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 Aktuell: letzte 10 Meldungen
  
06.04.2020 19:58:04 [NachDenkSeiten]
Das Virus wirft Schlaglichter auf Amerikas größte Verrücktheiten
Was passiert, wenn ein neues Virus auf ein zwar irre teures, aber nur für wenige wohlhabende Menschen taugliches Gesundheitssystem trifft, zeigt sich derzeit in New York, vor allem in New York City. Tausende Tote und überfüllte Leichenhallen binnen weniger Tage bei weiter steigender Anzahl schwerer Verläufe von Covid-19. Inzwischen hat das Weiße Haus zwar angekündigt, man suche nach Wegen, wie der Staat für alle Covid-19-Behandlungen der rund 30 Millionen Nichtversicherten aufkommen könne. Dieses Versprechen kommt freilich für viele zu spät. Das Virus hat den Staat längst fest im Griff. In der jetzigen Krise offenbart sich in aller Schärfe, wie unfähig ein allein auf Profitmaximierung und Konkurrenz ausgerichtetes System ist, auch nur die Grundbedürfnisse der Menschen und der Gesellschaft zu befriedigen.

  
06.04.2020 19:55:14 [Telepolis]
Corona und individuelle Mobilität
Wer derzeit auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen ist, sieht sich inzwischen mit reduzierten Fahrplänen und reduziertem Service konfrontiert. Konnte man früher Fahrscheine beim Fahrer lösen, so ist die heute nicht mehr möglich und vielfach kann man die Fahrscheine mangels Automaten in der Fläche nur als Monatskarte oder per App kurz vor dem Einsteigen lösen. Ein Nachteil der Umstellung auf Ferien- oder Sonntagsfahrpläne besteht in der in der Tatsache, dass die Fahrzeuge dann wieder mehr Fahrgäste befördern und es schwierig werden kann, den vorgeschriebenen Abstand zwischen den Fahrgästen einzuhalten.

  
06.04.2020 19:52:31 [SoZ - Sozialistische Zeitung]
Corona Prime bei Amazon
Damit das Geschäft läuft. Bei Amazon arbeiten trotz Coronavirus weiter Tausende Beschäftigte an den verschiedenen Standorten. Violetta Bock sprach mit Andreas Gangl, Amazonbeschäftigter in Bad Hersfeld und Gewerkschaftsaktivist der ersten Stunde, über das selbstorganisierte internationale Treffen von AmazonkollegInnen, das Mitte März in Spanien stattfand, und die aktuelle Situation mit Corona. Was habt ihr in Spanien gemacht? Wir waren fünf KollegInnen aus Polen, sechs aus Deutschland, drei aus Spanien, zwei aus Frankreich, vier aus den USA. Normalerweise wären wir mehr gewesen, aber Corona hat die Teilnehmerzahlen arg reduziert.

  
06.04.2020 19:50:06 [Neues Deutschland]
Ausgesetzt und verschoben
Wo der Streik als Druckmittel fehlt - Machtressourcen von Gewerkschaften in Zeiten von Corona. Es lief so gut: Zum ersten Mal seit der Wende traten Beschäftigte in der sächsischen Ernährungsindustrie in den Warnstreik. Bei Frosta, Bautzner Senf oder Cargill haben sie sich organisiert. Es geht um die Angleichung der Löhne auf Westniveau, konkret um bis zu 700 Euro mehr im Monat und die Aussicht auf eine Rente oberhalb der Grundsicherung. Die Gewerkschaft NGG hoffte, mit dieser Tarifrunde »Geschichte zu schreiben« im gewerkschaftsskeptischen Osten. In diesen Tagen sollte der Tarifkonflikt, der seit Dezember läuft, noch einmal hochgefahren werden.

  
06.04.2020 19:44:33 [Seniorenaufstand]
Die Rentenkommission empfiehlt: Weiter so! – nur unauffälliger…
Der Abschlussbericht vermittelt, es ist alles in Ordnung. Die bisherige Rentenpolitik ist nicht zu beanstanden. Altersarmut? Gesunkenes Rentenniveau? Kommt im Bericht nicht vor. Privatvorsorge? Hat sich positiv verbreitet. Die zentrale Fragestellung der Kommission war: wie können die Kosten des Babyboomer-Bergs ab 2025 begrenzt werden? Ihre Antwort auf einen Nenner gebracht lautet: Die Rentner werden mehr, deshalb müssen die Renten sinken. Dazu ist der ab 2001 eingeschlagene Kurs konsequent fortzusetzen, mit drei zentralen Elementen.

  
06.04.2020 19:42:59 [Makroskop]
Die Europäische Zentralbank als Schutzwall?
Staatliche Hilfsprogramme werden weltweit beschlossen und in seltener Einigkeit als richtig und wichtig gefeiert. Mit einem 750-Milliarden-Programm leistet nun auch die EZB einen wichtigen Beitrag. Trotzdem – eine Hilfe mit sehr vielen Lücken und Tücken. Es gibt nicht wenige, wie etwa Robin Alexander von der Welt, die die von vielen Regierungen überall auf der Welt beschlossenen staatlichen finanziellen Maßnahmen zur Stützung ihrer Volkswirtschaften äußerst skeptisch betrachten. In jedem Fall sei die „Schwarze Null im Eimer“ und wenn darüber die politisch Linke „ein Triumphgeheul“ anstimme, belege das nur ihre fiskalpolitische Inkompetenz

  
06.04.2020 19:40:45 [Neuland Rebellen]
Die Toten und die Lebenden danach
Von unseren Pflegehelden liest man jetzt häufig. Bürger und Politiker danken ihnen für ihren Einsatz. Auch Corona wird mal vorbei sein – was bleibt dann vom Dank? Ein noch rigiderer Sparzwang! Eine Milliarde mehr, so sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier vor zwei Wochen bei Plasberg, spiele jetzt auch keine Rolle mehr. Richtig gehört: Auf die komme es gar nicht mehr an. Das ist eine schöne Großzügigkeit, die sich der Mann leistete. Sonst kannte man ihn da verhaltener. Es ging ihm in jener Talkshow um Finanzspritzen für kleine und mittlere Selbstständige. Seither rollt der Rubel, jeden Tag werden neue Milliardenpakete verabschiedet. Wenn auch sicher nicht ausreichend, um wirklich jeden zu retten.

  
06.04.2020 19:36:13 [Süddeutsche Zeitung]
Mörder des Journalisten Kuciak muss 23 Jahre in Haft
Der Mörder des slowakischen Journalisten Ján Kuciak muss für 23 Jahre ins Gefängnis. Zu diesem Urteil kam am Montag der Spezialstrafgerichtshof Pezinok nahe der Hauptstadt Bratislava. "Kaltblütigkeit und Heimtücke", hätten das Handeln des 37 Jahre alten Täters bestimmt, begründete Richterin Ružena Sábová den Spruch des Gerichts. "Die Opfer hatten keine Chance, sich zu wehren." Im Februar 2018 waren der 27-jährige Investigativjournalist Ján Kuciak und seine gleichaltrige Verlobte in ihrem Haus erschossen worden. Kuciak hatte über illegale Geschäfte des Unternehmers Marian Kočner geschrieben, sowie über dessen Verbindungen zur damaligen Regierungspartei Smer SD.

  
06.04.2020 19:34:32 [Die Welt]
Höcke gründet Neue Super-Deutsche Alternative Partei
(Satire): Die innerparteilichen Debatten über den Umgang mit der vom Bundesverfassungsschutz beobachteten AfD-Teilorganisation Der Flügel haben ein Ende! Nachdem der Vorsitzende Jörg Meuthen eine Aufspaltung der AfD als „Denkansatz“ ins Spiel gebracht hatte, zeigt sich Thüringens Landeschef Björn Höcke nun überraschend kompromissbereit. Höcke, der Meuthens Vorstoß zunächst „töricht und verantwortungslos“ genannt hatte, will als Zeichen des Friedens „den rechten Arm ausstrecken“, um die Partei in diesen schweren Zeiten nicht mit unnötigen Diskussionen zu belasten.

  
06.04.2020 19:31:07 [Antifa-Infoblatt]
Die Verbindungen der Milizen von Rio de Janeiro mit der Familie Bolsonaro
Im Rahmen der Operation „Die Unberührbaren“ ("Os Intocáveis") nahm die brasilianische Staatsanwaltschaft zusammen mit der Zivilpolizei zwölf führende Mitglieder der Miliz aus Rio das Pedras, einer der am stärksten von Milizen kontrollierten Region Rio de Janeiros fest. Der ehemalige Hauptmann der Militärpolizei Adriano Magalhães da Nóbrega bleibt damit als einziger der dreizehn Angeklagten der Operation weiterhin untergetaucht. Nóbrega ist außerdem angeklagt, Anführer des Exekutionskommandos „Büro des Verbrechens“ ("Escritório do Crime") zu sein, das den Mord an der linken Stadträtin und Menschenrechtsaktivistin Marielle Franco und ihrem Fahrer Anderson Gomes im März 2018 ausgeführt haben soll.

Nachrichten der letzten 24 Stunden
 Topthemen (7)
  
06.04.2020 19:44:33 [Seniorenaufstand]
Die Rentenkommission empfiehlt: Weiter so! – nur unauffälliger…
Der Abschlussbericht vermittelt, es ist alles in Ordnung. Die bisherige Rentenpolitik ist nicht zu beanstanden. Altersarmut? Gesunkenes Rentenniveau? Kommt im Bericht nicht vor. Privatvorsorge? Hat sich positiv verbreitet. Die zentrale Fragestellung der Kommission war: wie können die Kosten des Babyboomer-Bergs ab 2025 begrenzt werden? Ihre Antwort auf einen Nenner gebracht lautet: Die Rentner werden mehr, deshalb müssen die Renten sinken. Dazu ist der ab 2001 eingeschlagene Kurs konsequent fortzusetzen, mit drei zentralen Elementen.

  
06.04.2020 18:10:29 [WOZ - Die Wochenzeitung]
«Das Erbe des Kalten Krieges holt uns immer wieder ein»
Die Historikerinnen Monika Dommann und Sibylle Marti haben ein Buch zur Schweizer Rüstungsproduktion im Kalten Krieg veröffentlicht. Ein Gespräch über das Geklüngel zwischen Militär und Industrie, den Mythos Neutralität und die Machenschaften der Crypto AG. WOZ: Monika Dommann, Sibylle Marti, im Februar wurden die Cryptoleaks öffentlich. Die Geheimdienste CIA und BND haben die Zuger Firma Crypto betrieben, um manipulierte Chiffriergeräte zu vertreiben. Hat Sie die Enthüllung überrascht? Sibylle Marti: Die Einflussnahme der CIA und des BND hat mich nicht überrascht, wohl aber ihr Ausmass. Dass die Schweiz das globale Zentrum der Spionagetätigkeit im Kalten Krieg war, hätte ich nicht erwartet. Wie wir in unserem Buch zeigen, war beim Rüstungsgüterhandel immer ein politischer und wirtschaftlicher Druck aus den USA zu spüren.

  
06.04.2020 15:26:38 [SoZ - Sozialistische Zeitung]
Drogenhandel – schon immer ein globales Geschäft
Risiken und Nebenwirkungen heutiger Medikamentenproduktion. Die rasend schnelle Verbreitung von Infektionskrankheiten rund um den Globus gehört zu den negativen Folgen der kapitalistischen Globalisierung. Multiresistente Erreger, die zuhauf z.B. in Indien produziert werden, begleiten die globalen Handelsreisenden in den Rest der Welt. Die internationale Vermarktung von Medikamenten einschließlich der Werbung bei gleichzeitig zentralisierter Produktion ist kein neues Phänomen. Eine der ersten weltweiten Werbekampganen in den frühen Jahren des letzten Jahrhunderts stammt von der deutschen Firma Bayer, kurz nachdem sie von einer Farbenfabrik zum Pharmaproduzenten erweitert worden war.

  
06.04.2020 13:39:42 [Telepolis]
Ein Virus für die Nato
Die transatlantische Freundschaft ist in Zeiten von Corona nicht mehr viel wert. Wird sie dauerhaft leiden? Die globale Corona-Krise treibt zunehmend einen Keil in die transatlantische Allianz. Sichtbar wird das vor allem im Verhältnis zwischen Deutschland und den USA. Während führende Vertreter des Berliner Senats der US-Regierung Ende der Woche vorwarfen, sich eine dringend benötigte Lieferung von Schutzmaterialien für Polizei und Gesundheitseinrichtungen in der Bundeshauptstadt unter den Nagel gerissen zu haben, ging US-Präsident Donald Trump mit einem historisch bemerkenswerten Vergleich auf Distanz zur Bundesregierung.

  
06.04.2020 13:35:57 [Übermedien]
Veröffentlicht die Dokumente!
Das Bundesinnenministerium hat vorige Woche ein vertrauliches Strategiepapier zum Umgang mit der Corona-Pandemie herausgegeben. Na gut, offiziell herausgegeben hat es das Papier nicht, offiziell ist es ja vertraulich. Trotzdem lag es dem „Spiegel“ vor. Und dem Recherchenetzwerk von „Süddeutscher Zeitung“ (SZ), NDR und WDR. Und der „taz“. Und womöglich noch anderen. Alle Medien zitieren aus dem 17-seitigen Papier und beleuchten unterschiedliche Aspekte daraus. Während die „Tagesschau“ Handlungsanweisungen zum vermehrten Testen in den Mittelpunkt rückt, beschreibt der „Spiegel“ zunächst das Worst-Case-Szenario aus dem Papier, nach dem es zu vielen Todesfällen kommen könnte.

  
06.04.2020 11:39:10 [Egon W. Kreutzer]
Demokratie im Endstadium
Wenn das Denken in einer problematischen Situation blockiert ist und die Übermacht besorgniserregender Ereignisse dazu verlockt, entweder den Kopf in den Sand zu stecken, oder in wilden Aktionismus zu verfallen – manche schaffen derzeit beides gleichzeitig – ist es hilfreich, das sagen Psychologen, Yogalehrer und Hebammen, sich ganz bewusst auf etwas ganz anderes zu konzentrieren. Die Demokratie, als das Prinzip des Vorrangs der Quantität vor der Qualität, zielt nicht auf das bestmögliche Ergebnis ab, sondern auf die „augenblickliche“ Zufriedenstellung einer Mehrheit, und sei diese noch so klein.

  
06.04.2020 09:09:45 [Neues Deutschland]
Die WHO und das Geld
Wachsender Einfluss von privaten Stiftungen. Die 1948 gegründete Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Hauptsitz in Genf ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Ihr gehören 194 Mitgliedsstaaten an. Für die WHO arbeiten 8000 Angestellte auf allen Kontinenten. Erklärtes Ziel der Organisation ist es, allen Menschen das bestmögliche Gesundheitsniveau zu ermöglichen. Dazu gehören der Aufbau funktionierender Gesundheitssysteme, Impfkampagnen, globale Behandlungsrichtlinien, die Ausrufung eines globalen Gesundheitsnotstandes wie jetzt beim Coronavirus und die Koordination von Maßnahmen.
 Aktuelle Themen (6)
  
06.04.2020 19:36:13 [Süddeutsche Zeitung]
Mörder des Journalisten Kuciak muss 23 Jahre in Haft
Der Mörder des slowakischen Journalisten Ján Kuciak muss für 23 Jahre ins Gefängnis. Zu diesem Urteil kam am Montag der Spezialstrafgerichtshof Pezinok nahe der Hauptstadt Bratislava. "Kaltblütigkeit und Heimtücke", hätten das Handeln des 37 Jahre alten Täters bestimmt, begründete Richterin Ružena Sábová den Spruch des Gerichts. "Die Opfer hatten keine Chance, sich zu wehren." Im Februar 2018 waren der 27-jährige Investigativjournalist Ján Kuciak und seine gleichaltrige Verlobte in ihrem Haus erschossen worden. Kuciak hatte über illegale Geschäfte des Unternehmers Marian Kočner geschrieben, sowie über dessen Verbindungen zur damaligen Regierungspartei Smer SD.

  
06.04.2020 15:12:37 [Rubikon]
Psychologische Kriegsführung
Mit massiver Angstmache durch Schock und Furcht soll die Bevölkerung in der Bundesrepublik auf den Regierungskurs in der Corona-Krise eingeschworen werden. Die Vorgehensweise, durch Angst die Menschen ruhig zu halten, beschreibt ein Arbeits- und Diskussionspapier aus dem Bundesinnenministerium (BMI) unter Horst Seehofer (CSU), das nun vom Online-Magazin „Frag den Staat“ öffentlich gemacht wurde. Das beginnt bei dem Ausgangspunkt, einem „Worst-Case-Szenario von über einer Million Toten im Jahre 2020 — für Deutschland allein“. Davon würden die meisten Experten ausgehen, heißt es, was so nicht stimmt.

  
06.04.2020 13:42:21 [RT Deutsch]
Trotz Corona: Bundesregierung spricht sich gegen Aufhebung der Syrien-Sanktionen aus
Kriege und Sanktionen haben viele Länder im Mittleren Osten geschwächt, namentlich Syrien. Nun drohen mit dem Corona-Virus neue Gefahren für Land und Bevölkerung. Die UN ruft zur Aufhebung der Sanktionen auf. Doch die westlichen Staaten, insbesondere Deutschland, lehnen dies ab. Besonders betroffen ist Syrien, das nach neun Jahren Krieg schwere Verluste zu beklagen hat. Rund 70.000 gut ausgebildete Mediziner und medizinische Fachkräfte haben das Land verlassen. Die einseitigen wirtschaftlichen Strafmaßnahmen der Europäischen Union und der USA verhindern den Wiederaufbau und die Einfuhr dringend benötigter Ersatzteile und Maschinen.

  
06.04.2020 13:24:38 [Lost in EUrope]
Alles für Deutschland, Almosen für Italien
Zur Bekämpfung der Coronakrise stellt der deutsche Staat mehr als 1000 Milliarden Euro zur Verfügung. Demgegenüber soll Italien mit 39 Mrd. aus ESM-Mitteln abgespeist werden. Geht’s noch? Auf dem Papier geben sich die Genossen Scholz und Maas super solidarisch. In einem Gastbeitrag für südeuropäische Zeitungen versprechen sie “A response to the corona crisis in Europe based on solidarity”. Finanzminister Scholz nennt darin auch Zahlen. Nach seinem Vorschlag, über den die Eurogruppe am Dienstag berät, soll der Euro-Rettungsfonds ESM schnell Hilfskredite zu günstigen Konditionen bereitstellen.

  
06.04.2020 09:21:41 [German Foreign Policy]
Stimmen in Berlin warnen vor Zerfall der EU
Stimmen im Berliner Establishment warnen vor einem Zerfall der EU in der Coronakrise und raten zu ökonomischen Zugeständnissen an Italien und Spanien. Die beiden Länder würden es "Europa und vor allem uns Deutschen 100 Jahre lang nicht vergessen, wenn wir sie ... jetzt im Stich lassen", heißt es in einem Appell, den die ehemaligen Außenminister Joseph Fischer und Sigmar Gabriel gestern veröffentlicht haben. Das dürfe nicht geschehen - denn dann gerate die EU in Gefahr. "Unser Land" aber sei "der größte wirtschaftliche und finanzielle Gewinner" der Union. In der Tat zeigen Studien, dass der EU-Binnenmarkt der Bundesrepublik jährlich 86 Milliarden Euro einbringt - mehr als jedem anderen EU-Mitglied.

  
06.04.2020 06:50:45 [Junge Welt]
Hilfe statt Sanktionen
Immer mehr Staaten weltweit fordern im Kampf gegen die ­Covid-19-Pandemie die sofortige Einstellung der westlichen Wirtschaftssanktionen. Am Freitag verabschiedeten die »Gruppe der 77« und China eine Erklärung, in der sie »schnelle und wirksame Maßnahmen« verlangen, »um den Einsatz einseitiger ökonomischer Zwangsmaßnahmen gegen Entwicklungsländer zu unterbinden«. Dem Zusammenschluss, der bei seiner Gründung im Jahr 1964 exakt 77 Mitglieder hatte, gehören inzwischen 134 sogenannte Schwellen- und Entwicklungsländer, in denen rund 80 Prozent der Weltbevölkerung leben.
 Wirtschaft, Ökonomie, Finanzen, Finanz- und Wirtschaftskrise, Geldsystem, Währung, Banken (11)
  
06.04.2020 19:42:59 [Makroskop]
Die Europäische Zentralbank als Schutzwall?
Staatliche Hilfsprogramme werden weltweit beschlossen und in seltener Einigkeit als richtig und wichtig gefeiert. Mit einem 750-Milliarden-Programm leistet nun auch die EZB einen wichtigen Beitrag. Trotzdem – eine Hilfe mit sehr vielen Lücken und Tücken. Es gibt nicht wenige, wie etwa Robin Alexander von der Welt, die die von vielen Regierungen überall auf der Welt beschlossenen staatlichen finanziellen Maßnahmen zur Stützung ihrer Volkswirtschaften äußerst skeptisch betrachten. In jedem Fall sei die „Schwarze Null im Eimer“ und wenn darüber die politisch Linke „ein Triumphgeheul“ anstimme, belege das nur ihre fiskalpolitische Inkompetenz

  
06.04.2020 18:00:29 [Start-Trading]
Goldpreis: Kein Toilettenpapier und kein Gold
In den Supermärkten stehen die Kunden vor leeren Regalen, in denen Toilettenpapier fehlt. Und entgegen den Beteuerungen der Politik füllen sich die Paletten nicht. Eine ähnliche Situation findet sich auch bei Gold. Händler haben seit Wochen keine Barren und Münzen mehr. Der Markt ist leer gefegt. Diese Situation hat ihren Grund und wird sich kurzfristig auch nicht ändern. Geld zu drucken, so wie die Politik agiert, ist nämlich keine Lösung. Schon vor der Coronakrise stieg der Preis für eine Unze Gold. Die wirtschaftlichen Aussichten waren schlecht. Mit dem Ausbruch der Krise kommt eine Beschleunigung hinzu, die für einige Marktteilnehmer unerwartet kommt.

  
06.04.2020 16:51:58 [Brave New Europe]
Gig Economy Couriers: Operating Precariously
Until the lockdown shut most of us behind our four walls, a new distinct feature of the European urban environment had become apparent to all. The gig economy couriers. Riders buzzing round street corners with Deliveroo back-packs on and Uber bumper stickers on cars, they have become an emblem of an age of precarious, app-driven work. Those couriers are still out there in now eerily empty boulevards and plazas, operating as the tissue connecting together the bare-bones Covid-19 economy. Indeed, their role is crucial in transporting goods, equipment and people, so much so that many have been officially granted “key worker” status by governments for the duration of the crisis.

06.04.2020 16:28:42 [Lars Schall]
Ein Schwarzgeldfonds, verpackt als Nothilfe
Unter dem Deckmantel eines öffentlichen Gesundheitsnotstands schafft der US-Kongress einen Schwarzgeldfonds, der sich als Gesetz zur Wirtschaftserholung tarnt. Er trägt nicht dazu bei, dass die USA eine Wirtschaft erhalten, die für alle funktioniert, sondern stellt “business as usual“ dar. Wenn Historiker einst auf die Reaktion unserer gegenwärtigen Regierung auf einen Notstand im Bereich der öffentlichen Gesundheit und die daraus resultierende wirtschaftliche Depression zurückblicken werden, wird es wenig Lobgesänge geben. Es mag beeindruckend erscheinen, dass der Kongress ein Gesetz im Wert von 2 Billionen US-Dollar verabschiedet hat, um die amerikanische Wirtschaft zu unterstützen, aber es ist kein New Deal.

  
06.04.2020 14:59:45 [Aufruhrgebiet]
Vor der Krise
Inzwischen sind sich die Experten fast alle einig: uns steht eine Wirtschaftskrise bevor, die womöglich dramatischer ausfallen wird als die Finanzkrise 2008. Nur die Bundesregierung macht noch verhalten auf Optimismus und verweist auf die Milliarden schweren Rettungspakete. Natürlich ist der Ausbruch der Corona-Epidemie nicht dem Kapitalismus geschuldet. Epidemien gab es schon immer. Allerdings zeigt die aktuelle Pandemie, dass die Regierungen, die Politik und die Staatsapparate eine Rolle große dabei spielen, wie sich die Corona-Viren verbreiten können und wie dem Problem begegnet wird.

  
06.04.2020 11:35:09 [Brave New Europe]
Let’s Get the Reasons for Taxing Wealth Right
In an article on Brave New Europe this morning Camille Landais, Emmanuel Saez and Gabriel Zucman argue that there needs to be a European wide wealth tax to fund repayment of the government debt that will be incurred to address the coronavirus crisis. Their argument is that if this crisis will create a debt of 10% of GDP in a single period then a tax raising 1% of GDP could clear this debt in ten years. I admit I am not taken by this very obviously simplistic idea. Please don’t get me wrong: I have no problem with taxing wealth. I intend to start a whole series on taxing wealth on this blog in fact, very soon precisely because I am all in favour of taxing wealth.

06.04.2020 09:02:24 [Mosaik]
Der Kampf um die Welt nach Corona hat schon begonnen
Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung legen weite Bereiche der Wirtschaft still. Das ist erst einmal gut so. Schließlich bedeutet das: In unserer Gesellschaft sind Menschenleben immer noch mehr wert als die Profite Weniger und die Aufrechterhaltung des Status Quo. Es bedeutet aber auch, dass wir es mit einer neuen Form der Wirtschaftskrise zu tun haben. Aber von vorne, was geschieht gerade? Fabriken stehen still, globale Lieferketten sind unterbrochen, Geschäfte und Restaurants sind zu. Es wird weniger Lohnarbeit erbracht, Umsätze und Profite brechen ein und in Folge auch das Bruttoinlandsprodukt. Viele Menschen verlieren ihr Einkommen, können weniger Geld ausgeben, erleben Armut und Not.

  
06.04.2020 08:59:40 [Der Freitag]
Die Krise, die die Welt verändert?
Die Finanzkrise von 2008 hat die Welt nicht verändert, sie löste keinen fundamentalen Wandel des Kapitalismus aus. Das könnte diesmal anders sein. Der Begriff „Krise“ stammt vom griechischen Wort „krisis“ ab und bedeutet so viel wie Entscheidung oder Urteil. Auch andere Worte lassen sich davon ableiten: „Kritiker“ (jemand, der urteilt) zum Beispiel, oder „kritischer Zustand“ (wenn sich der Gesundheitszustand in die eine oder andere Richtung entwickeln kann). Eine Krise kann gut oder schlecht ausgehen, doch der Punkt ist: der Ausgang ist fundamental unsicher. Das Erleben einer Krise heißt daher, in einer Welt zu leben, in der vorübergehend offen ist, wie es weitergeht.

  
06.04.2020 06:55:36 [Brave New Europe]
Airbnb has been Rocked by COVID-19
It’s time to consider alternatives to the profit-driven models of platform capitalists. So far 2020 has not been a good year for Airbnb. The company has missed its chance for an initial public offering (IPO) and racked up millions in losses – including a $250m payout to landlords for reservations cancelled due to the coronavirus pandemic. In a bid to save $800m, the company has suspended all its marketing activity for 2020 and given executives a 50% pay cut. After a spectacular rise, things now look uncertain for Airbnb and its global dominance over short-term rentals.

  
06.04.2020 06:48:55 [Makronom]
ESM oder Corona-Bonds?
An diesem Dienstag werden die Euro-Finanzminister womöglich erste Entscheidungen fällen, mit welchen Instrumenten die Mitgliedsstaaten zusätzliche fiskalische Spielräume erhalten können. Dabei muss allen Beteiligten klar sein, dass weder Euro-Bonds noch ESM-Kredite eine umfassende – und ausreichende – wirtschaftspolitische Antwort auf die Corona-Krise sind. Beginnen wir mit dem vielleicht wirkmächtigsten Instrument der Krisenbekämpfung, über das die Finanzminister jedoch am Dienstag nicht reden werden: die Geldpolitik der EZB.

  
06.04.2020 06:42:17 [Wirtschaftswunder]
Coronakrise – Geld oder Leben? Geld fürs Leben!
Sollten die Robusten wieder arbeiten, damit die Wirtschaftskrise nicht so schlimm wird? Auch wenn sich so wieder mehr Leute infizieren? Eine irre Frage. Es gibt bessere Lösungen. Etwas mehr als drei Wochen ist es her, dass bei uns darüber sehr ernsthaft diskutiert wurde, ob Herr Hopp beleidigt werden darf oder nicht. Jetzt stecken wir in einer Pandemie. Und es geht im Land plötzlich darum, ob es gut ist, den Tod von Menschen in Kauf zu nehmen, damit die Wirtschaft wieder läuft. Nicht irgendwo in Afrika. Sondern bei uns. In Heinsberg. Bergamo. Berlin. Madrid. Straßburg. München.
 Medien, Journalismus, Propaganda, Zensur, Netzpolitik, Internet, Computer, IT, Digitales (2)
  
06.04.2020 15:28:57 [RT Deutsch]
"RT Deutsch ist Teil des russischen Informationskrieges"
Das Feindbild "RT" ist wieder da. Die Corona-Krise liefert einen willkommenen Anlass, die alten Vorwürfe gegen RT Deutsch neu zu beleben. Eine Medienwissenschaftlerin sticht dabei besonders hervor. Niemand hinterfragt ihre Aussagen – bis jetzt. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Selbsteinschätzung kein objektives Kriterium ist. Deshalb können zahlreiche Klarstellungen, die "RT Deutsch" in all den Jahren zu aus unserer Sicht erfundenen Vorwürfen veröffentlicht hat, natürlich in Zweifel gezogen werden. Dasselbe gilt allerdings für die Vorwürfe selbst.

  
06.04.2020 11:12:15 [Tichys Einblick]
Hofberichterstattung trifft Service-Journalismus
Die Corona-Krise zeigt es erneut mit hinreichender Deutlichkeit: Die Themen und Meinungen der Mainstream-Medien kreisen eng um die Politik. Als Spitzenreiter dabei zeigen sich wieder einmal die Öffentlich Rechtlichen. Doch Kritik an der Kritiklosigkeit kommt auf. Kürzlich ist es wieder passiert. Bei Markus Lanz saß neben anderen der Virologe Alexander Kekulé und gab fachkundig Auskunft, was man tun kann und was nicht: so kann und sollte man Risikogruppen schützen, Testkapazitäten ausschöpfen und erhöhen, im engen Kontakt Schutzmasken tragen, die es aber derzeit kaum zu kaufen gibt.
 Überwachung, Daten, Datenschutz, Geheimdienste, Spionage, Sicherheitspolitik, Bevölkerungskontrolle (1)
  
06.04.2020 18:23:58 [Heise]
Mit Big Data die Pandemie in Schach halten
Immer mehr Firmen sind bemüht, mit großen Datenmengen und darauf basierenden Statistiken im Angesicht der Coronavirus-Krise das veränderte Mobilitätsverhalten der Bevölkerung transparent zu machen. Die Bewegungsinformationen über Millionen Mobilfunkkunden sollen zeigen, ob die Bürger die angemahnte soziale Distanz wahren und öfter zuhause bleiben. Mittelfristig könnten die damit verknüpften Erkenntnisse über die Infektionsgefahr eine Exit-Strategie aus dem Lockdown aufzeigen, lautet die Hoffnung.
 Deutschland (3)
  
06.04.2020 19:55:14 [Telepolis]
Corona und individuelle Mobilität
Wer derzeit auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen ist, sieht sich inzwischen mit reduzierten Fahrplänen und reduziertem Service konfrontiert. Konnte man früher Fahrscheine beim Fahrer lösen, so ist die heute nicht mehr möglich und vielfach kann man die Fahrscheine mangels Automaten in der Fläche nur als Monatskarte oder per App kurz vor dem Einsteigen lösen. Ein Nachteil der Umstellung auf Ferien- oder Sonntagsfahrpläne besteht in der in der Tatsache, dass die Fahrzeuge dann wieder mehr Fahrgäste befördern und es schwierig werden kann, den vorgeschriebenen Abstand zwischen den Fahrgästen einzuhalten.

  
06.04.2020 11:31:50 [Junge Welt]
Bundeswehr: Erfüllung alter Träume
Im Zuge der Coronapandemie wärmen Unionspolitiker die Forderung nach militärischen Inlandseinsätzen wieder auf. Bundeswehr ist marschbereit. Noch beschränken sich die Tätigkeiten der Bundeswehr in Zusammenhang mit der Coronakrise auf einfache Amtshilfe, ohne hoheitliche Aufgaben wahrzunehmen. Die Rufe nach repressiven Einsätzen des Militärs im Inland reißen aber nicht ab, und die Bundeswehr bereitet sich bereits auf ein derartiges Vorgehen vor. Nach Angaben der für Logistik zuständigen Streitkräftebasis lagen dort mit Stand von Ende vergangener Woche 280 Anträge auf Amtshilfe aus Ländern und Kommunen vor.

  
06.04.2020 06:40:11 [Deutschlandfunk Kultur]
Das schleichende Gift: Antisemitismus in Deutschland
Nicht erst seit Halle steigt die Sorge unter der jüdischen Bevölkerung in Deutschland. Die Statistik gibt ihnen Recht: Insbesondere antisemitische Gewalttaten nehmen zu. Die Echokammern des Netzes dienen als ideologische Verstärker. Der Eingang des Jüdischen Bildungszentrums der orthodoxen „Chabad Lubawitsch-„Bewegung in Berlin wird von massiven Betonpollern geschützt. Polizei und Sicherheitskräfte bewachen das Grundstück. Jeder Besucher muss einen Kontrollbereich passieren, wie man ihn sonst nur von Flughäfen oder Gerichtsgebäuden kennt.
 Europa, Brüssel, EU, Europäische Union (10)
  
06.04.2020 18:21:15 [Sozialismus]
Frankreich auf der Intensivstation
Frankreich gehört zu den am schwersten betroffenen Nationen in Europa. Die Verschiebung der zweiten Runde der Kommunalwahlen vom 22. März auf den 21. Juni macht die Tragweite der aktuellen Gesundheitskrise deutlich. In 14% der Gemeinden mit 35% der Wahlberechtigten ist eine Stichwahl notwendig, kann also aktuell keine handlungsfähige kommunale Demokratie wirken. Am Beispiel Belgiens wird deutlich, wozu das führen kann: Dort musste rund ein Jahr nach den nationalen Wahlen ein Notstandskabinett gebildet werden, um überhaupt die weitreichenden Maßnahmen einleiten zu können, die in den europäischen Nachbarländern bereits umgesetzt werden.

  
06.04.2020 16:46:14 [NachDenkSeiten]
Das „gemeinsame Europa“ stirbt
Wer sich in diesen Tagen in Italien, Spanien oder Frankreich nach der Zukunft des „gemeinsamen Europas“ umhört, dürfte vor allem negative Antworten zu hören bekommen. Schuld daran ist die Coronakrise; und dabei geht es weniger um die Krankheit an sich, sondern vor allem um die Weigerung der deutschen Regierung, den wirtschaftlich besonders von den Krisenmaßnahmen betroffenen Ländern über einen gemeinsamen Fonds wieder auf die Beine zu helfen. Wenn es um die Ideologien geht, unterscheidet sich Angela Merkel offenbar kaum von ihrem vielgescholtenen amerikanischen Kollegen Donald Trump. Germany First! Und so wird das „gemeinsame Europa“ unter dem dröhnenden Schweigen der Pro-Europäer langsam Stück für Stück begraben.

  
06.04.2020 16:42:00 [Telepolis]
Corona: Österreich will nach Ostern wieder anfahren
Die österreichische Regierung hat immerhin im Gegensatz zur deutschen einen Fahrplan für eine Lockerung der gesundheitlich begründeten Notstandsmaßnahmen. Abgewartet wird allerdings noch Ostern, das so auch in Österreich eine Probe aufs Exempel wird, ob sich die Menschen noch daran halten oder schon in Aussicht auf eine Lockerung die Maßnahmen nicht mehr so ernst werden. Indirekt wird schon damit gedroht, dass nur dann die Lockerungsübungen beginnen können, wenn die Maßnahmen eingehalten werden: "Die Osterwoche wird eine entscheidende Woche für uns sein", sagte Sebastian Kurz in diesem Sinn.

  
06.04.2020 16:39:37 [IPG - Internationale Politik und Gesellschaft]
Ungarn: Autoritäre Machtspiele
Ungarns Regierung hat durch unbefristete Notstandsgesetze Parlament und Justiz quasi ausgeschaltet – die EU muss zügig handeln. Weltweit haben Regierungen im Kampf gegen das Coronavirus Notstandsmaßnahmen eingeführt, darunter auch die Einschränkung der Versammlungsfreiheit. Bis jetzt haben die Bürger dafür erhebliches Verständnis gezeigt und erweisen sich als erstaunlich kooperativ. Aber in Regionen, wo die liberale Demokratie gefährdet ist – beispielsweise in Zentraleuropa, wo die liberalen Prinzipien bereits durch autoritäre Regierungen untergraben wurden – ist dies gefährlich.

  
06.04.2020 15:18:33 [Junge Welt]
Polen: Gerangel um Wahltermin
In fünf Wochen, am 10. Mai, steht in Polen die Präsidentschaftswahl an. Aber es wird immer zweifelhafter, ob sie vor dem Hintergrund der andauernden Pandemie wie geplant stattfinden kann. Selbst die Regierungspartei PiS räumt das inzwischen faktisch ein – ihr neuester Plan besteht darin, die gesamte Abstimmung als Briefwahl durchzuführen. Eine Alternative brachte am Freitag Wissenschaftsminister Jaroslaw Gowin ins Gespräch. Er schlug vor, den Wahltermin abzusagen und statt dessen die Amtszeit von Staatspräsident Andrzej Duda um zwei Jahre zu verlängern. Im Gegenzug solle die erneute Kandidatur Dudas 2022 ausgeschlossen werden.

  
06.04.2020 13:27:30 [Junge Welt]
Türkei: Erdogan bleibt stur
In der Türkei sind die Zeiten, in denen über ein vermeintlich gegen das Coronavirus immun machendes »Türkengen« spekuliert wurde und die Regierung Kölnisch Wasser zur Infektionsprävention verteilen ließ, vorbei. Denn in kaum einem anderen Land wächst die Zahl der Infizierten derzeit so steil an. Fast 24.000 Fälle wurden bis zum Sonnabend laut Gesundheitsminister Fahrettin Koca nachgewiesen, rund 500 Infizierte sind nach offiziellen Angaben an Covid-19 verstorben. Ärzte gehen von deutlich höheren Zahlen aus.

06.04.2020 11:07:11 [Lost in EUrope]
Solidarität mit Italien: So viel Druck war nie
So viel Solidarität war nie. Nicht während der Eurokrise, als die meisten EU-Politiker Griechenland allein im Regen stehen ließen. Und auch nicht in der Flüchtlingskrise, als fast alle EU-Länder in Deckung gingen und kaum jemand bereit war, eine “europäische Lösung” à la Merkel zu unterstützen. Doch diesmal, in der Coronakrise, scheint ein anderes EUropa möglich. Nicht weniger als dreizehn von 19 Euro-Ländern haben sich für Coronabonds oder andere Formen finanzieller Solidarität ausgesprochen. Italien, Spanien und Frankreich führen eine Bewegung für einen gerechten Wiederaufbau.

  
06.04.2020 09:14:30 [Junge Welt]
Neuer Labour-Chef: Absage an Klassenkampf
Die Labour-Partei werde ihre Rolle ganz im nationalen Interesse erfüllen, erklärte der neu gewählte Vorsitzende Keir Starmer in einer Videobotschaft am Samstag. Klassenkampf sei bei den britischen Sozialdemokraten nun vorbei. »Unter meiner Führung werden wir einen kon­struktiven Umgang mit der Regierung pflegen«, so Starmer weiter. »Es geht nicht um Opposition als Selbstzweck, sondern um den Mut zu unterstützen, was nötig ist.« Premierminister Boris Johnson wird es freuen. Schon ist immer öfter von einer möglichen »Regierung der nationalen Einheit« die Rede. Mit dem Linkspolitiker Jeremy Corbyn an der Parteispitze wäre schon der Gedanke daran unmöglich gewesen.

  
06.04.2020 06:53:01 [Telepolis]
Österreich will bei Exitstrategie vorpreschen
Österreich will vorpreschen und heute einen "Fahrplan" zum Ausstieg vorlegen, den eine Gruppe aus hundert Experten, Ministeriumsmitarbeitern und Mitarbeitern des Thinktanks Think Austria ausarbeiten. Es soll sich um einen ersten Entwurf für eine Exitstrategie handeln, zu erwarten sind harte Diskussionen und Zoff darüber, wer als Risikogruppe weiter nicht am öffentlichen Leben teilhaben darf, welche Betriebe noch warten müssen bzw. unter welchen Bedingungen wieder öffnen dürfen und wie die Überwachung, Verfolgung und Abschließung von Infizierten und ihren Kontakten vonstatten gehen soll.

  
06.04.2020 06:31:47 [Griechenland-Blog]
Coronavirus als Segen für Griechenland
Welche auch immer in letzter Zeit über das Coronavirus geschriebene Extremitäten werden wohl davon „übertrumpft“, was in Griechenland ein Pastor aus Kavala von sich gab, dabei unter anderem das neue Virus als einen Segen charakterisierend. In einem auf Facebook eingestellten Post vertritt besagter Kleriker der griechisch orthodoxen Kirche klipp und klar, das Coronavirus sei ein Segen, und führt dies in einem langatmigen Text auf den Umstand zurück, dass es – wie er vertritt – Ehebruch, Prostitution, Gay Pride und sogar auch … den Schulausflügen ein Ende setzte.
 International (8)
  
06.04.2020 19:58:04 [NachDenkSeiten]
Das Virus wirft Schlaglichter auf Amerikas größte Verrücktheiten
Was passiert, wenn ein neues Virus auf ein zwar irre teures, aber nur für wenige wohlhabende Menschen taugliches Gesundheitssystem trifft, zeigt sich derzeit in New York, vor allem in New York City. Tausende Tote und überfüllte Leichenhallen binnen weniger Tage bei weiter steigender Anzahl schwerer Verläufe von Covid-19. Inzwischen hat das Weiße Haus zwar angekündigt, man suche nach Wegen, wie der Staat für alle Covid-19-Behandlungen der rund 30 Millionen Nichtversicherten aufkommen könne. Dieses Versprechen kommt freilich für viele zu spät. Das Virus hat den Staat längst fest im Griff. In der jetzigen Krise offenbart sich in aller Schärfe, wie unfähig ein allein auf Profitmaximierung und Konkurrenz ausgerichtetes System ist, auch nur die Grundbedürfnisse der Menschen und der Gesellschaft zu befriedigen.

  
06.04.2020 19:31:07 [Antifa-Infoblatt]
Die Verbindungen der Milizen von Rio de Janeiro mit der Familie Bolsonaro
Im Rahmen der Operation „Die Unberührbaren“ ("Os Intocáveis") nahm die brasilianische Staatsanwaltschaft zusammen mit der Zivilpolizei zwölf führende Mitglieder der Miliz aus Rio das Pedras, einer der am stärksten von Milizen kontrollierten Region Rio de Janeiros fest. Der ehemalige Hauptmann der Militärpolizei Adriano Magalhães da Nóbrega bleibt damit als einziger der dreizehn Angeklagten der Operation weiterhin untergetaucht. Nóbrega ist außerdem angeklagt, Anführer des Exekutionskommandos „Büro des Verbrechens“ ("Escritório do Crime") zu sein, das den Mord an der linken Stadträtin und Menschenrechtsaktivistin Marielle Franco und ihrem Fahrer Anderson Gomes im März 2018 ausgeführt haben soll.

06.04.2020 18:02:16 [Antikrieg]
USA: Wir werden uns nicht fügen
Uns wird von Regierungschefs und Medienvertretern gesagt, dass wir uns in einem Krieg mit dem Covid-19-Virus befinden. Die Bedrohung durch dieses Virus ist angeblich so stark, dass Hunger, Armut, Selbstmord und völlige Abhängigkeit von der Regierung der Ansteckung mit der Krankheit vorzuziehen sind. Man sagt uns, wir sollen uns in unseren Häusern zusammenkauern und uns von anderen Menschen mindestens einen Meter weit entfernen. Jetzt wird uns gesagt, dass es ratsam ist, eine Maske zu tragen, wenn man Notwendiges wie Lebensmittel und Medikamente einkauft. Jeden Tag scheinen die Nachrichtenmedien den Angstpegel zu erhöhen, indem sie Bilder von mobilen Kliniken und Leichenschauhäusern zeigen, die in Städten wie New York errichtet werden.

  
06.04.2020 15:30:47 [Amerika 21]
Morde an Aktivisten nehmen in Kolumbien weiter zu
Während die Öffentlichkeit ihre Aufmerksamkeit auf die Corona-Krise richtet, spitzt sich die systematische Mordwelle an sozialen Aktivisten in Kolumbien weiter zu. Seit dem Beginn der landesweiten Quarantäne vor zwei Wochen zählte das kolumbianische Institut für Friedens- und Entwicklungsstudien Indepaz bereits 14 getötete Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger. Senator Iván Cepeda warnte indes vor einer Zunahme der Morde inmitten der Corona-Pandemie, die weder im Land noch in der Weltgemeinschaft die nötige Aufmerksamkeit erhielten.

  
06.04.2020 13:26:15 [Amerika 21]
Corona: Medizinischer Notstand in Bolivien
Laut Statistiken weist Bolivien die höchste Sterblichkeitsrate ganz Lateinamerikas bei Infektionen mit dem Coronavirus auf. Der Gesundheitsminister Aníbal Cruz vermeldete das zehnte Todesopfer aufgrund der Lungenkrankheit Covid-19, landesweit gebe es 157 festgestellte positive Fälle (Stand: 4. April). Aufgrund des Personalmangels in den öffentlichen Kliniken und der mangelnden Versorgung mit medizinischen Geräten steht das Gesundheitssystem vor riesigen Herausforderungen. Hilfe kommt aus China und vom Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP). Der Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Bolivien, Alfonso Tenorio, erklärte die hohe Sterblichkeitsrate damit, dass insgesamt wenig Fälle diagnostiziert werden.

  
06.04.2020 11:18:55 [TAZ]
Covid-19 in Afrika: Reiche und Mächtige zuerst
Covid-19 ist in vielen Staaten Afrikas angekommen – oft eingeschleppt von den Eliten. Nicht das Virus, sondern die Maßnahmen fordern erste Todesopfer. Die Polizisten tragen Mundschutzmasken und sind bewaffnet. Zu dritt stehen sie vor dem Eingangstor eines Einfamilienhauses, sie warten, bis der Hauseigentümer seine Sachen gepackt hat und in sein Auto steigt. Dann eskortieren sie ihn in ein leeres Hotel. Der ruandische Geschäftsmann war vor einer Woche aus Dubai zurückgekehrt. In seinem Flugzeug saß eine Person, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Jetzt sammeln die Behörden sämtliche Passagiere des Fluges ein, um sie in Quarantäne zu stecken.

  
06.04.2020 09:07:30 [Heise]
Ein Reisebericht aus Taiwan in Corona-Zeiten
"Ihr fliegt doch jetzt nicht etwa wirklich nach Asien?" – diese Frage begleitete meine Reisevorbereitungen für einen Besuch in Taiwan seit Anfang des Jahres. Jeder, der von meinem Plan hörte, Anfang März mit meiner Frau nach Taiwan zu fliegen, um meine Schwieger-Familie dort zu besuchen, reagierte zunächst irritiert. Die Kommentare rechten von "das könnt ihr doch nicht machen" über ein "habt ihr euch das auch gut überlegt" bis hin zu "ihr spinnt doch". Waren wir also wirklich verrückt oder lebensmüde, wenn wir an der schon Anfang letzten Jahres geplanten Reise festhielten? In Asien, so tönte es seit Anfang Januar aus allen Medienkanälen, in Asien tobt das Corona-Virus – neu, unbekannt, gefährlich und durchaus tödlich.

  
06.04.2020 06:38:18 [CRI-Online]
Einige US-Politiker sind von der Verleumdung Chinas besessen
Am Mittwoch versuchte US-Außenminister Mike Pompeo, den Begriff „Wuhan-Virus“ in die gemeinsame Erklärung des G7-Außenministertreffens aufzunehmen, was von anderen Ländern abgelehnt wurde. Das G7-Außenministertreffen konnte wegen des absurden Verhaltens von Mike Pompeo keine gemeinsame Erklärung abgeben. Der französische Außenminister Jean Yves Le Drian sagte nach dem G7-Außenministertreffen, dass die gegenwärtige Krise nicht für politische Zwecke verwendet werden dürfe. Um der Epidemie wirksam zu begegnen, sollte jede andere Überlegung der internationalen Solidarität und Zusammenarbeit weichen.
 Politik, Verfassung, Grundgesetz, Menschenrechte, Parteien, Wahlen, Demokratie, Recht, Gesetz und Justiz (10)
  
06.04.2020 18:31:33 [Telepolis]
Corona-Krise: Das "Gespenst der Gelbwesten" ist zurück
Macron und seine Regierung verlieren stark an Glaubwürdigkeit. Umfragen zeigen, dass 70 Prozent der Franzosen der Meinung sind, "dass der Staat nicht die Wahrheit sagt". Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz lieferte gab gestern bei der Talk Show "Anne Will" Hinweise auf einen Kontrollverlust. Man müsse Risiken eingehen, um die Versorgung mit Atemschutzmasken sicherzustellen. Da könne es dann schon zu Nervenzusammenbrüchen bei Mitarbeitern des Bundesrechnungshofs kommen. In den USA zeigt sich der Kontrollverlust in Nachrichten, die einen Trailer für einen Kinofilm gleichkommen.

  
06.04.2020 18:17:48 [Verfassungsblog]
COVID-19 und das Grundgesetz
Neue Gedanken vor dem Hintergrund neuer Gesetze. Vor einer Woche haben wir hier auf dem Verfassungsblog die Tauglichkeit des grundgesetzlichen Immunsystems für die aktuelle COVID-19-Epidemie unter die Lupe genommen. Dabei sind wir zu dem Schluss gekommen, dass das Grundgesetz auf derartige Ausnahmesituationen nicht besonders gut vorbereitet ist. Im Wesentlichen haben wir folgende Mängel ausgemacht: Erstens, selbst wenn es einmal notwendig sein sollte, lässt sich der Föderalismus im Katastrophenfall nur sehr bedingt einschränken. Zweitens fehlen Verfassungsvorschriften, die die Arbeitsfähigkeit des Parlaments im Zweifelsfall gewährleisten könnten.

  
06.04.2020 18:04:10 [Süddeutsche Zeitung]
Meuthen verliert Machtkampf in der AfD
Der Streit über die künftige Ausrichtung der AfD ist vorerst entschieden. Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen habe versprochen, die von ihm losgetretene Debatte über eine mögliche Aufspaltung der Partei in einen "sozial-patriotischen" und einen "freiheitlich-konservativen" Flügel zu beenden, teilte der AfD-Bundesvorstand am Montag in Berlin mit. In einem Beschluss, den das Gremium in einer Telefonkonferenz einstimmig gefällt habe, soll Meuthen eingeräumt haben, "einen großen Fehler begangen" zu haben. Der Vorsitzende habe zudem erklärt, "die Diskussion nicht weiter zu führen".

  
06.04.2020 16:34:14 [Verfassungsblog]
Die Stunde der Politik
Ist die Corona-Pandemie eine Frage für die Rechtsphilosophie? In seinem Beitrag hier auf dem Verfassungsblog sieht Uwe Volkmann in der gegenwärtigen Lage, die er als Ausnahmezustand beschreibt, vor allem Grundsatzfragen der wissenschaftlichen Ethik aufgerufen. Man kann seinen Ausführungen eine gewisse Skepsis anmerken gegenüber den politischen Entscheidungsmechanismen in der Krisenzeit, wenn er eine Überdominanz der Exekutive und eine faktische Selbstauflösung der Opposition konstatiert. Und ohne Zweifel sind es Entscheidungen von grundsätzlicher ethischer Bedeutung, die in Zeiten einer solchen flächendeckenden Gesundheitsgefahr täglich aufs Neue getroffen werden müssen.

  
06.04.2020 16:30:35 [Marx 21]
Corona und die AfD: Die Seuche des Rassismus
Auch in der Coronakrise setzt die AfD auf Rassismus. Sie knüpft dabei nahtlos an die Propaganda an, mit der faschistische und rassistische Parteien in Deutschland seit mehr als hundert Jahren den drohenden »Volkstod« beschwören. Seuchen waren immer schon ein Politikum. Dabei wurden und werden sie »externalisiert«, sie werden als vom Ausland und von Fremden ins Land getragene Krankheiten ausgemacht oder gar zu bewusst inszenierten Angriffen religiöser oder ethnischer Minderheiten auf Gesundheit und Leben der Mehrheitsgesellschaft erklärt.

  
06.04.2020 11:24:25 [Verfassungsblog]
Corona-Triage und Menschenwürde
Hat die grundrechtliche Schutzpflicht für das menschliche Leben einen Menschenwürdekern? Die „Triage“ von COVID-19-Patienten, also ihre Sortierung bei knappen Behandlungskapazitäten, wirft diese Frage auf. Sie ist zu bejahen: Es würde die staatliche Schutzpflicht für die Menschenwürde verletzen, wenn der Staat etwa anordnen würde, statt möglichst vieler nur möglichst junge Menschen zu retten. Den Grundsatz, bei einer solchen Triage auch auf die Zahl der geretteten Lebensjahre abzustellen, hat eine italienische Ärztegesellschaft ihren Empfehlungen vom 6. März zugrunde gelegt.

  
06.04.2020 11:22:42 [Medico International]
Menschenrechtsverbrechen in Textilfabriken
Eigentlich sollten der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Gerd Müller (CSU), und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Dienstag letzter Woche ein Lieferkettengesetz vorlegen, mit dem deutsche Unternehmen endlich auf die Einhaltung der Menschenrechte in den Ländern des globalen Südens verpflichtet worden wären – ein erster, teilweise weitreichender Entwurf war bereits im letzten Jahr öffentlich geworden. Jetzt haben das Bundeskanzleramt und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier das Vorhaben gestoppt. „In Zeiten von Corona“, so ließen Bundeskanzleramt und der Bundesminister der deutschen Wirtschaft verlauten, „dürfe man deutsche Unternehmen nicht noch mehr belasten.“

  
06.04.2020 11:17:10 [Hinter den Schlagzeilen]
Die Verfassungsbrecher
Juristen brechen ihr Schweigen und zweifeln die Rechtmäßigkeit der derzeitigen staatlichen Zwangsmaßnahmen an. Kontaktverbot, Ausgangssperre, existenzvernichtende Beschränkungen der Möglichkeit, unsere Berufe auszuüben — all das wird von den meisten Menschen zwar als lästig, vielfach auch als beängstigend empfunden; daran, ob dergleichen überhaupt rechtens ist, erheben sich jedoch wenig Zweifel. Der Grund hierfür liegt vor allem in der geschlossenen Einheitsfront, die uns in den Medien und quer durch alle politischen Lager entgegentritt. Die verbreitete Meinung ist: Wenn es nicht legal wäre, würden die da oben es gar nicht wagen, so zu handeln. Es erhöbe sich eine Welle des Protests.

  
06.04.2020 06:43:37 [Verfassungsblog]
Freiheit in höchsten Nöten
Warum die Corona-Krise nicht zum Verfassungsnotstand stilisiert werden darf. Innerhalb weniger Tage hat die Dynamik der Corona-Pandemie die Politik zu nie dagewesenen Freiheitseingriffen gezwungen: Gottesdienste wurden verboten, Grenzen geschlossen, Geschäfte dichtgemacht und inzwischen darf das Haus überhaupt nur noch mit Einschränkungen verlassen werden. Die FlattenTheCurve-Maßnahmen erschüttern unser Gemeinwesen. Noch im Februar entsprach es allgemeiner Meinung in den Medien, dass ein Lockdown wie in der chinesischen Provinz Hubei in westlichen Gesellschaften gar nicht denkbar sei.

  
06.04.2020 06:34:14 [Belltower]
Rechtsrock: Was Musik und Mordtaten verbindet
Die FDP-Bundestagsfraktion möchte in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung wissen: Welcher Zusammenhang besteht zwischen rechtsextremer Musik und der Ausführung von Gewalttaten? Anlass bietet die Rechtsrock-Band „Erschießungskommando“, die 2019 eine Art Drehbuch zum Mord an Walter Lübcke veröffentlichte. Die Antworten der Regierung offenbaren, welche Herausforderungen im Kampf gegen den Rechtsterrorismus vor uns liegen. „Taten statt Worte“ – so lautete der mörderische Grundsatz des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU), eines rechtsterroristischen Netzwerkes, das innerhalb von sieben Jahren für zahlreiche Morde, Mordversuche, Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle in der Bundesrepublik verantwortlich gewesen ist.
 Arbeit, Soziales, Gesellschaft, Alltag, Bildung (11)
  
06.04.2020 19:52:31 [SoZ - Sozialistische Zeitung]
Corona Prime bei Amazon
Damit das Geschäft läuft. Bei Amazon arbeiten trotz Coronavirus weiter Tausende Beschäftigte an den verschiedenen Standorten. Violetta Bock sprach mit Andreas Gangl, Amazonbeschäftigter in Bad Hersfeld und Gewerkschaftsaktivist der ersten Stunde, über das selbstorganisierte internationale Treffen von AmazonkollegInnen, das Mitte März in Spanien stattfand, und die aktuelle Situation mit Corona. Was habt ihr in Spanien gemacht? Wir waren fünf KollegInnen aus Polen, sechs aus Deutschland, drei aus Spanien, zwei aus Frankreich, vier aus den USA. Normalerweise wären wir mehr gewesen, aber Corona hat die Teilnehmerzahlen arg reduziert.

  
06.04.2020 19:50:06 [Neues Deutschland]
Ausgesetzt und verschoben
Wo der Streik als Druckmittel fehlt - Machtressourcen von Gewerkschaften in Zeiten von Corona. Es lief so gut: Zum ersten Mal seit der Wende traten Beschäftigte in der sächsischen Ernährungsindustrie in den Warnstreik. Bei Frosta, Bautzner Senf oder Cargill haben sie sich organisiert. Es geht um die Angleichung der Löhne auf Westniveau, konkret um bis zu 700 Euro mehr im Monat und die Aussicht auf eine Rente oberhalb der Grundsicherung. Die Gewerkschaft NGG hoffte, mit dieser Tarifrunde »Geschichte zu schreiben« im gewerkschaftsskeptischen Osten. In diesen Tagen sollte der Tarifkonflikt, der seit Dezember läuft, noch einmal hochgefahren werden.

  
06.04.2020 18:27:53 [Liberale Warte]
Wie ein Virus die Gesellschaft immer weiter spaltet
Eigentlich wollte ich hier erst einmal nichts mehr zu Corona schreiben. Eigentlich. Doch inzwischen mache ich mir Sorgen. Und ich kann nicht anders, als mir diese Sorgen von der Seele zu schreiben. Nein, ich habe keine Angst um meine Gesundheit. Auch nicht um die meiner Angehörigen, Freunde und Bekannten. Dabei stelle ich keinesfalls in Abrede, dass die Welt mit einem Virus kämpft, das in seiner Aggressivität und Infektiosität vor allem eine Bedrohung für Menschen darstellt, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Disposition gefährdet sind. Wer bisher schon lieber nichts mit Keimen zutun haben will, mit denen die meisten Menschen klar kommen, sollte sich erst recht vor Covid-19 in Acht nehmen.

  
06.04.2020 18:14:15 [Die Kolumnisten]
Sprechen wir endlich ernsthaft übers BGE
Megakrisen à la Corona wirken oft als Beschleuniger für längst notwendige Veränderungen: Hartz IV muss weg und durch ein bedingungsloses Grundeinkommen ersetzt werden. Ganz gleich, wie die Sache ausgehen wird, ob halbwegs glimpflich, oder uns doch der Super-GAU mit zig Millionen Toten quer über den Globus verteilt, bevorsteht – Corona wird, wenn das Virus irgendwann mal abgeebbt ist, uns noch viele Jahre im Nachgang beschäftigen und zwingen, Dinge anzupacken und zu ändern, die wir bisher aus Bequemlichkeit, oder weil die Änderung uns selbst nichts nützt, ständig auf die lange Bank geschoben haben.

06.04.2020 18:08:39 [SoZ - Sozialistische Zeitung]
Erst streiken, dann verhandeln!
Direkte Aktion zahlt sich aus. Wenn dein Arbeitgeber sich immer noch so benimmt, als würde das Leben der Beschäftigten nicht zählen, nimm dir ein Beispiel an Gewerkschaftsmitgliedern, die ordentlich Muskeln zeigen bevor sie verhandeln – sie machen den Laden einfach dicht. Die BusfahrerInnen von Detroit erklärten am 17.März gemeinsam, sie würden ohne Schutzmaßnahmen nicht zur Arbeit gehen. Sie besprachen sich an den beiden großen Busbahnhöfen der Stadt, sagten zum Management: «Wir arbeiten auf keinen Fall ohne Schutz» und riefen ihre Gewerkschaft. Da kein Fahrer bereit war, die Busse zu fahren, wurde der Service in der ganzen Stadt eingestellt. Der Bürgermeister wurde zum Busbahnhof gerufen und musste sich von den Fahrern einiges über unsichere Arbeitsbedingungen anhören.

  
06.04.2020 18:06:08 [WSWS]
Corona-Pandemie treibt Arbeitslosigkeit massiv in die Höhe
Mittlerweile sind weltweit 1,25 Millionen Menschen an Covid-19 erkrankt. In Europa stieg die Gesamtzahl der Infizierten am Sonntagabend auf 667.000. Die Zahl der Toten stieg am Wochenende um 7.000 auf fast 49.000. Der Kontinent, der sich einst mit seiner „sozialen Marktwirtschaft“ und den besten Gesundheitssystemen der Welt rühmte, hat derzeit fast drei Viertel der weltweit 68.000 Todesopfer durch Covid-19 zu beklagen. Außerdem ist die Krankheit von Europa auf mehrere Staaten Afrikas und Lateinamerikas übergesprungen. Für die Hälfte der Menschheit gelten jetzt Ausgangsbeschränkungen. In den USA gingen in den letzten zwei Wochen mehr als zehn Millionen Arbeitsplätze verloren.

  
06.04.2020 16:32:34 [Büronymus]
Pandemie: Gute Zeiten, schlechte Zeiten
In Zeiten der Pandemie gibt es drei Sorten Mensch: Die einen stecken den Kopf in den Sand und wollen gar nicht wirklich wissen, was los ist. („Alles so schrecklich, mach bloß den Fernseher aus.“) Die anderen leisten trotzig Widerstand und leben ihren Egoismus aus, wenn Gemeinsinn gefragt ist. In Asien nennt man das die „europäische Arroganz“. Und dann gibt es noch Menschen, die die Entwicklung aufmerksam verfolgen und versuchen, ihr immer einen Schritt voraus zu sein. Zu denen zähle ich wohl. Bei mir herrscht schon längst Ausgangssperre. Ich bewege mich nur noch draußen, wenn es notwendig ist. Fassungslos sehe ich Menschen, die plaudernd an den Straßenecken stehen, mal mit mehr, mal mit weniger Abstand.

  
06.04.2020 11:29:01 [Kai Ehlers]
Zeit für Grundeinkommen? Ja, aber wie?
Die ‚Coronakrise‘ fordert es heraus: jetzt ist die Zeit für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens gekommen. Maßnahmen zur Grundsicherung sind angesagt. Aber die Verteilung von „Helikoptergeld“ aus der staatlichen Gießkanne kann es nicht sein. Was für die Zukunft ansteht, sind Strukturen der Grundsicherung, die Eigenarbeit, Schaffung von Puffern kooperativer Versorgungseinheiten und staatlicher Fürsorge zu einem gesunden sozialen Organismus verbinden, der auch Krisen abzufedern erlaubt.

  
06.04.2020 11:09:37 [Gewerkschaftsforum]
Der strafende Staat bekämpft die Armen
Vor dem Hintergrund eines globalen Kapitalismus mit seinen sozialen Desintegrationsprozessen gibt es mittlerweile kaum ein gesellschaftliches Problem mehr, auf das seitens der Politik mit der Verschärfung des Strafrechts reagiert wird. Nicht nach den Ursachen fragen, sondern mit dem Strafgesetzbuch drohen, ist die neue Ausrichtung. Die Kriminalität wurde von der Politik für die Gunst bei den Wählern, der Machterhaltung und von den Medien für die Zustimmung der Konsumenten genutzt. Beide, Politik und Medien spielen sich die Bälle zu.

  
06.04.2020 11:01:22 [Makadomo]
Im Kindergartenalter die Welt im Spiel ohne Belehrung entdecken
Zu früh Konkurrenzdenken vermitteln? In manchen Köpfen spukt die Gewißheit, daß bereits nach einem halben Jahr, eventuell gar noch früher, ihre Kinder in die Hände einer Kinderkrippe oder einer Tagesmutter gut versorgt sich weiterentwickeln dürfen, während Mama und Papa berufsbedingt das nötige Geld heranschaffen, die eigene Karriereleiter erklimmen. Man mag dies gutheißen oder aber ein wenig streng sich ins Gewissen reden und es einfach lassen, um den eigenen Sprößlingen die äußerst wichtige Nestwärme, die Elternliebe ganztags zu gönnen.

  
06.04.2020 06:36:08 [Der Freitag]
Trügerische Sicherheit
Corona ist der Weckruf für eine selbstgefällige Gesellschaft, die glaubte, ihr könne nichts mehr passieren. Wir haben in einer Blase gelebt, einer Blase aus vermeintlicher Sicherheit, Bequemlichkeit und Realitätsverweigerung. In den reichen Ländern haben wir damit angefangen zu glauben, wir hätten die materielle Welt hinter uns gelassen. Der Wohlstand, den wir angehäuft haben – oft auf Kosten anderer – hat uns gegen die Realität abgeschirmt. Wir haben hinter Monitoren gelebt, haben uns von einer Kapsel zur nächsten bewegt – unsere Häuser, Autos, Büros und Einkaufszentren – und uns eingeredet, die Kontingenz habe den Rückzug angetreten und wir hätten den Punkt erreicht, den alle Zivilisationen anstreben: die völlige Abschirmung gegenüber Naturkatastrophen.
 Umwelt, Natur, Ökologie, Landwirtschaft, Agrarpolitik/-wirtschaft, Verkehr, Klima, Energie, Atomkraft, Oel, Rohstoffe, Gentechnik (5)
  
06.04.2020 14:53:34 [Telepolis]
Schulstreiks: Totgesagte leben länger
Die internationale Fridays-For-Future-Bewegung setzt ihre Aktivitäten im Netz fort. Ein großes Boulevard-Blatt fragt zwar schon frohlockend, ob die Coronakrise die Jugendbewegung Fridays For Future zerstört, doch davon kann, wie ein Blick auf Twitter und Instagram verrät, keine Rede sein. Auch am vergangenen Freitag wurde der #ClimateStrike online fortgesetzt und außerdem nutzt man die Zeit der in vielen Ländern geschlossenen Schulen, der Kontaktverbote und Ausgangssperren, um sich und andere in Webinaren weiterzubilden. Natürlich haben die Themen meisten etwas mit der Klimakrise und der politischen Auseinandersetzung um diese zu tun.

  
06.04.2020 14:51:14 [Informationsdienst Gentechnik]
Behörden-Rat: Bei Gene Drives ist höchste Vorsicht geboten
Umwelt- und Naturschutzbehörden mehrere EU-Staaten warnen vor den mit Gene Drives verbundenen Risiken. Vor einer Freisetzung müssten Methoden entwickelt und eingeführt werden, um das Risiko abschätzen und mögliche Umweltauswirkungen überwachen zu können. Parallel dazu müssten die mit einer Feisetzung verbundene ethischen und gesellschaftlichen Fragen umfassend diskutiert werden. Organismen mit Gene Drive (GDO) sind in der Lage, eine gentechnische Veränderung innerhalb einer wildlebenden Population schnell zu verbreiten.

  
06.04.2020 14:49:44 [Tichys Einblick]
Diesel ist nicht der große Luftverschmutzer
Eigentlich sollten deutsche Städte jetzt Luftkurorte sein. Praktisch kaum noch Verkehr, vor allem keine Dieselfahrzeuge, die auch nach Aussagen des Abmahnvereines »Deutsche Umwelthilfe e.V.« für Tausende von vorzeitigen Toten sorgen. Auch die Richter begründeten bekanntlich in ihren legendären Urteilen für Fahrverbote, dass Dieselfahrzeuge Hauptverursacher der Luftverschmutzung seien, Fahrverbote für bessere Luft sorgen würden und Diesel deswegen zu verbieten seien. Doch ein Blick auf die Daten der Luftmessstellen sorgt für Erstaunen.

  
06.04.2020 14:47:52 [Eike]
Die Energiewende ist am Ende
Über mehr als 20 Jahre wurden Verfahren zur Erzeugung von elektrischer Energie aus Sonne und Wind erprobt mit dem Ziel, Deutschland vollständig mit dieser alternativen Energie zu versorgen, die angeblich nichts kostet, denn die Sonne würde ja keine Rechnung schicken. Das Ergebnis dieser Experimente ist niederschmetternd. Kein Ziel wurde erreicht: Die Stromkosten steigen ständig weiter, die Emissionen von Kohlenstoffdioxid (CO2) wurde kaum gesenkt und eine verlässliche Stromversorgung ist gefährdet. Doch die politischen Ideologen und die Profiteure wollen die Energiewende trotzdem weiter treiben. Deutschland ist auf den Marsch zurück ins Mittelalter.

  
06.04.2020 14:46:25 [Klimareporter]
Der Corona-Lag
Wenn das mal kein böses Omen ist. Das Corona-Virus legt auch die internationale Klimadiplomatie lahm. Der für den Herbst geplante UN-Gipfel COP 26 in Glasgow wird auf nächstes Jahr verschoben. Klingt ja wie: Der Klimaschutz kann warten. Einerseits ist die Entscheidung leicht nachzuvollziehen. Wer weiß, ob die Pandemie bis dahin unter Kontrolle ist? Ein internationales Mega-Event mit 20.000 Teilnehmern könnte dann im Wortsinne tödlich sein. Zudem hapert es bei der Vorbereitung der Konferenz. Besonders in vielen Ländern im Süden wird sie schwieriger werden, wenn das Virus dort seine verheerende Wirkung in vollem Ausmaß zeigt.
 Hintergrund, Verschiedenes, Debatte, Diskussion, Meinung, Ansichtssache (10)
  
06.04.2020 19:40:45 [Neuland Rebellen]
Die Toten und die Lebenden danach
Von unseren Pflegehelden liest man jetzt häufig. Bürger und Politiker danken ihnen für ihren Einsatz. Auch Corona wird mal vorbei sein – was bleibt dann vom Dank? Ein noch rigiderer Sparzwang! Eine Milliarde mehr, so sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier vor zwei Wochen bei Plasberg, spiele jetzt auch keine Rolle mehr. Richtig gehört: Auf die komme es gar nicht mehr an. Das ist eine schöne Großzügigkeit, die sich der Mann leistete. Sonst kannte man ihn da verhaltener. Es ging ihm in jener Talkshow um Finanzspritzen für kleine und mittlere Selbstständige. Seither rollt der Rubel, jeden Tag werden neue Milliardenpakete verabschiedet. Wenn auch sicher nicht ausreichend, um wirklich jeden zu retten.

  
06.04.2020 16:23:10 [Revolt-Magazine]
Die Pandemie und das Märchen der Eigenverantwortung
Zwischen der COVID-19-Pandemie und vergangenen Grippewellen besteht nicht nur ein Unterschied in der Gefährlichkeit, sondern auch in der individuellen Wahrnehmung über die Verbreitung: Nie zuvor haben sich diese Menge an Menschen bei viralen Erkrankungen derart gefragt, wer einen bald anstecken könnte – oder bereits angesteckt hat. Wie ein Buschfeuer verbreitet sich die Information, wer den neuen Virus schon hat und welche Orte man meiden sollte. Freilich handelt es sich dabei in der Regel um aufgeregten Smalltalk in Zeiten, in denen andere Gesprächsthemen in den Hintergrund rücken. Man würde es auch niemandem ernsthaft übelnehmen, wenn er oder sie tatsächlich Teil der Übertragungskette war.

  
06.04.2020 16:20:33 [Polit Platsch Quatsch]
Corona-Film von Quer: Hose runter, Hass raus
Es ist immer kreuzgefährlich, wenn einer journalistischen Vorstellungswelt Fakten und Tatsachen in die Quere kommen, die es so aussehen lassen, als stimme das alles gar nicht, was man behauptet. Kaum irgendwo geschieht das öfter als in den deutschen Gemeinsinnmedien, deren zentrale Aufgabe in Seuchenzeiten eher weniger im berichten von Tatsachen, sondern im transportieren regierungsamtlicher Framings liegt. Fällt im Kanzleramt die strategische Entscheidung, die Lüge verbreiten zu lassen, dass Schutzmasken eine äußerst schädliche Angelegenheit sind, dann muss diese Nachricht verbreitet werden, selbst wenn jedem Vorschüler klar sein muss, dass sie falsch ist.

06.04.2020 13:37:41 [Rationalgalerie]
Der Viru-Sozialismus: Freifahrt und Geld für fast alle
Der Traum der Schwarzfahrer ist Realität geworden: Keine Kontrolle mehr in Berlins Bussen und Bahnen. Auch in den Regionalzügen der Bundesbahn: Freie Fahrt für freie Reisende, kein Bußgeld, kein Gefängnis droht mehr, wenn ein Mensch eine „Beförderungserschleichung“ begeht. In Zeiten des Virus ist das möglich geworden, was manche Verkehrsplaner immer schon wollten: Ein öffentliches Verkehrs-System, dass über Steuern finanziert wird und so die Umwelt und die Ärmeren entlastet. Wer die DDR erinnert, dem kommt die DDR-Zahlbox in den Sinn, ein Bezahlsystem in den Straßenbahnen, das eher symbolischen Charakter hatte.

  
06.04.2020 13:33:40 [Rubikon]
Was verschweigt uns die Regierung?
Die Corona-Krise hat die gesellschaftliche Ordnung und grundlegende freiheitliche Rechte der Bundesbürger auf den Kopf gestellt: Menschen müssen sich voneinander isolieren, die Versammlungsfreiheit wurde aufgehoben, Kinder und Jugendliche dürfen keine Kitas und Schulen mehr besuchen. Kulturelle und soziale Einrichtungen wurden geschlossen und in Sportvereinen wurde Mitgliedern die körperliche Betätigung untersagt. All diese Veränderungen bedeuten für einen Großteil der Menschen schwerwiegende emotionale und finanzielle Belastungen. Zudem sind die Reglementierungen ein schwerwiegender Übergriff, der durch die bestehenden medizinischen Risiken nicht zu rechtfertigen ist.

06.04.2020 13:22:58 [Vera Lengsfeld]
Maskenpflicht ohne Masken?
Schon in der zweiten Woche nach dem von der Bundesregierung verfügten Lockdown werden die bedenklichen Folgen des gesellschaftlichen Experiments, das damit gestartet wurde, sichtbar. Die Regierung wird immer aktionistischer, je unsicherer die Grundlagen werden, auf denen sie ihre Entscheidungen trifft. Das „Herunterfahren“ (Markus Söder) des öffentlichen Lebens betrifft nicht nur die Kultur und das Sozialgefüge, sondern auch in wachsendem Maße die Wirtschaft. Die Furcht, dass am Ende nicht das Virus, sondern die ökonomische Rezession, auf die Deutschland zusteuert, das Gesundheitssystem zum Einsturz bringen könnte, lässt die Forderung nach einer Exit-Strategie immer lauter werden. Seit ein paar Tagen wird auch darüber nachgedacht, dass man die Kontaktsperre aufheben und durch eine Pflicht zum Maskentragen in der Öffentlichkeit ersetzen könnte.

  
06.04.2020 09:05:10 [Deliberation Daily]
Jenseits der Politik – Corona in Wirtschaft und Gesellschaft
Ich weiß nicht, wie viel die Corona-Krise daran ändern wird, aber in jedem Fall hat sie offen gelegt, was es eigentlich bedeutet, globale Versorgungsketten zu haben. Keine Erklärung der Globalisierung kommt ohne Beispiele dafür aus, wie von den Rohmaterialien zum fertigen Produkt diverse Länder durchlaufen werden (Baumwolle aus Bangladesh, gewoben in Vietnam, genäht in der Türkei, bei KiK in Deutschland, you know the drill). Aber abgesehen von den immer wieder diskutierten Problemen bei der Nachhaltigkeit, dem Umweltschutz und der Ausbeutung der örtlichen Arbeiter hat die Corona-Krise eine weitere Anfälligkeit des Systems offen gelegt.

  
06.04.2020 08:56:23 [Polit Platsch Quatsch]
Corona-Medien: Wir gegen die Bugs
Bis hin zur Tonart stimmt alles in Paul Verhoevens 23 Jahre altem Film "Starship Trooper": Was auf der Leinwand die "Bugs" sind, gerissene, zahllose und fiese außerirdische Spinnen, die die Menschheit bedrohen, ist heute Corona, das Virus, das ähnliches vorhat. Und was im Roman von Robert A. Heinlein, der Verhooven als Vorlage diente, die an Riefenstahl-Ästhetik gemahnende Propaganda zu Zusammenschluss der Menschen unter ein unausweichliches Kriegsregiment sein musste, sind heute die als Nachrichtensendungen verkleideten Stimmungsberichte der Leitmedien zum Krisenfall: Essen ist da, das Bargeld ist sicher, die Grenzen nun doch noch zu schließen, kam nicht sehr spät, sondern es genau richtig. Wollen Sie mehr wissen?

  
06.04.2020 08:52:20 [Alles Schall und Rauch]
Zeigt Widerstand gegen die Zwangsimpfung
Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung von 7,75 Milliarden Menschen ist in ihren Wohnungen oder Häusern eingesperrt und darf nur aus besonderen Gründen diese verlassen, zum Beispiel um Lebensmittel einkaufen zu gehen. Geschäfte, Büros, Firmen und Fabriken sind geschlossen, nichts läuft mehr, kaum einer arbeitet. Warum? Weil mit Stand Sonntag 66.000 Menschen angeblich am Coronavirus gestorben sind. Das ist 0,0000085 der Menschheit auf diesem Planeten. In welchem Verhältnis stehen diese einschneidenden Massnahmen mit dem Bruch der Verfassungsrechte, der Freiheitseinschränkung und der Stilllegung der Wirtschaft, zu der mikroskopisch kleinen Anzahl an Toten? In absolut keinem.

  
06.04.2020 06:46:45 [Neuland Rebellen]
Corona: Tod durch Verschwörung
Nach wie vor ist die Faktenlage unklar. Corona hier, Corona da, Infizierte, Tote, Menschen ohne Symptome, aber mit Virus (oder auch nicht), man weiß noch immer wenig. Aber Einigkeit besteht bei Politik und Medien darin, wer ganz sicher nicht weiß, was los ist. Und das sind die kritischen Stimmen. Die müssen weg! Wodarg ist nur eines von zahlreichen Beispielen, wie mit Menschen umgegangen wird, die die offizielle Version anzweifeln oder auch nur kritisch hinterfragen. Fake News verbreite der Mann, lesen wir. Ein Verschwörungstheoretiker sei er, hören wir. Und damit sind wir auch schon beim Punkt.
 Widerstand, Revolution, Unruhen, Protest, Demos, Streiks (1)
  
06.04.2020 16:25:52 [Lunapark 21]
Über den langen Atem der Gelbwesten-Bewegung in Frankreich
Seit November 2018 gibt es in Frankreich die Bewegung der gilets jaunes – der Gelbwesten. Seit Dezember 2019 steht in diesem Nachbarland eine breite, so gut wie die gesamte arbeitende Bevölkerung umfassende Bewegung gegen eine „Reform“ des Rentensystems, die vor allem eine Konterreform, ein Zurückdrehen sozialer Errungenschaften, ist. Von Anfang an standen die Gelbwesten an der Seite derjenigen, die gegen die Rentenreform kämpften – mit Streiks und phantasievollen Aktionen – und immer begleitet von einer Polizeigewalt, die man oft als staatlichen Terror bezeichnen muss. Von all dem ist in den deutschen Mainstream-Medien so gut wie nichts (mehr) zu lesen.
 Gesundheit, Gesundheitswesen, Gesundheitspolitik, Ernährung, Medizin (8)
  
06.04.2020 18:35:19 [Multipolar]
Coronavirus: Regierung ignoriert grundlegende Daten
Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts (RKI) veröffentlichten am 2. April erstmals – und von der Presse weitgehend unbemerkt – detailliertere Zahlen zur Ausbreitung des Coronavirus. Wie von Multipolar bereits berichtet, hatten sich vom 9. bis 22. März nicht nur die Fallzahlen verdreifacht, sondern auch die Anzahl der durchgeführten Tests. Der Anteil der positiv Getesteten an der Gesamtzahl der Untersuchten war in diesem Zeitraum laut RKI nur geringfügig von 6% auf 7% angestiegen. In einem neuen Bericht vom Donnerstag (2.4.), verfasst von Wissenschaftlern des RKI, finden sich nun präzisere Angaben zur Entwicklung der Quote der positiv Getesteten.

  
06.04.2020 16:37:44 [Tlaxcala]
Der Scheideweg des Covid-19
Ein Gespräch mit dem italienischen Arzt, Dr. Leopoldo Salmaso. Du bist ein italienischer Arzt, der sich oft in Tansania aufhält. Bist du der Ansicht, dass man den europäischen Ansatz zum Virus als eurozentrisch betrachten kann? Wenn du unter „Eurozentrismus“ die kulturelle Haltung gegenüber dem „Rest der Welt“ verstehst, dann ja. Aber was ich gar nicht sehe, ist eine eurozentrische Haltung auf der politischen Ebene! Es ist wohl eher das Gegenteil der Fall. Was ich sehe, sind verschärfte egoistische Haltungen und Rivalitäten zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft. Alle scheinen sich der neoliberalen Ideologie nach dem Motto „Mors tua vita mea“ (Dein Tod, mein Leben) zu beugen.

  
06.04.2020 15:32:51 [Telepolis]
Triage und Exit - die Diskussion um notwendige Tote
Wie Menschenleben im Normal- und Ausnahmezustand zählen: als mehr oder weniger brauchbare Ressource. Es ist schon seltsam, während die einen auf eine Beendigung der Corona-bedingten Einschränkungen des kapitalistischen Alltags drängen, und zwar mit der Behauptung, die Verhinderung der Infektionen würde mehr Opfer kosten als eine Durchseuchung der Bevölkerung - bei der zugestandener Maßen ebenfalls Opfer in Kauf zu nehmen seien -, sorgen sich andere (so Andreas Zielcke, "Moralisches Elend", SZ, 31.3.2020) um die ethischen Maßstäbe der Gesellschaft, wenn wegen des Mangels an Intensivbetten und Beatmungsgeräten Medizinern die Entscheidung abverlangt wird, wen man sterben lässt und wer in den Genuss einer Behandlung kommt.

  
06.04.2020 15:08:49 [Infosperber]
Coronavirus: Diese Kurve ist irreführend. Das BAG kneift.
Diese Grafik, welche die Tagesschau des Schweizer Fernsehens fast täglich zeigt, sowie Grafiken und Tabellen in grossen Zeitungen vermitteln den falschen Eindruck, dass die Ansteckungen mit dem Coronavirus auch nach der Ausrufung des Notrechts am 16. März weiter stark ansteigen. Das Verbot von Menschenansammlungen und das Gebot des «Physical Distancing» (soziale Nähe ist weiterhin nötig!) scheinen keine Wirkung zu zeigen. Doch diese Grafik stützt sich auf eine Unstatistik und vergleicht Äpfel mit Birnen. Es werden ständig mehr Tests gemacht, zuerst wenige hundert, jetzt über 10'000. Allein schon aus diesem Grund werden immer mehr Fälle in der Statistik ausgewiesen.

  
06.04.2020 15:05:36 [Tagesschau]
Pflegebranche: Betrug geht unvermindert weiter
Abrechnungsbetrug in der Pflege: Seit Jahren kämpfen Ermittlungsbehörden gegen dieses Phänomen. Experten gehen davon aus, dass die schwarzen Schafe der Branche ihr Treiben in der Corona-Krise noch ausbauen werden. Andrea R. hat sich offenbar lange sicher gefühlt: Nachdem sie 2009 in Stuttgart wegen Betrugs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, geht die Altenpflegerin nach Berlin. Auch dort zieht sie 2013 einen Pflegedienst auf. Bis April 2019 rechnet sie bei mehreren Krankenkassen Intensivpflegeleistungen ab, obwohl das unter anderem aus Osteuropa stammende Personal nicht über die erforderlichen Qualifikationen verfügt.

  
06.04.2020 14:56:56 [Der Freitag]
Corona ändert alles?
Zwischen Panik und Verharmlosung: Wem glauben und was tun? Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat am 11. März die Corona-Pandemie ausgerufen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht die täglich steigenden Fallzahlen für Deutschland. Die Bundesregierung versucht, die Geschwindigkeit der Corona-Ausbreitung mit noch nie dagewesenen drastischen Maßnahmen zu beschränken. Fachlich wird sie dabei beraten von dem Virologen Christian Drosten. Für seine Verdienste in der Erforschung von Grippeviren und deren Nachweis wurde Drosten 2005 das Bundesverdienstkreuz verliehen. 2007 bekam er eine Professur am Universitätsklinikum Bonn, 2017 übernahm er eine Professur und die Leitung der Virologie an der Charité Universitätsmedizin Berlin.

  
06.04.2020 13:29:15 [WSWS]
Russland: Ärzte und Pfleger protestieren gegen unhaltbare Zustände
In ganz Russland haben Pfleger und Ärzte die Arbeit niedergelegt und sich mit dringenden Appellen an die Öffentlichkeit gewandt. Sie fordern medizinische und persönliche Schutzausrüstung und die Renovierung baufälliger Krankenhäuser. Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Russland ist inzwischen auf über 5300 angestiegen, und mindestens 45 Patienten sind gestorben. In nahezu allen 85 Regionen wurden Fälle registriert. Eine landesweite, regional unterschiedlich gehandhabte Sperre, die in der letzten Märzwoche verhängt wurde, ist bis zum 30. April verlängert worden. Bislang war der Großraum Moskau das Zentrum des Ausbruchs, mit 448 bestätigten Fällen in der Hauptstadt bis Freitagabend.

  
06.04.2020 09:17:11 [Telepolis]
Für die Coronavirus-Pandemie ist die KP-China verantwortlich
in Rekonstruktion der Ereignisse, wie die chinesische Führung eine rechtzeitige Bekämpfung der neuen Pandemie verhindert hat. Die Ärzte, die im Dezember 2019 warnen wollten, weil sie sofort erkannten, dass mit Corona eine neue, tödlich Epidemie kommt, wurden von der KP Chinas mundtot gemacht, mussten die Schweigeerklärung wie Kriminelle mit Fingerabdrücken unterzeichnen und durften die Medien nicht informieren. Die KP Chinas trägt die Verantwortung für die Verantwortung für Tausende von Toten, für das Unglück so vieler unverschuldet völlig ruinierter Menschen, das weltweite Chaos und den Zusammenbruch der Wirtschaft. Mit krimineller Energie wurde das Auftauchen des Virus vertuscht.
 Feuilleton: Kultur, Geschichte, Literatur, TV, Fernsehen, Film, Musik, Games (8)
  
06.04.2020 13:21:38 [Zeit Online]
500. Todestag: Raffael, verhüllt in Rom
Die fulminante Ausstellung zum 500. Todestag des Künstlers ist geschlossen. Doch es gibt eine Alternative. Ende März erkrankt der Star der römischen Kunstszene an einem Fieber, Gerüchte durchziehen die Stadt, und am Karfreitag, dem 6. April 1520 um 22 Uhr, stirbt Raffaello Sanzio an seinem 37. Geburtstag. Das Lästermaul Giorgio Vasari behauptete später, die "maßlosen Liebesfreuden" Raffaels hätten das Fieber ausgelöst. Eher war es jedoch die Malaria, die in Roms Sümpfen als sehr gefährlich galt.

  
06.04.2020 13:19:35 [TAZ]
Ulla Lenzes Roman „Der Empfänger“
Ulla Lenze: „Der Empfänger“. Klett-Cotta, Stuttgart 2020, 302 Seiten, 22 Euro. Der Roman „Der Empfänger“ erzählt vom Verdrängen von Erkenntnissen, Mitläufertum und Nazis im New York der Vorkriegszeit. Es hat etwas von Slapstick. Der Lieferjunge hat die Flugblätter verwechselt. „Der Flyer des Schwarzenführers Samuel Daniels „Don’t buy where you can’t work“ war versehentlich an die vornehme Mrs. Dollings gegangen, Geschäftsführerin der Amerikanischen Patrioten, und ihre Flyer „America for white people“ an den schwarzen Daniels. Wir befinden uns in New York 1939, und Josef Klein, Einwanderer aus Deutschland und Gehilfe in der Druckerei der Flugblätter, hat nun die hochnotpeinliche Aufgabe, sich bei den jeweiligen Auftraggebern zu entschuldigen.

  
06.04.2020 13:17:45 [Deutschlandfunk Kultur]
Kein Licht am Ende des Tunnels
Die brasilianische Kultur- und Theaterszene war schon vor dem Coronavirus durch die Politik des Präsidenten Bolsonaro in Lebensgefahr. Die aktuelle Schließung der Bühnen zur Eindämmung der Pandemie verschärft die Lage auf eine dramatische Weise. Die Hälfte der hausgemacht-brasilianischen Stücke konnte nicht mehr gezeigt werden, als das Internationale Theaterfestival in São Paulo zwei Tage vor dem eigentlichen Finale vorzeitig beendet werden musste – die Millionenmetropole schloss von einer Stunde auf die andere alle Spielstätten, die in der Verantwortung der Megakommune sind.

  
06.04.2020 08:49:37 [Deutschlandfunk Kultur]
Zum 500. Todestag des Malers Raffael
Zwei niedliche Engel mit Lockenkopf, die die Köpfe zusammenstecken und sich keck am Bildrand abstützen – kaum zu glauben, dass dieses Motiv schon über 500 Jahre alt ist. Doch hinter Raffael, dem Meister der Madonnen und Engel, steckt noch mehr. Kleine Strolche mit wuscheligen Haaren, den Kopf auf die kleinen Händchen gestützt, auf dem Rücken Flügel: Vom Maler Raffael stammt dieses Motiv. Die beiden kleinen Engel mit den Lausbubengesichtern werden bis heute millionenfach vermarktet: zu finden auf Postkarten, Taschen, Vasen, Zuckerdosen.

  
06.04.2020 08:47:55 [Skug]
Philip Bradatsch: »Jesus von Haidhausen«
Wenn man die neue Platte von Philip Bradatsch anhört, macht man automatisch die Augen zu. Und dann sieht man einen vollbärtigen, etwas zauseligen Mann mit dunkler Sonnenbrille vor sich. Er steht im Halbdunkel, seine Fender Telecaster um den Hals. Am Mikroständer hat er eine verglühende Zigarette festgeklemmt. Schemenhaft erahnt man hinter ihm seine Band. Körper und Gesicht gehen leidenschaftlich mit, wenn er seine Gitarre spielt. Ein entspannter Virtuose bei der Arbeit. Ein Klischee? Natürlich!

  
06.04.2020 08:46:13 [TAZ]
Neues Album von Childish Gambino
US-Schauspieler und HipHopstar Donald Glover alias Childish Gambino macht mit dem Album „3.15.20“ schlaue Resteverwertung. Der 36-Jährige ist ein Künstler, auf den sich momentan alle einigen können. Egal, ob die von ihm realisierte TV-Serie „Atlanta“ mit ihm selbst in der Hauptrolle, für die er mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde, oder seine die gesellschaftlichen Missstände in den USA anprangernde Single „This Is America“ (2019), für die er einen Grammy bekam: Die Kritik ist voll des Lobes.

  
06.04.2020 08:44:27 [WOZ - Die Wochenzeitung]
Theaterstreaming: Hamlet, allein zu Haus
Theater auf dem Laptop ist ein Widerspruch. Und doch stehen die Bühnen in der Krise jetzt vor einem digitalen Push. Viele Theater sind noch überfordert, aber wir stehen am Anfang von etwas Neuem. Die Kritik am Theaterstreaming ist mal mehr, mal weniger nachvollziehbar. Einleuchtend: Wer bezahlt alle Beteiligten einer Produktion? Viele wurden gar nicht erst gefragt. Kurz die Rechte der Texte klären und hopp auf den Server. Irrational sind die Ängste, die im Streaming nur einen mangelhaften Ersatz oder eine Bedrohung für das Theater sehen. Den Tag möchte ich sehen, wenn wir uns alle, vielleicht schrittweise, wieder versammeln dürfen, und keineR geht hin.

  
06.04.2020 08:42:10 [Deutschlandfunk Kultur]
Ein Dorf verschwindet von der Landkarte
Film der Woche: „Bacurau“. Zu sehen als Video-on-Demand auf mubi.com. Seltsame Dinge passieren im brasilianischen Dorf Bacurau: Die Versorgung wird unterbrochen, Bewohner werden brutal ermordet. Was steckt dahinter? Ein spannender Mystery-Thriller. Worum geht es? Wenn ein Film zu Beginn den Unfall eines Lieferwagens zeigt, der mit leeren Särgen beladen ist, dann ahnt man, dass Unheil und Gefahr in der Luft liegen. Ohnehin passieren seltsame Dinge im brasilianischen Dorf Bacurau. Das Wasser muss mit dem Lkw angeliefert werden, eines Tages wird der Tankwagen beschossen. Auch die Versorgung mit Medikamenten wird unterbrochen.
 Sport (6)
  
06.04.2020 13:16:14 [Junge Welt]
Heiße Phase im Fußball-Oberhaus
Normalerweise würde in diesen Tagen die heiße Phase der Fußballsaison beginnen – nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits davon. Vertragsverhandlungen würden geführt, letzte Details von Transfers besprochen, Sponsorendeals eingefädelt. Aktuell jedoch geht es für einige Klubs der obersten beiden Bundesligen eher darum, ob eine Insolvenz noch zu verhindern ist. 13 namentlich nicht genannte der 36 Profiklubs sollen von einer Insolvenz bedroht sein – und das noch in dieser Saison. Das berichtete der "Kicker" Ende voriger Woche unter Berufung auf Zahlen, die bei der Mitgliederkonferenz der Deutschen Fußballiga (DFL) vorgelegt worden seien.

  
06.04.2020 13:14:27 [Süddeutsche Zeitung]
Kontaktfasten mit Klopstock
Worüber berichten Sportreporter ohne Sport? Und was, wenn selbst die Nothelfer Goethe und die Bibel versagen? Die meist gestellte Frage an Sportreporter in diesen Tagen lautet: Worüber berichten Sportreporter eigentlich, wenn es keinen Sport mehr gibt? Nun, ... Gute Frage. Wenn nichts mehr geht, kein Startschuss fällt, kein Anpfiff gellt, dann gibt es immer noch die drei verlässlichen Nothelfer, die einem normalerweise in jeder Inspirations- und Kreativitätskrise flugs zur Seite springen: Goethe, Asterix und die Bibel. Mal sehen.

  
06.04.2020 11:05:17 [Neues Deutschland]
Bundesliga und Corona: Augen zu und durch
Die Bundesliga will die Saison mit Ach und Krach beenden. Die Spielergehälter werden sinken. Sie wollen es also tatsächlich durchziehen. Wenn es irgendwie geht, will der deutsche Profifußball ab Anfang Mai wieder seine Ligaspiele austragen. Ohne Zuschauerbeteiligung, versteht sich, aber eben ansonsten so »normal« wie möglich. Elf gegen elf, um Punkte, mit Videoschiedsrichter. So befremdlich man diese Pläne zunächst finden kann in Zeiten, in denen das Dortmunder Stadion vier Wochen vor einem möglichen Kickoff zu einem Ambulanzzentrum umgebaut wird, so zweckrational ist der Plan letztlich.

  
06.04.2020 11:03:43 [TAZ]
Fußball-Ligabetrieb in Europa: Ohne Kick
Belgien hat die Fußball-Saison abgebrochen. Die Niederlande könnten folgen. Den Verbänden droht ein Ausschluss aus den europäischen Wettbewerben. Man stelle sich vor, Hasan Salihamidžić ließe sich in diesen Tagen wie folgt zitieren: „Die Liga ist tot. Das Leben ist raus, der Spaß ist weg: nennt es, wie ihr wollt!“ Dieses drastische Statement stünde dabei freilich nicht für sich selbst, sondern wäre als Plädoyer gedacht, für einen sofortigen coronabedingten Abbruch der Bundesliga-Saison. „Kanzlerin Merkel sagte nicht umsonst, dass dies die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg ist.“

  
06.04.2020 08:39:15 [Junge Welt]
Märchenonkel des Tages: Dietmar Hopp
Wenn alle Welt auf die Coronakurve starrt, nutzt Dietmar Hopp die Chance zum Überraschungsangriff. »Mich zum Gesicht für den Kommerz zu machen, ist wirklich nicht nachvollziehbar«, las der 79jährige am Sonnabend im ZDF-»Sportstudio« vom Teleprompter ab. »Leider war die Hetze so perfekt inszeniert, dass Ultras vieler Vereine mitgemacht haben. Ich will das aber alles gerne vergessen, wenn es von nun an Geschichte ist.« Und dann verlieh der gute Mann von Sinsheim einer märchenonkelhaften Hoffnung Ausdruck, die die Herzen der Fernsehgemeinde höher schlagen lassen sollte.

  
06.04.2020 08:37:11 [TAZ]
Pässe in die Tiefe der Weltpolitik
Ronny Blaschke: „Machtspieler“. Fußball in Propaganda, Krieg und Revolution. Bielefeld 2020: Verlag Die Werkstatt, 256 Seiten, 19,90 Euro. Um zu würdigen, welche große und wertvolle Arbeit sich der Sportjournalist Ronny Blaschke mit seinem neuen Buch über „Fußball in Propaganda, Krieg und Revolution“, so der Untertitel von „Machtspieler“, gemacht hat, darf man vielleicht etwas leicht Leseunfreundliches machen, nämlich auflisten, welche Länder und Regionen Blaschke bereist, betrachtet, analysiert hat: Serbien und Kroatien, Russland, die Ukraine, Spanien, die Türkei, Israel und die palästinensischen Gebiete, Ägypten, Syrien, Iran, Katar, Vereinigte Arabische Emirate und Saudi-Arabien, die Volksrepublik China, Ruanda und Argentinien.
 Satire, Humor, Kolumne, Glosse, Kurzgeschichten (1)
  
06.04.2020 19:34:32 [Die Welt]
Höcke gründet Neue Super-Deutsche Alternative Partei
(Satire): Die innerparteilichen Debatten über den Umgang mit der vom Bundesverfassungsschutz beobachteten AfD-Teilorganisation Der Flügel haben ein Ende! Nachdem der Vorsitzende Jörg Meuthen eine Aufspaltung der AfD als „Denkansatz“ ins Spiel gebracht hatte, zeigt sich Thüringens Landeschef Björn Höcke nun überraschend kompromissbereit. Höcke, der Meuthens Vorstoß zunächst „töricht und verantwortungslos“ genannt hatte, will als Zeichen des Friedens „den rechten Arm ausstrecken“, um die Partei in diesen schweren Zeiten nicht mit unnötigen Diskussionen zu belasten.
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