handgranaten und Schusswaffen angegriffen wurden. Alle Opfer waren zwischen 16 und 26 Jahren. Neben den sieben Toten gab es mehrere Schwerverletzte.

  
23.09.2020 13:09:09 [Amerika 21]
Institut für Menschenrechte in Chile beklagt schleppende Aufklärung staatlicher Gewalt
Rund elf Monate nach Beginn des sozialen Aufstands im Oktober des vergangenen Jahres prangert das chilenische Institut für Menschenrechte (INDH) die langsame Bearbeitung der Klagen wegen Menschenrechtsverletzungen an. Sergio Micco, Vorsitzender des Instituts, sagte, dass die Schwerfälligkeit der Ermittlungen bedauerlich sei, da sie der Schlüssel seien, um Wahrheit und Gerechtigkeit zu erreichen, was für die Opfer auch eine Form der Wiedergutmachung darstelle.

  
23.09.2020 11:27:03 [Amerika 21]
Kritische Stimmen zur Politisierung der Menschenrechtslage in Venezuela
Der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza und der Generalstaatsanwalt des Landes, Tarek William Saab, haben eine gemeinsame Pressekonferenz abgehalten, um einen Bericht zu behandeln, der am 16. September von einer "unabhängigen internationalen Erkundungsmission" des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (UN) vorgelegt wurde. Arreaza betonte, dass eine gültige UN-Resolution die Zusammenarbeit Venezuelas mit dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte regele. Die Resolution 42/4 wurde 2018 verabschiedet, 2019 bestätigt und solle auch in diesem Jahr erneuert werden.

  
23.09.2020 09:30:52 [Telepolis]
US-Iran-Sanktionen: Pompeo warnt Deutschland
Auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien sollten sich angesprochen fühlen: Wenn es um Sanktionen gegen Iran geht, so seien auch diese drei Länder eingeschlossen, warnte US-Außenminister Pompeo. Gemeint sind die neuen Sanktionen, die die USA gestern erlassen haben - und nach Vorstellung der US-Regierung sind auch UN-Sanktionen mitgemeint, die durch die Nuklearvereinbarung von 2015 (JCPOA) ausgesetzt wurden. Die Ratlosigkeit der europäischen Länder bündelt der Tagesschau-Bericht in einem Satz: "Unklar bleibt, mit welchen Sanktionen ihnen die US-Regierung nun droht."

  
23.09.2020 09:24:08 [TAZ]
Victoriasee in Uganda: Ein See wird zum Fluch
Wuchernde Wasserlilien und Abwasser rauben Millionen Menschen am Victoriasee die Lebensgrundlage. Wie Uganda gegen die schmutzigen Fluten kämpft. George Onyango blickt müde aus seiner Lehmhütte. Sein Leben lang wohnt der 75-jährige Fischer am Ufer des Victoriasees. Seit seiner Kindheit hat Afrikas größter See ihm alles gegeben: Wasser, Arbeit, Essen. „Als Fischer habe ich stets gut gelebt“, sagt er. Es habe gereicht, um drei Frauen und 15 Kinder zu ernähren. „Doch jetzt hat der See mir fast alles geraubt.“ Der alte Mann mit grauen Haaren und Runzeln im Gesicht zeigt aus seiner Hütte das Ufer hinab: auf Schlamm, Morast und ein Beet grüner Wasserlilien. Dort stand einst sein Haus, auf dem Familiengrundstück. Nichts ist mehr übrig.
 Politik, Verfassung, Grundgesetz, Menschenrechte, Parteien, Wahlen, Demokratie, Recht, Gesetz und Justiz (3)
  
23.09.2020 17:27:51 [Migazin]
Moria: Die Kalkulation mit dem Elend
Als Akt der Humanität lässt sich die Politik in Deutschland angesichts der Aufnahme von etwas über 1.500 Flüchtlingen aus Griechenland feiern. Journalisten versteigen sich sogar, dies als Ergebnis des Drucks der Zivilbevölkerung zu feiern. Der Brand des Flüchtlingslagers auf Lesbos hat das Elend der Flüchtlinge in den Lagern auf den griechischen Inseln mal wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt und es ist gleichzeitig von einer Schande für die europäische Flüchtlingspolitik die Rede. Ganz so, als ob diese Zustände nicht zu dieser Politik dazu gehören würde.

23.09.2020 06:16:50 [Post von Horn]
Klatsche für alle Transusen
Deutsche Politiker schimpfen oft, Italien sei nicht reformbereit. Nun zeigen die Italiener, was eine Harke ist. Per Referendum zwingen sie ihre Politiker, das Parlament in Rom drastisch zu verkleinern. Seine beiden Kammern müssen um mehr als ein Drittel auf 600 Sitze schrumpfen. Die Italiener machten ihren Politikern klar, wer Herr im Haus ist. Diese Klatsche trifft auch die Bundestagsabgeordneten. Träge, wie sie sind, bringen sie es seit Jahren nicht fertig, den Bundestag zu verkleinern. Er hat längst eine perverse Größe erreicht. Er müsste dringend auf ein sittlich vertretbares Maß reduziert werden.

  
22.09.2020 18:37:48 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Niedersachsen: AfD-Landtagsfraktion zerbricht
Die AfD verliert ihren Status als Fraktion im niedersächsischen Landtag. Die bisherige Fraktionsvorsitzende Dana Guth sowie die beiden Abgeordneten Jens Ahrends und Stefan Wirtz erklärten am Dienstag ihren Austritt aus der Fraktion. Die verbleibenden sechs Abgeordneten reichen nicht aus, um den Fraktionsstatus beizubehalten, der mit parlamentarischen Rechten und umfangreichen Finanzmitteln verbunden ist. Die sechs Abgeordneten sprachen von einem Schritt, der „völlig überraschend“ komme und zeigten sich „enttäuscht und fassungslos“. Viele Mitarbeiter der Fraktion würden nun arbeitslos.
 Arbeit, Soziales, Gesellschaft, Alltag, Bildung (8)
  
23.09.2020 17:26:08 [A&W-Blog]
Die tiefe Arbeitsmarktkrise erfordert neue politische Lösungen
Die Arbeitslosigkeit ist durch die Corona-Krise dramatisch angestiegen. Prognosen deuten darauf hin, dass sich die schon vorher hohe Langzeitarbeitslosigkeit weiter erhöhen wird. Reine Arbeitsmarktpolitik, etwa die Qualifizierung von arbeitslosen Personen, stößt an Grenzen, weil es nicht genug Arbeitsplätze gibt, auf denen diese dann eingesetzt werden können. Es braucht in der gegenwärtigen Arbeitsmarktkrise also vor allem eine mutige und offensive Beschäftigungspolitik, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Corona-Krise hat (nicht nur) Österreich erschüttert und eine Vielzahl an neuen Problemen verursacht bzw. bestehende verschärft.

  
23.09.2020 15:44:07 [Heise]
Schulgipfel: Gemeinsame Bildungsplattform und Geld für Admins
Vertreter von Bund und Ländern haben sich auf einem weiteren Schulgipfel darauf verständigt, dass der Bund insgesamt 6,5 Milliarden Euro zur Digitalisierung der Schulen beisteuert. Mit dem Geld sollen vor allem Lehrkräfte und bedürftige Kinder "mit geeigneten Endgeräten" versorgt werden, erklärte die Bundesregierung. Der Bund beteilige sich zudem "an Ausbildung und Finanzierung technischer Administratoren der digitalen Infrastruktur der Schulen in Höhe von 500 Millionen Euro". Auch soll der Bund eine übergreifende Bildungsplattform entwickeln. Das geplante Portal werde "bestehende Systeme der Länder mit dem Ziel vernetzen, Inhalte in allen Bildungsbereichen bereitzustellen".

  
23.09.2020 15:38:11 [Der Freitag]
Gewerkschaften: Applaus kann man nicht essen
Tarifrunde – das ist immer auch ein Gutteil Ritual. Ist, wie derzeit wieder, der öffentliche Dienst mit seinen 2,4 Millionen Beschäftigten an der Reihe, gehört zum Ritual der Ruf nach „Augenmaß“ bei Forderungen und Kampfformen. Diesmal ist jedoch einiges anders: Die Corona-Pandemie bestimmt die Tarifrunde und dient als Argument – auf beiden Seiten der Barrikade. Während die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) mit Verweis auf die Corona-Krise meint, es sei kein Geld da für die noch eher zurückhaltend geforderten 4,8 Prozent mehr Gehalt oder 150 Euro mehr im Monat, können die Gewerkschaften darauf verweisen, dass die Heldinnen der Krise mehr als nur Applaus verdient haben.

  
23.09.2020 15:31:17 [Tichys Einblick]
800.000.000 Euro für „Dienstlaptops“ von 800.000 Lehrern?
Welch ein Beschluss! Da treffen sich auf Einladung der Frau Bundeskanzler im Kanzleramt die für die Schule zuständigen Minister des Bundes und der Länder. Außerdem mit dabei: Eine Dame namens Saskia Esken, die weder irgendeine exekutive noch eine legislative Funktion innehat und wegen deren Teilnahme sich der kritische Beobachter nun fragen darf, um was für ein Kaffeekränzchen es sich denn gehandelt hat. Denn staatliche Beschlussorgane benötigen ein geregeltes Protokoll, um ernstgenommen zu werden. Die Teilnahme von Unqualifizierten und Unbefugten zumindest ist bei solchen Treffen, wenn es sich dabei um entscheidungsbefugte Gremien handeln soll, auszuschließen.

  
23.09.2020 09:25:52 [Junge Welt]
In die erste Runde: Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst
Der Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes steuert auf eine Machtprobe zu. Nachdem der Bund und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt haben, laufen die Warnstreiks an. Die Gewerkschaften müssen nun zeigen, dass sie auch unter Coronabedingungen Druck machen können. Das wird nicht einfach. An den sonst ökonomisch wichtigen Flughäfen lässt sich in der gegenwärtigen Flaute kaum etwas ausrichten. In den Kindertagesstätten – die in den vergangenen Jahren zu Hochburgen gewerkschaftlicher Streikfähigkeit im öffentlichen Dienst geworden sind – könnte es bei längeren Arbeitsniederlegungen einigen Gegenwind von Eltern geben.

  
23.09.2020 06:31:35 [L.I.S.A.]
"Ein neuer Typus des Armen: der Mann mittleren Alters ohne Migrationshintergrund"
Interview mit Sarah Haßdenteufel zum Sprechen über Armut in Frankreich und Deutschland. Wenn in Innenstädten Menschen, die auf der Straße leben müssen, von Vereinen für Obdachlosenhilfe oder Tafeln mit Essen und mehr versorgt werden müssen, dann ist das Problem Armut selbst in so reichen Gesellschaften wie beispielsweise Deutschlands und Frankreichs nach wie vor ungelöst. Im Gegenteil: Armut begegnet uns im öffentlichen Raum zunehmend. Dabei gehörte es zu einem der größten Versprechen des Wirtschaftswachstums nach 1945, Armut dauerhaft zu überwinden. Dementsprechend spielte dieses Thema in den westeuropäischen Kernländern lange keine bedeutende politische Rolle.

  
23.09.2020 06:28:32 [Gewerkschaftsforum]
Kollektive Arbeitszeitverkürzung ist lange überfällig
Die in den letzten Heften von Sozialismus.de zur Arbeitszeitverkürzung veröffentlichten Artikel beschäftigten sich mehr oder weniger mit individuellen Arbeitszeitveränderungen im Duktus von betrieblichen Gestaltbarkeiten der Arbeitszeit nach Lebenslauforientierungen. Im Rahmen eines Zeit- und Selbstmanagements wollen die abhängig Beschäftigten länger arbeiten oder kürzertreten, je nach Lebenssituation. Hier stehen also betriebswirtschaftliche und keine gesamtwirtschaftlichen Probleme im Fokus. Deshalb können sich auch Kapitaleigner, das „personifizierte Kapital“ (Karl Marx), und die Claqueure in Politik, Wissenschaft und Medien, damit arrangieren.

  
22.09.2020 18:57:14 [Aktuelle Sozialpolitik]
Tarifpolitik (nicht nur) im Corona-Spagat
Neben der oftmals (und interessanterweise gerade von Ökonomen, die es besser wissen sollten und könnten) ausgeblendeten Tatsache, dass es „den“ Arbeitsmarkt nicht gibt, sondern eine Vielzahl ganz unterschiedlich konfigurierter und in der Regel dann auch noch lokal/regional begrenzter Teilarbeitsmärkte, muss man darauf hinweisen, dass sich die arbeitsmarktlichen Angebots-Nachfrage-Verhältnisse strukturell, aber eben auch situationsbedingt umkehren können. Was natürlich Auswirkungen hat auf die Machtverhältnisse, besser die Asymmetrie der Machtverhältnisse, die sich dann abbilden in den Tarifauseinandersetzungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, wenn solche überhaupt relevant sind.
 Umwelt, Natur, Ökologie, Tierschutz, Agrarpolitik/-wirtschaft, Verkehr, Klima, Energie, Atomkraft, Oel, Rohstoffe, Gentechnik (5)
  
23.09.2020 15:47:33 [Telepolis]
Die merkwürdige Energiepolitik der Grünen
In den vergangenen Wochen lieferten sich Politiker der Grünen und der Partei Die Linke einen heftigen öffentlichen Schlagabtausch zum Thema Außenpolitik. Am vergangenen Freitag eskaliert die Debatte im Bundestag: Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte einen Ad-Hoc-Antrag der Grünen, Sanktionen gegen Russland zu verhängen und den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 zu beenden. "Sie legen faktisch einen Antrag vor, der eins zu eins die US-Sanktionen durchsetzen will", empörte sich Bartsch. Damit würden sich die Grünen zu "Lobbyisten für teures und dreckiges Fracking-Gas aus den USA" machen, so sein Vorwurf. "Was die Linke macht, ist unterirdisch. Das geht ja in Richtung Verschwörungstheorien", hatte sich Robert Habeck, Co-Vorsitzender der Grünen, echauffiert.

  
23.09.2020 15:24:55 [Ausgestrahlt]
Atomkraft? Viel zu teuer!
Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) hat im Auftrag von Greenpeace Energy alle gesamtgesellschaftlichen Kosten addiert, die seit den 1950er-Jahren bis heute durch die Nutzung der Atomenergie zur Stromerzeugung entstanden sind. Dabei wurden direkte und indirekte staatliche Förderungen (287 Milliarden Euro), Kosten wie Polizeieinsätze bei Castor-Transporten oder die Übernahme von DDR-Altlasten (9 Milliarden Euro), Steuervergünstigungen und Vorteile für Atomkonzerne durch den Emissionshandel oder eigene Rückstellungen, der Verkaufspreis des Stroms oder das Risiko schwerer Unfälle, die die Atomkonzerne Jahrzehntelang auf die Bevölkerung abwälzen konnten, betrachtet.

  
23.09.2020 15:23:27 [Spektrum]
Forscher warnen vor stark anschwellender Plastikflut
Ohne ein drastisches Umschwenken im Umgang mit Plastik wird die Menschheit die Gewässer der Erde immer weiter mit Müll belasten. Das ist das Fazit eines internationalen Forscherteams, das simuliert hat, wie viel Plastik aus 173 Nationen in den kommenden zehn Jahren in Flüsse, Seen und Ozeane gelangen wird. Demnach wird diese Menge trotz ambitionierter Gesetzesvorhaben und Initiativen weiter anwachsen, von rund 20 Millionen Tonnen im Jahr 2016 auf bis zu 53 Millionen Tonnen im Jahr 2030, schreibt das Team um Stephanie B. Borrelle von der University of Toronto im Magazin »Science«.

  
23.09.2020 15:22:11 [Telepolis]
Die Reichen sind die Schlimmsten
Die Energie- und Klimawochenschau: Von der Ungleichheit der Verantwortung, neuen Klimaschutzprotesten, Tarifauseinandersetzungen beim ÖPNV und grünen Autobahnbauern. Von verschiedenen Seiten wird ja gerne auf die individuelle Verantwortung des Einzelnen verwiesen. Politiker machen das gerne, wenn sie sich vor für die Industrie schmerzhafte Entscheidungen drücken wollen, Journalisten, die meinen, dem Publikum einfache Lösungen präsentieren zu müssen, und verbitterte alte Männer, die finden, die Jugendlichen hätten ja alle Smartphones und sollten sich lieber an die eigene Nase fassen, statt ihre SUV zu kritisieren.

  
23.09.2020 15:19:44 [Neues Deutschland]
Schwächelnde Atomkraft
Die Arbeit auf der derzeit größten Baustelle Großbritanniens kann weitergehen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) wies am Dienstag eine Klage Österreichs gegen Staatshilfen für das geplante Atomkraftwerk Hinkley Point C ab. Der Staat hat dem Betreiber, einer Tochter des französischen Konzerns EDF, Milliardenhilfen in Form von Maßnahmen zur Preisstabilität, Kreditgarantien und Ausgleichszahlungen für den Fall einer vorzeitigen Abschaltung aus politischen Gründen zugesichert.
 Ansichtssache, Meinung, Kommentare, Diskussion, Debatte, Hintergrund, Verschiedenes (7)
  
23.09.2020 13:22:44 [Anderwelt Online]
Framing extrem – Die Grundlüge erlaubt zu lügen ohne zu lügen
An das tägliche Framing hat man sich gewöhnt. Es sind die einfachen Namen oder Adjektive, die routinemäßig angehängt werden. Regime, Autokrat oder anders herum „Rebellen“, die gegen Regime und Autokraten einen heroischen Kampf führen. Immer wird dabei die eigene Weltanschauung dem Empfänger subtil aufoktroyiert und es wird immer skrupelloser. Ich beginne mit einem krassen Beispiel, gefunden in einer Münchner Tageszeitung vom Montag, den 14. September. Betrachten Sie dazu zuerst das Bild rechts. Die Überschriften tragen zwei Botschaften zum Leser: 1. In Minsk wird gegen Präsident Lukaschenko demonstriert und die Polizei geht mit 250 Festnahmen dagegen vor.

  
23.09.2020 13:13:02 [NachDenkSeiten]
Vom Talent, sich dumm zu stellen
In einer der nicht von ungefähr Talk-Show genannten TV-Sendungen („Anne Will“) wurde am 6. September der Alibi-Gast mit der abweichenden Meinung von den anderen Teilnehmern harsch zurechtgewiesen. Jürgen Trittin fiel gar aus der Rolle. Es ging um das so ziemlich unzuverlässigste Kampfgift der Welt, das berüchtigte Nowitschok, und den größten Tollpatsch unter den Machthabern, Wladimir Putin. Seine Rolle als chronischer Versager könnte einer Comedy-Serie entnommen sein. Schon 2018 schafften es die Skripals in England nach Kontakt mit einem Stoff, der menschliches Leben gemäß werksseitiger Anpreisungen nach nur flüchtigem Kontakt binnen Sekunden beenden soll, von der kontaminierten Türklinke ihres Hauses bis zu einer weit entfernten Parkanlage.

  
23.09.2020 13:06:30 [Polit Platsch Quatsch]
Karl Marx' Rassismus: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan
Er selbst kann es nicht mehr, aber sicher wäre er der Erste, der seinen Kosenamen ablegen würde, wüsste, wie sehr das Vierbuchstabenwort "Mohr" heute unzählige Menschen auf ein nicht mehr hinzunehmende Art verletzt, zurücksetzt und beleidigt. Nachdem auch der Rat der Niedersorben und Wenden sich in Solidarität mit anderen marginalisierten Minderheiten dafür ausgesprochen hat, dass nicht nur Straßen und Einrichtungen wie Mohrenstraße und Mohren-Apotheke dringend umbenannt werden müssen, sondern auch menschliche Träger der menschenverachtenden Bezeichnung, ist mit Karl Marx einer der Vordenker des progressiven Linksseins ins Visier gerückt: Marx war von seiner Frau Jenny, gleich ihrem Mann eine Ikone der weltweiten Arbeiterbewegung, der Kosename "Mohr" verliehen worden.

23.09.2020 08:49:32 [Meine Meinung Meine Seite]
Das Recht der Stärke
Da gibt es in Brüssel den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), auch als „International Criminal court“ (ICC) bekannt und die juristische Grundlage dafür ist das „Römische Statut“. Es ist ein ständiges internationales Strafgericht, seit 2002 tätig und ist für 123 Staaten zuständig; seine Zuständigkeit umfasst Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Verbrechen der Aggression. Und; ganz wichtig: Dieses Gericht hat nichts mit der UNO zu tun. Und es kann eine Tat nur ahnden und verfolgen, wenn eine nationale Strafverfolgung nicht möglich oder staatlich nicht gewollt ist. Dieses Gericht kann auch nur gegen Personen und nicht gegen Staaten vorgehen und da auch nur unter bestimmten Voraussetzungen.

  
23.09.2020 06:25:03 [Alles Schall und Rauch]
Versammlungsfreiheitsgesetz ist genau das Gegenteil
Berlins Regierung will mit einem neuen "Versammlungsfreiheitsgesetz“ Demonstrationen, je nachdem gegen was oder für was sie demonstrieren, erlauben oder verbieten. Als Begründung wird gesagt, gewaltverherrlichende und rassistische Demonstrationen sollen leichter verboten werden können. Wie wenn es diese wirklich geben würde. Es handelt sich de facto um eine Sonderbestimmung die ganz klar gegen die Versammlungs- und Meinungsfreiheit verstösst. Es ist völlig rechtswidrig das Thema des Protest zu prüfen und wenn es den Machthabern nicht passt nicht zu erlauben. Es verletzt den Grundsatz, "vor dem Gesetz sind alle gleich".

  
23.09.2020 06:23:26 [Unbesorgt]
Ein Strohhalm ist kein Kindergeburtstag!
Woher haben Journalisten nur diese Obsession für Plastikmüll in Verbindung mit der Grillsaison? „Die nächste Grillsaison soll ohne Einwegplastik stattfinden“ titelt die FAZ und erinnert an das im nächste Jahr in Kraft tretende Verbot von Einweg-Plastik. „Ob Plastikgabeln für das Picknick oder Plastikstrohhalme für den Kindergeburtstag: Wegwerfprodukte wie diese sollen vom 3. Juli 2021 an nicht mehr verkauft werden dürfen.“ Ich weiß, an den Ufern von Main oder Isar mag das ein Problem sein, aber das liegt einerseits an den Menschen, die den Müll dort hinterlassen und andererseits an den großstädtischen Umständen.

  
22.09.2020 18:41:24 [Rationalgalerie]
Zur Söder-Corona-Infektions-Theorie
Masken unter freiem Himmel tragen! Was wie ein dummer Scherz klingt, wurde gerade von Markus Söder angekündigt. Recht hat er. Denn die Viren fliegen zur Zeit heftig durch die Luft. Und kaum kommt so ein Virus um die Ecke geflogen, ist der Patient schon fast tot. Aber Söder greift zu kurz. Was ist mit den Unterwasser-Viren? Wer je am Rand von Schwimmbädern gesessen hat, der hat sie schon gesehen: In großen, aggressiven Schwärmen schwimmen die Viren durch die Becken. Wer untertaucht, ist schon verloren. Für die öffentlichen Bäder muss es unbedingt eine Unterwasser-Masken-Pflicht geben!
 Gesundheit, Gesundheitswesen, Gesundheitspolitik, Ernährung, Medizin (3)
  
23.09.2020 09:14:31 [Preußische Allgemeine Zeitung]
Maskierte Wahrheit
Es fällt auf, dass die neuesten Horrormeldungen zur rasanten Zunahme positiv ausgefallener Corona-Tests ausgerechnet aus Ländern kommen, die einen harten Lockdown hinter sich haben. Länder, die zudem seit Monaten an der Maskenpflicht und allerhand anderen harten Restriktionen festhalten wie etwa Frankreich, Israel oder Spanien. Aus dem viel gescholtenen Schweden sind dagegen keine Meldungen einer „zweiten Welle" zu vernehmen. Dieser Befund stützt die Bedenken zahlreicher Experten, welche den Nutzen von Masken und restriktiven Abstandsregeln seit Monaten massiv in Zweifel ziehen.

  
23.09.2020 06:39:34 [Telepolis]
Sars-CoV-2: "sehr überraschende" Erkenntnisse
Das niederösterreichische Reichenau an der Rax ist ein Kurort mit gut 2.500 Einwohnern. Mit 70 Covid-19-Erkrankten und etwa 260 Quarantäneanordnungen war er - gemessen an dieser Einwohnerzahl - im Frühjahr einer der am schlimmsten von der Sars-CoV-2-Pandemie betroffenen Orte. Deshalb führte man hier im Sommer eine Sars-CoV-2-Antikörperstudie mit 1.824 Teilnehmern durch, deren Ergebnisse die niederösterreichische Landessanitätsdirektorin Irmgard Lechner gestern in St. Pölten vorstellte - und zwar an der freien Luft, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

  
23.09.2020 06:21:28 [Neues Deutschland]
Corona: Weniger Betten, mehr Vernetzung
Die Corona-Pandemie zeigte auch den Krankenhäusern hierzulande, wo ihre Defizite liegen. Das war jedenfalls der Ausgangspunkt der Diskussionen auf dem Krankenhausgipfel, der am Mittwoch in Berlin stattfand. Im Rückblick auf die letzten Monate zeigten sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, zunächst sehr einig. Vor allem im Vergleich mit anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Italien fielen lobende Worte über das deutsche Gesundheitssystem leicht.
 Feuilleton: Kultur, Geschichte, Literatur, TV, Fernsehen, Film, Musik, Games (8)
  
23.09.2020 13:04:38 [TAZ]
Schauspieler Michael Gwisdek ist tot: Einer, der auffällt
„Da drüben, wo jetzt der Parkplatz ist, das war mal ein Bolzplatz. Da hat die ganze Rasselbande immer nachmittags gekickt. Und ich war der Kleinste, ich musste immer ins Tor.“ Eine kleine Rolle, aber viel Wirkung. Und Peng, ein Filmpreis als bester männlicher Nebendarsteller. So waren schon mal Filmauftritte von Michael Gwisdek, etwa 2013 als betrunkener Bargast in dem vielgelobten Film „Oh Boy“ von Jan-Ole Gerster. Am Dienstag, 22. September, ist der Schauspieler und Regisseur nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren gestorben. Michael Gwisdek war ein Publikumsliebling. Mit „Familie Wöhler auf Mallorca“ war er etwa im Februar 2019 ein Quotensieger im Fernsehen.

  
23.09.2020 13:03:12 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
„Boris Godunow“ in Zürich: Ohne Sünde keine Macht
Glückliche Schweiz: Während deutsche Musiktheater Stücke mit kleiner Besetzung ins Repertoire nehmen oder Orchester- und Chorsätze kammermusikalisch ausdünnen, um Hygieneabstandsregeln einhalten zu können, startet das Opernhaus Zürich die Saison mit einer opulenten Produktion von Modest Mussorgskis „Boris Godunow“, und zwar in der erweiterten Fassung von 1872 mit dem in jüngster Zeit oft weggelassenen Polenakt, großem Chor und vollem Orchester. Nur dass diese nicht im Saal musizieren, sondern per Livestream aus der etwa einen Kilometer entfernten Probebühne erklingen, wo alle Abstände eingehalten werden können.

  
23.09.2020 13:01:28 [Kontext Wochenzeitung]
"Blackbird": Schöner sterben
Roger Michells "Blackbird" kommt am Donnerstag, 24. September in die deutschen Kinos. In Roger Michells starbesetztem Film "Blackbird" verbringt eine todkranke Frau ein letztes Wochenende mit ihrer Familie. Großes Drama? Zu den Charakteren! Äh. Zu was? Hier reichen ein oder zwei groß herausgestellte Eigenschaften, um Charaktere zu simulieren. Die ältere Tochter Jennifer (Winslet) ist eine frustrierte Streberin mit einem ihr ergebenen Mann (Rainn Wilson) und einem halbwüchsigen Sohn (Anson Boon), dessen großes Aufmucken darin besteht, vor versammelter Familie zu verkünden, er wolle – huch! – Schauspieler werden.

  
23.09.2020 09:08:33 [Zeit Online]
Nachruf Rossana Rossanda
Auf Konfrontationskurs mit den Genossinnen. Die italienische Autorin Rossana Rossanda nannte sich eine "Tochter des 20. Jahrhunderts". In praktisch jedem Dorf Italiens gibt es eine "Via XX settembre" zum Gedenken an das Ende des Kirchenstaats am 20. September 1870, das die Einheit Italiens vollendete, aber auch der weltlichen Macht des Papstes über das Leben der Menschen in Italien zumindest symbolisch ein Ende setzte. Ausgerechnet am Sonntag, dem 150. Jahrestag der Bresche der Porta Pia und der Erfüllung des Traums liberaler Italienerinnen und Italiener, ist Rossana Rossanda mit 96 Jahren gestorben, die sich zwar bis zum Schluss als Kommunistin definierte, die aber auch eine große Liberale im frühen Sinne des Wortes war.

  
23.09.2020 09:06:14 [Junge Welt]
Neue Musik: Freiheit will geübt sein
Das Tiroler Festival Klangspuren beeindruckt mit herausfordernden Etüden von Mathias Spahlinger. Nach der behördlich verordneten Zwangspause hat das österreichische Kulturleben im Spätsommer wieder Fahrt aufgenommen – eine Fahrt auf Sicht, denn auch im sich gerne als Kulturland vermarktenden Österreich müssen Veranstalter jederzeit damit rechnen, durch eilig über Nacht erlassene »Maßnahmen« wieder ausgebremst zu werden. Als »systemrelevant«, um eines der Unwörter des Coronajahres zu gebrauchen, werden sie anscheinend nicht betrachtet.

  
23.09.2020 09:03:59 [Radio FM4]
Malariabekämpfung als neokolonialistische Episode in der Doku „Das Fieber“
„Das Fieber“ ist ein wunderschöner Film über eine grauenhafte Krankheit und über die Fortsetzung einer ungeheuerlichen Kolonialgeschichte. Der Film ist zudem ein Krimi, der aufzeigt, wie Player wie die Weltgesundheitsorganisation, Pharmakonzerne und Stiftungen vom Leid der Menschen profitieren. „Malaria tötet alle sechzig Sekunden ein Kind in Subsahara-Afrika“, informiert das erste Insert in der Kino-Dokumentation. Und Katharina Weingartners Film beginnt mit einer Frau, die erzählt, dass ihr Bub heute achtzehn Jahre alt wäre. Als Kind ist er in drei Tagen gestorben. Was die Frau mitteilt, ist erschütternd.

  
23.09.2020 09:01:22 [Der Tagesspiegel]
Zum Tod von Dave Kusworth: Für immer Rock'n'Roll
Der Glamour von kleinen Clubs und Hinterzimmern: Der britische Rockmusiker und Jacobites-Mastermind Dave Kusworth ist gestorben. Ein Nachruf: Ob sich für ihn das Leben, jeder Tag auf Erden, auch wie ewige Sommerferien anfühlte, so wie es sein langjähriger Kompagnon Nikki Sudden einmal zugegeben hat? Den Eindruck konnte man bekommen bei Treffen mit dem britischen Rockmusiker Dave Kusworth, wenn er freudestrahlend und drogenbeseelt seine Interviewpartner innigst umarmte, ohne sie jemals vorher gesehen zu haben.

  
23.09.2020 08:58:49 [Süddeutsche Zeitung]
Nachruf auf Michael Lonsdale: Mann im Abseits
Er war der eigenbrötlerischste aller Bond-Schurken in "Moonraker". Und ein großer Einsamer des französischen Kinos, auch für François Truffaut und Jacques Rivette. Nun ist Michael Lonsdale gestorben. Er war der große einsame Mann des französischen Kinos. Ein Mann im Abseits, ein Eigenbrötler, manchmal melancholisch, oft miesepetrig. In François Truffauts "Geraubte Küsse" sucht Michael Lonsdale als Schuhladenbesitzer Tabard eine Detektei auf, man solle bitte rausfinden, warum seine Angestellten ihn nicht mögen. Eine Ahnung wieso kriegt man, wenn er plötzlich im Gespräch die Dinge zurechtrückt: Hitler war doch kein Anstreicher, sondern ein kleiner Landschaftsmaler... Leider wird der junge Jean-Pierre Léaud für den Fall abgestellt und verliebt sich prompt in Tabards Frau, Delphine Seyrig.
 Sport (7)
  
23.09.2020 12:57:13 [Blog der Republik]
Ohne Tönnies, bitte!
Was wollte der auf der Tribüne in München?! Auch wenn es dem Leser komisch vorkommt, ich bin zwar kein Mitglied von Schalke 04, aber immer noch ein Fan dieses merkwürdigen Vereins. Und natürlich habe ich das erste Spiel in München im Fernsehen gesehen, zusammen mit Freunden, die Mitleid mit mir hatten. Was im Grunde eine Art Höchststrafe ist. Das Spiel lassen wir mal beiseite, denn die Blauen spielten ja eigentlich gar nicht mit. Ich war froh, als es zu Ende war dieses Trainingsspiel der Bayern gegen eine Mannschaft, die nicht kämpfte, sich nicht wehrte, sich den Bayern nicht in den Weg stellte, die Schalker Spieler begleiteten die Spieler der Roten von der Säbenerstrasse.

  
23.09.2020 12:53:49 [Junge Welt]
Fußball: Heul doch, Arminia-Haterin!
Die Zeit der Bielefeld-Beschimpfungen ist vorbei: Eine Anmerkung zum Bundesligaauftakt. »Was hat Arminia Bielefeld schon an Erfolgen vorzuweisen?« fragte zum Saison­ende 2007 eine Kollegin auf "Zeit Online"; das war natürlich rhetorisch gemeint. »Keinen«, schob sie denn auch gleich nach. »Die beste Bundesligaplazierung ist 23 Jahre her und war ein lächerlicher 8. Platz. Den einzigen Titel, den sie halten können, ist der des Rekordaufsteigers. Siebenmal bereits stieg die sogenannte Fahrstuhlmannschaft wieder auf, aber: »Noch nie im Kampf um einen UEFA-Platz dabei, noch nie die Meisterschale ansatzweise in den Händen gehalten«, so bilanzierte sie, immerhin ansatzweise vollständig, die einzigartige Erfolgsbilanz des Erstligisten DSC Arminia Bielefeld.

  
23.09.2020 12:50:25 [Jungle World]
Niederschläge pflastern ihren Weg
Viele Boxprofis versuchen sich nach dem Karriereende an einem Comeback. Wenn Profiboxer ihr Karriereende verkünden, ist das nur selten endgültig. Am 28. November will Mike Tyson, der 1986 zum bis heute jüngsten Schwergewichtsweltmeister wurde und 2005 erklärte, seine Profikarriere zu beenden, in Los Angeles gegen Roy Jones Jr. antreten. Beide Faustkämpfer sind über 50 Jahre alt. »Iron Mike« hat zumindest in einigen jüngst veröffentlichten Trainingsvideos bewiesen, dass sein linker Aufwärtshaken immer noch Weltklasse ist.

  
23.09.2020 08:56:27 [Süddeutsche Zeitung]
Tour de France: Ende der unbefleckten Zeit
Erstmals seit 2012 gab es bei der Rundfahrt eine Razzia wegen des Verdachts auf Doping. Im Visier: das Arkea-Samsic-Team um Nairo Quintana. Dem Radsport droht ein neuer Skandal. Rund um die Tour de France konnten die Verantwortlichen der Rad-Szene in den vergangenen Jahren eine interessante Geschichte erzählen. Während es im Saisonverlauf im Peloton stets reichlich Dopingfälle gab, geschah bei der Frankreich-Rundfahrt selbst: nichts mehr. 2012 war das letzte Mal gewesen, dass die Polizei zu einer ihrer vorher so häufigen Razzien vorbeikam - der Franzose Rémy de Grégorio war das Ziel. Der letzte Positivbefund während der Tour datiert aus dem Jahr 2015, als sich im Blut des Italieners Luca Paolini Kokain-Spuren fanden.

  
23.09.2020 08:54:52 [Neues Deutschland]
Supercup: Mächtige Allianzen
Aleksander Ceferin mag sein Versprechen nicht brechen. Der Supercup am Donnerstagabend zwischen Bayern München und dem FC Sevilla, so die Verlautbarung des Präsidenten der Europäischen Fußball-Union (Uefa), werde »so sicher sein wie kein Spiel zuvor«. Das ist eine recht kühne Aussage für einen Testballon, um angeblich über die Teilzulassung von Zuschauern besser urteilen zu können. Als die Uefa diesen Entschluss am 25. August mit Zustimmung seiner 55 Mitgliedsverbände fällte, konnte niemand die Entwicklung in der Pandemie voraussagen: Am Austragungsort Budapest stecken sich derzeit gerechnet auf sieben Tage mehr als 100 Menschen pro 100 000 Einwohner mit dem Coronavirus an.

  
23.09.2020 08:53:28 [Zeit Online]
Walter Eschweiler: Die Rolle seines Lebens
Walter Eschweiler war der erste Schiedsrichterstar Deutschlands. Ein kurioser Zusammenstoß und sein Job als Diplomat machten den nun 85-Jährigen berühmt. Die Legende geht so: Mit 14 wollte Walter Eschweiler, ein Jüngling aus Bonn, einem prestigeträchtigen Match zweier Straßenmannschaften beiwohnen. Der Krieg war seit fünf Jahren beendet, die Freizeitmöglichkeiten waren begrenzt – auch für die Vollwaise Eschweiler, der als Findelkind erst im Kinderheim und später bei Pflegeeltern aufwuchs. Kurz vor dem Anstoß brach sich der junge Walter den rechten Fuß. Kurzerhand wurde er zum Schiedsrichter der Begegnung bestimmt und erledigte die Aufgabe so gewissenhaft, dass er nach dem Schlusspfiff von einem fremden Mann angesprochen wurde.

  
23.09.2020 08:51:16 [Jungle World]
Taktik als Ordnung im Chaos
Mit »Der Schlüssel zum Spiel« hat Tobias Escher ein Standardwerk über die moderne Fußballkunst geschrieben. Fußball ist ein schönes Spiel. Heutzutage kaum vorstellbar, aber es gab Zeiten, damals, als Alfredo Di Stéfano und Ferenc Puskás kickten, da unterließen die Stürmer das Feiern ­eines Elfmetertors, weil es sich nicht um einen schön herausgespielten Treffer handelte. Aus, vorbei. Die Verwertungslogik hat den Fußball so sehr in eine Ware verwandelt, dass selbst die langweiligsten Siege zum Medienereignis hochgeschraubt werden, um sie als teures Produkt zu verkaufen. Aber weil der Fußball – wie das Theater und der Film – ein Spiel ist, hat er trotz ­allem seinen künstlerischen Wert behalten.
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