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 Aktuell: letzte 10 Meldungen
  
26.02.2017 17:45:30 [120 Minuten]
Die heimlichen Hüter der Regeln
Die Arbeit des International Football Association Board: Ein kleiner Personenkreis legt die Regeln fest, nach denen Fußball gespielt wird. Sie bestimmen über die Zukunft des Spiels. Die Strukturen und die Entscheidungsfindung folgt jahrzehntealten Mustern und man lässt sich nur ungern in die Karten schauen. Wer macht eigentlich die Spielregeln im Fußball? Damit meine ich nicht die sportpolitischen und teils fragwürdigen Entscheidungen von Verbänden wie FIFA, UEFA oder DFB, wenn es um die Vergabe von Turnieren, Regeln für Transfers, Nachwuchsförderung oder Ähnliches geht. Ich meine die eigentlichen Regeln, die das Geschehen auf dem Platz bestimmen: also so allgemeine Dinge wie die Größe des Spielfelds oder die Anzahl der Spieler, aber auch so pikante Details wie die Einführung neuer Technologien oder wann der Schiedsrichter zwingend einen Platzverweis aussprechen muss.

  
26.02.2017 17:41:35 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Bund will BER-Chef Mühlenfeld in Sondersitzung befragen
Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg hat es abgelehnt, Berichte über eine mögliche Ablösung ihres Chefs Karsten Mühlenfeld zu kommentieren. Dazu werde man sich nicht äußern, sagte ihr Pressesprecher Lars Wagner am Sonntagmorgen. Er verwies auf ein Interview Mühlenfelds mit dem in Berlin erscheinenden „Tagesspiegel“ (Samstag), das weiterhin gelte. Dort hatte der Geschäftsführer seine Entscheidung verteidigt, den bisherigen Technik-Chef Jörg Marks am neuen Hauptstadtflughafen BER zu entlassen und ihn durch den früheren Bahn-Manager Christoph Bretschneider zu ersetzen. Dies sei nötig gewesen, um den Airport zügig fertigzubauen.

  
26.02.2017 17:39:53 [Frankfurter Rundschau]
Türkei: Diktatur am Bosporus
Der türkische Staatspräsident ist ein Lügner. Recep Tayyip Erdogan wird am 16. April die türkischen Wähler über einen Volksentscheid abstimmen lassen, mit dem er, so sagt er, das Präsidialsystem in der Türkei einführen möchte. Er plant dafür sogar einen PR-Auftritt in Deutschland vor seinen türkischen Untertanen. Präsidialsystem bedeutet, dass der Präsident zugleich Staatsoberhaupt, Regierungschef und militärischer Oberbefehlshaber ist. Es bedeutet einerseits die direkte Wahl des Präsidenten durch das Volk, andererseits bedeutet es zugleich scharfe Kontrolle, wie beispielsweise in den USA durch die beiden Häuser des Kongresses, die jede Gesetzesvorlage jederzeit zu Fall bringen können.

  
26.02.2017 17:37:53 [Neues Deutschland]
AfD rechtsrum in den Bundestag
Rechtspartei geht in NRW mit nationalistischem Spitzenkandidaten in die Bundestagswahl. Langsam ist es soweit - die Parteien in den Bundesländern stellen ihre Listen für die Bundestagswahl auf. So auch die Alternative für Deutschland in Nordrhein-Westfalen. Wahlversammlungen bei der AfD in NRW sind immer ein besonderes Happening. Nach stundenlangen Debatten über Formalitäten, etwa bei der Frage ob die Kandidaten einzeln oder im Block gewählt werden oder wie lange sie sich vorstellen dürfen, geht es endlich mit den Vorstellungen los.

  
26.02.2017 17:36:01 [Der Freitag]
Eine vermeidbare Tragödie
Syrien: Wie aus den demokratischen Protesten ein gnadenloser Krieg werden konnte, in dem jeder gegen jeden kämpft. Irgendwann wird die Geschichte des Syrien-Krieges neu geschrieben werden. Und nicht mehr viel mit der heutigen Berichterstattung gemein haben. Das syrische Drama lief in drei Akten ab. Der erste Akt spielte im Frühjahr 2011. Junge Syrer demonstrierten monatelang gegen die Regierung. Das war legitim. Ich habe in Homs selbst an Demonstrationen teilgenommen. Die Reaktion der syrischen Sicherheitskräfte war unverhältnismäßig und kontraproduktiv.

  
26.02.2017 16:54:58 [Telepolis]
Singing the Bavarian Obergrenzen-Blues
Reaktionärer Irrsinn in Reinkultur. Mit der eintönigen Beharrlichkeit einer Schallplatte, die einen Sprung hat, wiederholen Horst Seehofer und seine CSU das Lied von der Obergrenze für den Zuzug von Flüchtlingen nach Deutschland. Selbst dem Versuch, den Sprung in der Schüssel mühselig zu verkleistern, widersetzt sich die Christlich-Soziale Union. So wie bei einigen alten Liedern, die jedermann singt, ohne über den Inhalt nachzudenken, ist die gebetsmühlenhaftige Beschwörung der Obergrenze zur Routine geworden. Doch Nachdenken wäre den Aufwand wert; denn kein CSU-Politiker überlegt noch, was wirklich gemeint ist, wenn die Gesinnungsgenossen den Obergrenzen-Blues abnudeln.

  
26.02.2017 16:52:28 [Süddeutsche Zeitung]
Wegen unserer Politik kommen Menschen in Afrika elend um
Millionen Menschen sind vom Hungertod bedroht. Das liegt nicht nur an Dürren, sondern auch an korrupten Politikern und an der Wirtschaftspolitik der Welt. Statistiken belegen eine gute Entwicklung, die Bemühungen wirken: Die Zahl der Hungernden in der Welt sinkt, 1990 waren es noch mehr als eine Milliarde, nun sind es ungefähr 800 Millionen. Doch erstens nützt Statistik den Betroffenen nichts, zweitens ist die Zahl noch immer entsetzlich groß, und drittens gibt es Länder, in denen nichts vorangeht. Für Teile Afrikas müssen die Vereinten Nationen und die Hilfsorganisationen nun Alarm schlagen. Das Leben von 20 Millionen Menschen sei in den kommenden Monaten bedroht, sagte UN-Generalsekretär António Guterres, und zwar allein in Somalia, Südsudan, Nigeria und Jemen. Der Blick voraus droht ein Blick zurück zu werden - auf 2011, als am Horn von Afrika eine Viertelmillion Menschen Hungers starben.

26.02.2017 16:49:30 [Übermedien]
Männer, die wie rechte Bots agieren, und was man gegen sie tun kann
Es heißt in diesen Tagen oft, die Demokratie stehe auf dem Spiel, und wenn man sich die Kontrahenten in diesem Kampf ansieht, hat man den Eindruck, dass sich die eine Seite formiert hat wie eine römische Armee in einem Asterix-Comic, während die andere aufgescheucht und unsortiert über das Feld rennt und nicht weiß, wie sie auf die Taktik des Gegners reagieren soll. Der Kampf im Netz hat sich radikalisiert. Adam Tinworth, Journalist und Blogger aus London, hat vor kurzem einen interessanten Gedanken in die digitale Welt gesetzt: Was den klassischen Journalismus von der Meinungsmaschine im Digitalen unterscheidet, ist, dass ihm ein Rahmen fehlt, ein Narrativ, wie man heute gern sagt.

  
26.02.2017 16:45:40 [Tichys Einblick]
Immer nur dagegen: Vorschreiben und Verbieten
Die Fünf Verbote: Du darfst nicht Fisch und Fleisch essen. Du darfst dich nicht verkleiden. Du darfst nicht schneller als 30 kmh sein. Du darfst deinen Kamin nicht heizen. Du darfst nicht dürfen. Gottseidank muss ich sie und ihr Haus nicht aufsuchen. Barbara Hendricks, SPD, hat für Gäste des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) Fleisch- und Fischverbot erteilt. In einer „Rund-E-Mail“ wies Staatssekretär Jochen Flasbarth an: Alle „Dienstleister und Caterer“ müssen nun fleisch- und fischlos kochen! Auf zwei Seiten heißt es: „Beauftragte Caterer verwenden weder Fisch oder Fischprodukte noch Fleisch oder aus Fleisch hergestellte Produkte.“ Ihr Kanzlerkandidat Schulz aß noch neulich auf Wahlkampf Bratwurst, damit ist jetzt Schluss.

26.02.2017 16:44:00 [Der letzte Biss]
Neues Deutschland
Heute geht es um Pseudonymität und böse Zahlen.„Netzpolitik.org“ beschäftigt sich dankenswerterweise und ohne ideologischen Bias mit einem Vorhaben der nicht mehr ganz so „Großen Koalition“: Es geht um die Forderung nach einem zivilrechtlichen Anspruch auf Herausgabe der persönlichen Daten bei Persönlichkeitsverletzungen. Sprich, wer sich von irgendjemandem beleidigt oder verleumdet fühlt, darf ganz allein, ohne Einschaltung anderer Instanzen oder gar eine juristische Überprüfung der Vorwürfe, die Herausgabe der persönlichen Daten des Anderen verlangen. Die SPD verlangt noch einen Richtervorbehalt, aber netzpolitik.org verweist dazu auf die eher laxe Praxis, die eine solche Hürde nicht als besonders hoch erscheinen lässt.
 Featured Multimedia
13. SeeGespräche Talkshow

13. SeeGespräche Talkshow "Weltbeben und Lösungswege" vom 13.2.17
Statements zur Sicherheitskonferenz, Staat, Politik, Kirche und zum Gemeinwohl von:

Willy Wimmer (zur Kriegspolitik Deutschlands und zur Haltung der Bundesregierung gegenüber den USA.)

Thorsten Schulte, der sich enthusiastisch und emotional für die Freiheit einsetzte: „Die Abschaffung des Bargeldes ist bereits beschlossen!“



Nachrichten der letzten 24 Stunden
 Topthemen (6)
  
26.02.2017 16:52:28 [Süddeutsche Zeitung]
Wegen unserer Politik kommen Menschen in Afrika elend um
Millionen Menschen sind vom Hungertod bedroht. Das liegt nicht nur an Dürren, sondern auch an korrupten Politikern und an der Wirtschaftspolitik der Welt. Statistiken belegen eine gute Entwicklung, die Bemühungen wirken: Die Zahl der Hungernden in der Welt sinkt, 1990 waren es noch mehr als eine Milliarde, nun sind es ungefähr 800 Millionen. Doch erstens nützt Statistik den Betroffenen nichts, zweitens ist die Zahl noch immer entsetzlich groß, und drittens gibt es Länder, in denen nichts vorangeht. Für Teile Afrikas müssen die Vereinten Nationen und die Hilfsorganisationen nun Alarm schlagen. Das Leben von 20 Millionen Menschen sei in den kommenden Monaten bedroht, sagte UN-Generalsekretär António Guterres, und zwar allein in Somalia, Südsudan, Nigeria und Jemen. Der Blick voraus droht ein Blick zurück zu werden - auf 2011, als am Horn von Afrika eine Viertelmillion Menschen Hungers starben.

26.02.2017 15:13:39 [Aktuelle Sozialpolitik]
Eine Steuer auf Roboter?
Ein sehr reicher Mann mit einer alten Idee in modischer Verkleidung und dem Finger auf einer offenen Wunde. Er steht seit langem auf Platz 1 dieser alljährlich veröffentlichten Liste der Superreichen: Bill Gates. Mit Microsoft hat er es zu diesem sagenhaften Reichtum gebracht - für 2016 werden 75 Milliarden Dollar seiner Person zugeschrieben. Und ein Teil dieses Reichtums setzt er durchaus sehr öffentlichkeitswirksam ein, um über eine Stiftung der Welt seine Wohltätigkeit zu beweisen. Die Bill & Melinda Gates Foundation ist an den Einlagen gemessen angeblich die mit Abstand größte Privat-Stiftung der Welt. Die Stiftung hat ihren Sitz in Seattle und beschäftigt mehr als 1.300 Mitarbeitern. Sie ist mit einem Stiftungskapital von fast 40 Mrd. US-Dollar ausgestattet. Sie vergibt Fördermittel von jährlich rund vier Milliarden Euro für Projekte und Forschung zur Armuts- und Hungerbekämpfung, Landwirtschaft und Gesundheit.

  
26.02.2017 12:54:25 [Amerika 21]
Die Radikalisierung der Befreiungsprozesse in Lateinamerika ist unumgänglich
Seit einem Jahr hören wir immer wieder, dass die Situation auf unserem Kontinent schwieriger geworden ist, weil sich gegen die Völker gerichtete Dinge ereignen und wegen der Offensive des Imperialismus und seiner Klassenkomplizen, die zugleich von ihm beherrscht und Herrschende in ihren Ländern sind. Wenn es auch so scheinen mag, dass ich das Pferd von hinten aufzäume, möchte ich mit einem Kommentar über die Beziehungen beginnen, die zwischen Schwierigkeiten und Revolution bestehen. Für die Revolutionäre und während der Revolutionsprozesse gibt es glückliche Momente und glückliche Prozesse, aber in wirklichen Revolutionen gibt es keine einfachen Umstände. Wenn sie uns als einfach erscheinen, dann nur deshalb, weil wir ihre Schwierigkeiten nicht bemerkt haben.

26.02.2017 11:38:41 [NachDenkSeiten]
Alternativen zum Neoliberalismus
„Alternativen zum Neoliberalismus – Programm und Strategie“. Vortrag und Diskussion mit Albrecht Müller in München. Auf Einladung des NachDenkSeiten-Gesprächskreises München, von Ver.di und Attac kam es am 9. Februar zu Vortrag und Diskussion zum oben genannten Thema. Bei der Erarbeitung ging es mir, wie es vielen anderen heute auch geht: die politische Konstellation ist in einer gewissen Weise aussichtslos und macht ratlos. Ich habe trotzdem versucht, die inhaltlichen Linien einer Alternative zu Frau Merkel und zum grassierenden Neoliberalismus aufzuzeigen und zu belegen, dass die Mobilisierung von 100tausenden von Menschen auch gegen „eingenordete“ Medien gewinnen könnten. Die Videos mit Einführung der Gastgeber, Vortrag und Diskussion sind hier abrufbar. Hier ist das Manuskript des Vortrags als pdf, das selbstverständlich da und dort vom gesprochenen Wort abweicht.

  
26.02.2017 06:36:34 [Junge Welt]
Erneute Plünderung
Rezension. Das Ende der Demokratie: Landraub und Schuldknechtschaft – wie ein deutscher Staat Griechenland zum zweiten Mal zerstört. Jörg Kronauer: »Wir sind die Herren des Landes«. Der deutsche Griff nach Griechenland – Geschichte einer Unterwerfung, Konkret-Texte, Hamburg 2016, 256 Seiten, 21,80 Euro. Mitten im historischen Zentrum von Heraklion, der Hauptstadt der griechischen Insel Kreta, gibt es einen Laden, in dem Mobiltelefone verkauft werden. Der griechische Inhaber darf sein Geschäft im Namen eines weltweit handelnden Kommunikationskonzerns mit feuerrotem Logo führen. Auf 25 Quadratmetern helfen ihm dabei fünf junge Menschen, drei Frauen und zwei Männer. Bis auf den Chef ist keiner von ihnen älter als 30, niemand jünger als 22 Jahre. Die Arbeit, die sie in ihrer dem Firmenlogo angepassten Kleidung verrichten, ist nicht besonders schwierig, sie ist vor allem von Hast und Zeitdruck geprägt. Die schmale »Boutique« ist fast immer überlaufen, die Leute sind ungeduldig. Darüber befragt, was sie bei diesem Job »verdienen«, nannten sie im Sommer 2016 einen Stundenlohn von 2,50 Euro. Bis zu zehn Stunden pro Tag beraten und bedienen sie ihre Kunden, meist stehen sie, manchmal gehen sie ein paar Meter vor oder zurück, Stühle gibt es nicht.

25.02.2017 22:12:44 [Kontraste]
Blanke Heuchelei: Deutschlands Sozialdemokraten kritisieren Trumps Abschottungspolitik
Eine Mauer will er bauen gegen Armutsflüchtlinge, für sieben Länder keine Visa mehr ausgeben! Trump setzt auf Abschottung und diskriminiert dabei vor allem Muslime. Die Kritik von Deutschlands Sozialdemokraten an Trump ist eindeutig. Doch was tut Deutschland? Aufnahmelager in Afrika, geschlossene Botschaften, Familiennachzug für Syrien-Flüchtlinge fast unmöglich. Alles gebilligt oder gefordert von der SPD. Menschenrechtler werfen den Sozialdemokraten Heuchelei vor. US-Präsident Trump will jetzt offenbar mit einem erneuten Erlass versuchen, sein umstrittenes Einreiseverbot für Muslime durchzukriegen. Zu Recht ist er für diese Abriegelungspolitik massiv kritisiert worden, auch von der deutschen Regierung. Gleichwohl muss sie sich fragen lassen, ob ihre Flüchtlingspolitik auch den eigenen Ansprüchen genügt! Meine Kollegen Chris Humbs und Axel Svehla haben vor allem bei der SPD Widersprüche entdeckt. Während die Partei einerseits die Abschottung Europas mitträgt, kritisiert sie gleichzeitig den Einreisestopp von US-Präsident Trump.
 Aktuelle Themen (3)
26.02.2017 12:52:41 [Telepolis]
"Wir stehen vor einer Ära systemischer Gefahren"
Am 15. Januar hatte der Verein acTVism Munich unter dem Titel "Freiheit & Demokratie - Globale Themen im Kontext" eine Veranstaltung in der Münchner Muffathalle organisiert. Zain Raza, der Gründer und leitende Redakteur von acTVism, führte ein langes Live-Interview mit Edward Snowden via Videokonferenz aus Moskau und sprach mit Srećko Horvat, Paul Jay, Richard D. Wolff, Jeremy Scahill und Jürgen Todenhöfer. Mittlerweile sind alle Gespräche online verfügbar, die meisten wurden mit deutschen Untertiteln versehen. Das gesamte Interview mit Edward Snowden ist ebenfalls übersetzt und in deutscher Sprache zu synchronisiert. Telepolis veröffentlicht einen kurzen Auszug aus dem Interview.

  
25.02.2017 19:30:08 [TAZ]
Merkel wieder Spitzenkandidatin
Die CDU zeigt sich trotz steigender SPD-Umfragewerte für die Bundestagswahl zuversichtlich und setzt ganz auf den Amtsbonus von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auf dem Landesparteitag am Samstag in Mecklenburg-Vorpommern wurde Merkel als Spitzenkandidatin der Nordost-CDU für die Wahl am 24. September aufgestellt. 95 Prozent der rund 140 Delegierten votierten in Stralsund für die CDU-Vorsitzende, die ohne Gegenkandidaten angetreten war. Merkel gehört dem Landesverband seit 1990 an und hat in Vorpommern ihren Bundestagswahlkreis, in dem sie seither immer das Direktmandat gewonnen hat.

  
25.02.2017 19:14:42 [Telepolis]
Muss ein Journalist bei der Springerpresse arbeiten, um so viel Solidarität zu bekommen?
Deniz Yücel - Wie ein linker Journalist mittig gemacht werden soll. "Diesen Mann kann man nicht wegsperren", heißt es in einer Kolumne der Zeit. "Free Deniz Yücel", heißt es auf Plakaten am Taz-Café. Es hat selten eine so schnelle und wahrnehmbare Unterstützung für einen Gefangenen gegeben wie im Fall des in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel. Mit dem "Free Deniz Yücel"-Auto-Korso wurde auch das Protestrepertoire erweitert und mancher islamisch-nationalistische Erdogan-Fan ganz schön geärgert. Er hat zumindest eine gute Begründung, warum er beim Springerkonzern anheuerte. Diese Solidarität ist sehr zu begrüßen und manche, die Yücels Andocken beim Springerkonzern missfiel, können die Entscheidung zumindest nachvollziehen.
 Wirtschaft, Ökonomie, Finanzen, Finanz- und Wirtschaftskrise, Geldsystem, Währung, Banken (7)
26.02.2017 16:40:56 [Time Pattern Analysis]
Griechenland gibt es ja auch noch…
Seit 2010 läuft das Drama um Griechenland. Alle paar Monate wird um die Auszahlung neuer Kredite gestritten – es ist mal wieder so weit. Die gute Nachricht zu Beginn: Der Chef des Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, ist optimistisch. Griechenland werde ohne weiteres Hilfsprogramm über die Runden kommen. Wenn, ja wenn die nächsten 18 Monate gut genutzt werden, sagte er der “Süddeutschen Zeitung“. Und er zeigt sich zuversichtlich, dass dies das letzte Programm ist, das Griechenland machen muss. „Das letzte Programm“, das haben wir schon öfter gehört. Es war im Nachhinein dann immer das vorletzte. Kann sein, dass es dieses Mal wirklich das letzte Programm ist. Weil das Land vielleicht bald nicht mehr in der Eurzone ist. Kann sein…

  
26.02.2017 15:06:29 [Infosperber]
Textilindustrie: Noch billiger geht immer
Billiger als China, Thailand oder Indonesien. Die Nähfabriken ziehen jetzt nach Myanmar – mit noch mieseren Arbeitsbedingungen. Stickige Fabrikhallen, Schikanen durch Vorgesetzte, Überstunden bis zum Umfallen und ein Hungerlohn, der kaum zum Leben reicht: Die Arbeitsbedingungen von Näherinnen und Arbeitern, die in Asien Kleider für westliche Mode-Labels herstellen, bleiben miserabel. Seit Jahren gelobt die Modebranche Besserung – doch die Ausbeutung geht weiter. Mit dem Leidensdruck wachsen auch die Proteste. In Kambodscha und Bangladesch demonstrierten Zehntausende Textilarbeiter für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Aber die Branche ist flexibel. Gibt eine Regierung dem Druck nach und erhöht den gesetzlichen Mindestlohn, ziehen die Textilfabriken einfach ins nächste arme Land, wo die Produktionskosten noch tiefer sind. Zum Beispiel nach Myanmar.

26.02.2017 13:47:23 [Start Trading]
DAX-Ausblick: Abwärtsrisiken!
Der DAX schwächelt. Anleger sollten jetzt die angestaute Fallhöhe beachten. Wenn es abwärtsgeht, dann deutlich schneller als manch ein Aktionär reagieren kann. Noch verwehrt man sich am Markt einer Phase nachgebender Notierungen. Dennoch sind die Risiken stark angestiegen, dass der Index dieses aktuelle Kursniveau nicht halten werden wird. Anleger sollten in der kommenden Woche Vorsicht walten lassen und mit fallenden Kursen rechnen.

  
26.02.2017 11:33:28 [N-TV]
China testet eigene Digitalwährung
China könnte bald das erste Land mit einer eigenen Digitalwährung als gesetzlichem Zahlungsmittel werden. Chinesischen Medienberichten zufolge hat die Zentralbank gemeinsam mit einigen der größten Geschäftsbanken einen ersten Versuchslauf für eine selbstentwickelte Variante der Blockchain-Technologie erfolgreich abgeschlossen. Ein Datum für die Einführung der Währung gibt es allerdings noch nicht. Die neue Digitalwährung soll nach dem Willen der Notenbank sowohl in Konkurrenz zur besonders in China populären Digitalwährung Bitcoin treten als auch den Bargeldverkehr teilweise ablösen.

26.02.2017 07:34:45 [Griechenland-Blog]
Würden Sie Griechenland Geld leihen?
Der wiederholt angekündigte und schließlich immer wieder aufgeschobene Gang Griechenlands an die Finanzmärkte soll nun im Frühjahr 2018 erfolgen, nur glaubt niemand wirklich daran. Glaubt jemand, Griechenland könne nächstes Jahr (2018) an die Märkte gehen und zu guten Preisen (seine) Verschuldung verkaufen? Und was wird es den Investoren zeigen? Das stabile politische Umfeld? Die attraktive Investitionslandschaft? Die reduzierte Verschuldung? Ein simpler und zugleich effizienter Test bezüglich des Bildes eines Politikers ist, sich selbst (ehrlich) zu fragen, ob man ihm sein Geld anvertrauen würde. Hätte man eine Schafherde, würde man sie ihm übergeben um sie zu weiden?

25.02.2017 22:10:18 [Makroskop]
Trumps Zölle – ein Vorbild für Afrika?
Die übergangsweise Abkehr vom Freihandel kann für afrikanische Ökonomien ein wichtiger Baustein sein, um eine aufholende Entwicklung zu starten. Dafür sind die Entwicklungswege der USA und europäischer Staaten ein Beleg. Es soll „Schluss [sein] mit schädlichen Exporten nach Afrika, die aufkeimende Industrien [zu] zerstören“, so hat es Entwicklungsminister Müller vor afrikanischen Botschaftern und BotschafterInnen gesagt. Und so steht es auch in seinem Marshall-Plan mit Afrika. Auch der Afrika-Beauftragte der Kanzlerin, Günter Nooke, fordert, in Bezug auf die EU-Afrika-Freihandelsabkommen.

  
25.02.2017 20:08:28 [Telepolis]
Die unendliche Geschichte der griechischen Euro-Rettung
Zauberer oder Zauderer? Alexis Tsipras zwischen deprimierenden Daten, neuen Sparmaßnahmen und falschen Versprechen. Bei den Griechenland-Verhandlungen der Eurogruppe gibt es immer noch keinen messbaren Fortschritt. Die Euro-Finanzminister kamen am vergangenen Montag lediglich darüber ein, dass Griechenland nach Verabschiedung neuer, für die Folgejahre wirksamer Sparmaßnahmen mit der Ankunft der Kreditgeber in Athen zur Wiederaufnahme der entsprechenden Verhandlungen zur Beendigung der zweiten Inspektion des dritten Rettungsprogramms rechnen kann. Eigentlich hätte die diesbezügliche Inspektion und damit die Freigabe der entsprechenden Kredittranche laut Kreditvertrag vor knapp einem Jahr abgeschlossen sein müssen.
 Medien, Journalismus, Propaganda, Zensur, Netzpolitik, Internet, Computer, IT, Digitales (5)
26.02.2017 16:49:30 [Übermedien]
Männer, die wie rechte Bots agieren, und was man gegen sie tun kann
Es heißt in diesen Tagen oft, die Demokratie stehe auf dem Spiel, und wenn man sich die Kontrahenten in diesem Kampf ansieht, hat man den Eindruck, dass sich die eine Seite formiert hat wie eine römische Armee in einem Asterix-Comic, während die andere aufgescheucht und unsortiert über das Feld rennt und nicht weiß, wie sie auf die Taktik des Gegners reagieren soll. Der Kampf im Netz hat sich radikalisiert. Adam Tinworth, Journalist und Blogger aus London, hat vor kurzem einen interessanten Gedanken in die digitale Welt gesetzt: Was den klassischen Journalismus von der Meinungsmaschine im Digitalen unterscheidet, ist, dass ihm ein Rahmen fehlt, ein Narrativ, wie man heute gern sagt.

  
26.02.2017 14:02:17 [Kontext Wochenzeitung]
Lernen von den Besten
Wenn sich ein Politiker freundliche Berichterstattung wünscht, muss er mit heftiger Kritik für dieses Presseverständnis rechnen. Oder auch nicht: Wie man damit Erfolg hat, zeigte einst etwa Günther Oettinger mit seinem Werben für Stuttgart 21. Zu den gerne zitierten Bonmots von US-Präsident Donald Trumps letztwöchiger Pressekonferenz gehört ja unter anderem sein Wunsch nach "freundlichen Reportern" respektive Medien, die seine großartige Arbeit nicht so ungebührlich kritisierten. Jetzt schäumen Kommentatoren unisono, der Präsident habe das Prinzip einer freien Presse in einer Demokratie nicht verstanden. Und die Aufregung ist völlig gerechtfertigt. Wird ein solcher Wunsch nach gewogener Berichterstattung aber auf einer weltpolitisch einige Nummern kleineren Bühne geäußert, von einer nicht ganz so zeternd und erratisch agierenden Person, können die Reaktionen freilich auch ganz anders ausfallen.

  
26.02.2017 14:00:32 [Qantara]
Medien im Würgegriff
Die jüngsten Entlassungen von Journalisten und Intellektuellen haben eine neue Diskussionswelle zur Meinungsfreiheit in der Türkei ausgelöst. Kurz vor dem Referendum über eine Verfassungsänderung stehen die Medien unter Regierungsdruck. In einer Woche kann viel passieren in der Türkei: Massenentlassungen von Professoren und Dozenten, Niederschlagung von Demonstrationen und die Entlassung von zwei türkischen Journalisten. Es gehört schon fast zum Alltag, dass gegen Andersdenkende vorgegangen wird. Kurz vor dem Referendum, bei dem das türkische Volk am 16. April für oder gegen ein Präsidialsystem stimmen soll, polarisiert der türkische Präsident die Gesellschaft. "Diejenigen, die "Nein" sagen, gehören in die Kategorie der Putschisten", so Erdoğan.

  
26.02.2017 07:39:44 [EJO - European Journalism Observatory]
Die Türkei im präfaktischen Nebel
Dass die Beschuldigung der Gülen-Bewegung, solange es keine Beweise gibt, ebenso eine „Verschwörungstheorie“ darstellt wie eine Beschuldigung der Regierung Erdogan, bleibt in der Berichterstattung unbeachtet, kritisiert der Erfurter Theologe Christoph Bultmann. Er bemängelt vor allem Interviews mit und Beiträge von Can Dündar, vormaliger Chefredakteur der Zeitung Cumhuriyet. Die Türkei macht mit einem Transformationsprozess Schlagzeilen, den türkische Journalisten im Land selbst nicht mehr kritisch beobachten und kommentieren können. Präsident Erdoğan wird bei Reporter ohne Grenzen als ein „Feind der Pressefreiheit“ geführt. Detaillierte Angaben zur Unterdrückung der Medien finden sich auch auf der Website „P24: Platform for independent journalism / Bağimsiz gazetecilik platformu“.

25.02.2017 22:19:45 [Übermedien]
Wie die „Welt“ Google einen Kampf gegen „Breitbart“ unterstellt
Häufig staunt man, wie Kommentatoren unter den Artikeln auf Nachrichtenseiten abgehen; wie sie die schlimmsten Untergangsszenarien heraufbeschwören und das Gefühl haben, diese ganze Demokratie mit ihrer Meinungsfreiheit und allem sei nur noch eine leere Hülle. Manchmal staunt man aber auch nicht, weil der Artikel über diesen Kommentaren eine genau solche Reaktion nahelegt. Dieser Artikel auf den Seiten der „Welt“ ist so einer. Er erweckt den Eindruck, dass Google sein Quasi-Monopol missbraucht, um gegen politisch missliebige Seiten vorzugehen. Dabei spricht – zumindest bei den hier behandelten Fällen – nichts dafür, dass das der Fall ist.
 Gold, Silber, Rohstoffe, Ressourcen (1)
  
26.02.2017 09:03:11 [Bankhaus Rott + Frank Meyer]
Über EchtGold und FalschGeld
Seit Jahresbeginn stieg der DAX um sagenhafte 2,5 Prozent und turnte jetzt kurz mal bei 12.000 Punkten herum. Wie hat man das gefeiert! Oder war das der Karneval? Ganz heimlich schleichen dagegen die Edelmetalle aufwärts… Doch neun Prozent Plus bei Gold und 15 Prozent beim Silber seit Jahresstart waren kaum eine Meldung wert. Dabei besagt das doch einiges. Denn Edelmetalle sind in Zeiten, in denen das Finanzsystem mit Heftpflastern zusammengehalten wird, das Anti – bzw. Ersatzgeld der Neuzeit.
 Konzerne, Monopole, Organisationen, Lobbyismus, Korruption (5)
  
26.02.2017 10:17:31 [Deutschlandfunk]
Korruptionsregister: Ein Gesetzentwurf ohne große Chancen
Klappe, Korruptionsregister die Dritte. So müsste ein Making off für die neue Folge "Die unendliche Geschichte des Korruptionsregisters" beginnen, die Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries mit dem neuen Referentenentwurf zur Einführung des Wettbewerbsregisters in dieser Woche eingeleitet hat. Aber man muss gar kein Hellseher sein, um zu erahnen, dass auch die vierte Folge mit dem Ende der der Legislaturperiode wieder einmal im Nirwana verschwinden wird, wie wir das bislang schon dreimal mit Abspann erleben konnten.

  
26.02.2017 09:00:37 [Neues Deutschland]
Es ist etwas faul im Staate Siemens
Die dänische Kleinstadt Engesvang im Herzen Jütlands wird bald einen ihrer größten Arbeitgeber verlieren: Siemens hat angekündigt, seine Windkraftfabrik zu schließen und alle 430 Mitarbeiter zu entlassen. Der deutsche Mischkonzern produziert hier seit zehn Jahren Rotorblätter, nachdem er 2004 einen dänischen Wettbewerber aufkaufte und selbst groß in das Windkraftgeschäft einstieg. Ein Siemens-Sprecher gab als Grund für die Schließung an, dass die Fabrik in Engesvang nur Flügel für Windräder von bis zu 50 Metern Höhe produzieren könne. In diesem Segment stagniere jedoch die Nachfrage, weltweit gehe der Trend hin zu Windrädern von 150 Metern und höher. Außerdem wolle Siemens die Produktion in der Windkraftsparte an weniger Standorten konzentrieren, um Kosten zu sparen. Auch Preis- und Rationalisierungsdruck seitens der Wettbewerber wurden als Begründung angeführt.

  
25.02.2017 22:04:18 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Die Privatisierung der Weltrettung
Die Bundesregierung schließt eine neue Vereinbarung mit der Bill & Melinda Gates-Stiftung zur Entwicklungszusammenarbeit. Die Kritik wächst. Wenn die Mächtigen in München das Schicksal des Planeten verhandeln, darf der reichste Mensch der Welt nicht fehlen. Der Microsoft-Gründer hat sich vom Software- zum Weltrettungs-Monopolisten entwickelt: Die Bill & Melinda Gates Foundation ist mit rund 40 Milliarden Dollar die vermögendste Privatstiftung der Welt. Sie vergibt Fördermittel von jährlich rund vier Milliarden Euro für Projekte und Forschung zur Armuts- und Hungerbekämpfung, Landwirtschaft und Gesundheit. Das hat dem Milliardär mit einem Vermögen von 85,2 Milliarden Dollar nicht nur viel Anerkennung gebracht, sondern auch Einfluss auf Regierungen, Universitäten und die Vereinten Nationen.

25.02.2017 22:01:50 [Telepolis]
Korrupte Demokratie
Korruption ist in Italien System. 25 Jahre nach der juristischen Untersuchung "Mani Pulite" gegen Korruption, Amtsmissbrauch und illegale Parteifinanzierung, aus der die zweite Republik und viele neue politische Bewegungen hervorgingen (darunter auch Berlusconis Forza Italia) sinniert Italien heute über die Fortschritte im Kampf gegen die Korruption. Antonio Di Pietro, einer der damaligen Staatsanwälte, kommentiert resigniert: "Die Korruption in der öffentlichen Verwaltung ist heute in Italien zum System geworden." Am 17 Februar 1992 wurde in Mailand Mario Chiesa verhaftet, ein Funktionär der Sozialistischen Partei, der mit seinen Geständnissen die Untersuchungen gegen die Korruption in ganz Italien in Gang setzte. Allein im Mailänder Raum wurde gegen ca. 4520 Korruptionsverdächtige ermittelt.

  
25.02.2017 19:33:06 [Junge Welt]
Gigantische Marktmacht
Südafrikanische Studie belegt negative Auswirkungen eines möglichen Zusammengehens von Bayer und Monsanto. Kleinbauern droht ein Teufelskreis. Das Schlagwort, das der Chemiekonzern Bayer als Argument für die geplante Übernahme des US-Saatgutgiganten Monsanto ins Feld führt, lautet »Effizienz«. Werner Baumann, der Vorstandsvorsitzende des Leverkusener Unternehmens, bezeichnete das anvisierte Zusammengehen der beiden Branchenriesen im vergangenen September im Wall Street Journal gar als »phantastische Kombination für die moderne Landwirtschaft«, die »die Werkzeuge bereitstellt, um eine schnell wachsende Bevölkerung zu ernähren«. 66 Milliarden US-Dollar (62,1 Milliarden Euro) ist Bayer dafür bereit zu zahlen, es wäre die größte Übernahme, die ein deutsches Unternehmen je getätigt hat.
 Überwachung, Daten, Geheimdienste, Spionage, Bevölkerungskontrolle, Sicherheitspolitik (4)
26.02.2017 16:44:00 [Der letzte Biss]
Neues Deutschland
Heute geht es um Pseudonymität und böse Zahlen.„Netzpolitik.org“ beschäftigt sich dankenswerterweise und ohne ideologischen Bias mit einem Vorhaben der nicht mehr ganz so „Großen Koalition“: Es geht um die Forderung nach einem zivilrechtlichen Anspruch auf Herausgabe der persönlichen Daten bei Persönlichkeitsverletzungen. Sprich, wer sich von irgendjemandem beleidigt oder verleumdet fühlt, darf ganz allein, ohne Einschaltung anderer Instanzen oder gar eine juristische Überprüfung der Vorwürfe, die Herausgabe der persönlichen Daten des Anderen verlangen. Die SPD verlangt noch einen Richtervorbehalt, aber netzpolitik.org verweist dazu auf die eher laxe Praxis, die eine solche Hürde nicht als besonders hoch erscheinen lässt.

  
26.02.2017 09:05:18 [Telepolis]
Wird die Polizei kaputtgespart?
Die Ausgaben für Innere Sicherheiten wachsen mit zunehmenden Alarmismus, die Überlastung ist durch Benchmarking, ausufernde Datenerhebung und überbordende Großeinsätze hausgemacht. Dies ist bedauerlicherweise keine erbauliche Kindergeschichte. Im Verlauf der hier gewählten Beispiele wird die Polizei auch ganz sicher nie ein Schmetterling, sie bleibt eine gefräßige Raupe. Zum Einstieg ein paar Zahlen, denn für das Ausschmücken einer vermeintlich prekären Ressourcenlage nutzen ja vor allem Polizeigewerkschafter gern das Angstkonstrukt vom "Kaputtsparen der Polizei". Tatsächlich ergibt ein Blick auf die Ausgaben für Innere Sicherheit ein vollkommen anderes Bild. In den Jahren 2005 bis 2016 sind allein die Ausgaben der Länder für die Innere Sicherheit von 15,4 Milliarden auf 20,1 Milliarden Euro gestiegen. Rechnet man die Ausgaben des Bundes hinzu, reicht die Steigerung von 21,694 zu 29,920 Milliarden Euro.

26.02.2017 06:56:45 [Telepolis]
Gefährder-Gesetz: Sorge um Freiheitsrechte von "Normalbürgern"
Neue Gesetzesvorhaben bauen Präventiv-Befugnisse der Polizei bedenklich aus. Langsam und weitgehend von der großen Öffentlichkeit unbemerkt bauen neue Gesetzesvorhaben Polizeibefugnisse aus, die nicht nur auf Terroristen oder Terrorismusverdächtige angewendet werden können. Darauf machte der bayrische Landesbeauftragte für den Datenschutz, Thomas Petri, vergangene Woche in einem bemerkenswerten Statement aufmerksam. Darin heißt es schon in der Überschrift, dass das geplante Gesetz "zur Überwachung gefährlicher Personen über das Ziel hinausschießt". Die Freiheitsrechte von "Normalbürgern" seien gefährdet, so der promovierte Jurist mit den Forschungsschwerpunkten Verfassungsrecht, Polizeirecht und Rechtsphilosophie, was ihm ganz offensichtlich einen wachen Blick eingetragen hat.

25.02.2017 21:58:03 [Radio Utopie]
Niederlande: optische Erfassung der Bevölkerung aus finanziellen Gründen begrenzt
Niederlande: Oberstes Gericht verbietet Finanzamt Daten von Polizeikameras zur Steuereintreibung bei Privatfahrten der Firmenautos zu nutzen.
 Krieg, Kriegsverbrechen, Frieden, Terrorismus, Rüstung, Militär (8)
  
26.02.2017 17:36:01 [Der Freitag]
Eine vermeidbare Tragödie
Syrien: Wie aus den demokratischen Protesten ein gnadenloser Krieg werden konnte, in dem jeder gegen jeden kämpft. Irgendwann wird die Geschichte des Syrien-Krieges neu geschrieben werden. Und nicht mehr viel mit der heutigen Berichterstattung gemein haben. Das syrische Drama lief in drei Akten ab. Der erste Akt spielte im Frühjahr 2011. Junge Syrer demonstrierten monatelang gegen die Regierung. Das war legitim. Ich habe in Homs selbst an Demonstrationen teilgenommen. Die Reaktion der syrischen Sicherheitskräfte war unverhältnismäßig und kontraproduktiv.

  
26.02.2017 14:50:04 [Gegenfrage]
Burn Pits: Pentagon vergiftete hunderte US-Soldaten im Irak
Laut dem neuen Buch eines US-Sergeants wurden im Irak hunderte Soldaten durch sogenannte Burn Pits (Verbrennungsgruben) vergiftet. Darin wurden Reifen, Batterien, Pestizide, medizinische Abfälle oder auch Leichen verbrannt.

26.02.2017 12:50:44 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Merkel bekennt sich zu höheren Verteidigungsausgaben
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich zu höheren Verteidigungsausgaben in Deutschland bekannt. „Sicherheit und Sicherung sind notwendig“, sagte Merkel am Samstag in Stralsund. Sie erinnerte an den Nato-Beschluss, wonach die Mitgliedsstaaten bis 2024 mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) fürs Militärausgeben sollen. „Verpflichtungen müssen schon erfüllt werden. Und das werden andere auf der Welt von uns auch einfordern“, sagte Merkel. „Und ich finde, sie haben Recht damit, dass auch Deutschland seine Verpflichtungen einhalten muss.“

  
26.02.2017 07:41:43 [RT Deutsch]
Der rätselhafte Krieg im Donbass
Wie die Menschen in den Frontgebieten nach Normalität suchen. Nach dem Ende der Münchner Sicherheitskonferenz beschießt die Ukraine wieder verstärkt den Donbass. Nationalisten blockieren Versorgungswege. Russland hilft aus. Unterdessen könnten die so genannten Volksrepubliken Bergwerke und Stahlbetriebe verstaatlichen. Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz haben sich die Außenminister von Deutschland, Russland, Frankreich und der Ukraine getroffen, um über die Durchsetzung des Minsker Abkommens zu beraten. Man werde auf die Ukraine und die so genannten Volksrepubliken Einfluss nehmen, damit sie das Minsker Abkommen umsetzen, hieß es unisono nach dem Treffen der Außenminister.

  
25.02.2017 22:16:46 [RT Deutsch]
Syrien-Gespräche: Das Ringen um den Geist von Genf
In Genf beginnt die vierte Gesprächsrunde zur Beendigung des Krieges in Syrien. Die Delegierten sollen den Grundstein legen für eine neue Verfassung und die Bildung einer inklusiven Regierung. UN-Sondergesandter De Mistura ist verhalten optimistisch. Fast 100 Jahre ist es her, dass kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, am 15. November 1920, zum ersten Mal Delegierte des Völkerbundes in Genf zusammentrafen. Mächtige Gebäude mit klangvollen Namen wurden dafür hoch über dem Genfer See in einem parkähnlichen Gelände errichtet. Wer heute immer noch hier tagt, diskutiert oder arbeitet, kann angesichts der schneebedeckten Berge, die jenseits des Genfer Sees in den Himmel ragen, zweifelsohne seinen Blick weiten.

  
25.02.2017 22:08:17 [Spiegel Online]
Die deutsche Bombe
Trump wackelt, Putin droht. Mancher fragt bang: Wer schützt uns, wenn die Russen kommen? Die gefährliche Logik der Abschreckung ist zurück. Aber diesmal könnte es richtig irre werden: Bekommt Deutschland eine eigene Atombombe? Das hatten wir lange nicht: Deutsche Panzer rollen nach Osten. Leopard und Marder sind unterwegs nach Litauen. Hundert Kilometer von russischem Gebiet entfernt sollen sie - ja, was? Die Russen von einem Angriff abhalten?

  
25.02.2017 20:12:47 [Ein Parteibuch]
Syrische Armee nimmt 15 Dörfer östlich von Aleppo ein
Die syrische Armee hat am heutigen Samstag östlich von Aleppo 15 bislang zum Gebiet der Terrorgruppe ISIS gehörende Dörfer eingenommen. Der in der Gegend von der syrischen Armee langsam, aber kontinuierlich unternommene Vorstoß nach Osten dient semi-offiziell dazu, den noch 20 Kilometer weiter östlich liegenden Ort Khafsah einzunehmen und so die Wasserversorgung der Metropole Aleppo aus dem Euphrat zu sichern.

  
25.02.2017 19:19:53 [Deutschlandfunk]
"Die Machtverhältnisse haben sich deutlich geändert"
In der aktuellen Runde der Syrien-Gespräche in Genf habe sich die Ausgangslage deutlich geändert, sagte der Nahost-Experte Günter Meyer von der Universität Mainz im Deutschlandfunk. Das Regime habe seine Position deutlich gestärkt. Damit sei eine politische Lösung - mit einem Präsidenten Assad - in Reichweite. Aber: "Es steht und fällt mit der Trump-Regierung." Meyer betonte, das Regime habe mit der Unterstützung Russlands und des Irans seine Position deutlich gestärkt. Insbesondere die Rückeroberung von Ostaleppo sei ein großer Erfolg. Ein Syrien mit Machthaber Baschar al-Assad an der Spitze sei deshalb das wahrscheinlichste Szenario.
 Deutschland (6)
  
26.02.2017 17:41:35 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Bund will BER-Chef Mühlenfeld in Sondersitzung befragen
Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg hat es abgelehnt, Berichte über eine mögliche Ablösung ihres Chefs Karsten Mühlenfeld zu kommentieren. Dazu werde man sich nicht äußern, sagte ihr Pressesprecher Lars Wagner am Sonntagmorgen. Er verwies auf ein Interview Mühlenfelds mit dem in Berlin erscheinenden „Tagesspiegel“ (Samstag), das weiterhin gelte. Dort hatte der Geschäftsführer seine Entscheidung verteidigt, den bisherigen Technik-Chef Jörg Marks am neuen Hauptstadtflughafen BER zu entlassen und ihn durch den früheren Bahn-Manager Christoph Bretschneider zu ersetzen. Dies sei nötig gewesen, um den Airport zügig fertigzubauen.

  
26.02.2017 16:54:58 [Telepolis]
Singing the Bavarian Obergrenzen-Blues
Reaktionärer Irrsinn in Reinkultur. Mit der eintönigen Beharrlichkeit einer Schallplatte, die einen Sprung hat, wiederholen Horst Seehofer und seine CSU das Lied von der Obergrenze für den Zuzug von Flüchtlingen nach Deutschland. Selbst dem Versuch, den Sprung in der Schüssel mühselig zu verkleistern, widersetzt sich die Christlich-Soziale Union. So wie bei einigen alten Liedern, die jedermann singt, ohne über den Inhalt nachzudenken, ist die gebetsmühlenhaftige Beschwörung der Obergrenze zur Routine geworden. Doch Nachdenken wäre den Aufwand wert; denn kein CSU-Politiker überlegt noch, was wirklich gemeint ist, wenn die Gesinnungsgenossen den Obergrenzen-Blues abnudeln.

  
26.02.2017 16:45:40 [Tichys Einblick]
Immer nur dagegen: Vorschreiben und Verbieten
Die Fünf Verbote: Du darfst nicht Fisch und Fleisch essen. Du darfst dich nicht verkleiden. Du darfst nicht schneller als 30 kmh sein. Du darfst deinen Kamin nicht heizen. Du darfst nicht dürfen. Gottseidank muss ich sie und ihr Haus nicht aufsuchen. Barbara Hendricks, SPD, hat für Gäste des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) Fleisch- und Fischverbot erteilt. In einer „Rund-E-Mail“ wies Staatssekretär Jochen Flasbarth an: Alle „Dienstleister und Caterer“ müssen nun fleisch- und fischlos kochen! Auf zwei Seiten heißt es: „Beauftragte Caterer verwenden weder Fisch oder Fischprodukte noch Fleisch oder aus Fleisch hergestellte Produkte.“ Ihr Kanzlerkandidat Schulz aß noch neulich auf Wahlkampf Bratwurst, damit ist jetzt Schluss.

26.02.2017 11:31:54 [Der Freitag]
Das kann keinem Menschen zugemutet werden
Interview: Matthias Lehnert ist Anwalt für Aufenthaltsrecht. Er hofft, dass das Bundesverfassungsgericht die Abschiebungen nach Afghanistan als Verletzung der Grundrechte wertet. Der Freitag: Kürzlich hat die EU mit Afghanistan ein Abschiebeabkommen vereinbart, gestern Abend startete in München erneut ein Flugzeug mit abgelehnten Asylbewerbern in Richtung Kabul. Die Regierung argumentiert, es gebe dort sichere Regionen. Stimmt das? Matthias Lehnert: Unabhängig von den Bemühungen der EU oder der Bundesrepublik, Abschiebungen nach Afghanistan zu erleichtern, sind und bleiben sie juristisch und vor allem menschenrechtlich höchst problematisch. Wie brüchig und unsicher die Situation im Land ist, zeigt der neueste Bericht vom UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). Eine Rückkehr nach Afghanistan kann eigentlich keinem Menschen zugemutet werden. Die Berichte vom UNHCR, aber auch von anderen Organisationen zeigen vielmehr, dass mehr oder weniger im gesamten Gebiet von Afghanistan noch Krieg herrscht.

26.02.2017 11:29:59 [Wirtschaftswunder]
Deutschland und die Globalisierung – Woher kommt der Schulz-Hype?
Der Deutsche ist gerade, sagen wir, nicht ganz einfach zu verstehen. Da macht der Staat die höchsten Überschüsse seit einem Vierteljahrhundert. Die Wirtschaft schafft Arbeitsplätze wie Brötchen. In Umfragen berichten viele, sie hätten relativ wenig Angst, ihren Job zu verlieren. Und was macht der Deutsche? Läuft plötzlich diesem Schulz hinterher, der behauptet, dass es alles nicht gerecht zugeht und wir dringend eine neue Regierung brauchen. So was! Jetzt ist es nicht ganz so verwunderlich, dass Vertreter der amtierenden Regierung mütterlicherseits das nicht so toll finden. Der Mann rede das Land schlecht – und sei ja so wie Trump (aktuell die höchste Minuswertung für politische Gegner). Die Frage ist trotzdem, warum Schulz so gut ankommt. Ist der Deutsche doch nicht so glücklich?

  
25.02.2017 22:06:19 [Neues Deutschland]
Die verdächtige Eile des Alexander Dobrindt
Quasi über Nacht hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Zulassung für Gigaliner auf deutschen Straßen zum 1. Januar erteilt. Mit einer Länge von bis zu 25,25 Metern sind diese fast sieben Meter länger als normale Gespanne. Das Umweltministerium von Barbara Hendricks (SPD) zeigte sich »überrascht« und kritisierte die Entscheidung als »Alleingang«. Das Verkehrsministerium wies die Vorwürfe zurück: Man habe die Straßentauglichkeit »in einem großen Feldversuch über fünf Jahre hin untersucht« und wissenschaftlich dokumentiert. Zudem sei die Bundesanstalt für Straßenbau (BASt) in ihrer Auswertung des Tests zu dem Schluss gekommen, dass die Fahrzeuge zuzulassen seien, zitierte die »Zeit« später eine Ministeriumssprecherin.
 Europa, Brüssel, EU allgemein (5)
26.02.2017 15:10:52 [Ökonomenstimme]
Europäische Union oder Disunion?
Vor 60 Jahren wurde mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge der wichtigste Grundstein der heutigen EU gelegt. Nach über 50 Jahren relativ stetiger Erweiterungs- und Vertiefungsschritte, die zur EU28 und – für mittlerweile 19 Mitgliedstaaten – auch zu einer gemeinsamen Währung führten, zeigen sich seit einigen Jahren allerdings auch klare gegenläufige Tendenzen: So wird 2009 durch das im Vertrag von Lissabon beschlossene Austrittsrecht zum ersten Mal auch eine Umkehrbarkeit des Integrationsprozesses offiziell anerkannt. Mit der Diskussion um einen möglichen Grexit werden Rückschritte bezüglich der Integrationstiefe – zumindest für einzelne Länder – zur Option erklärt. Selbst EZB-Präsident Draghi sprach jüngst die Möglichkeit eines Austritts aus der Eurozone an. Insgesamt beginnt die Bereitschaft, nationale Souveränität an die EU abzugeben, immer mehr zu schwinden, nationale Interessen konkurrieren zunehmend mit Gemeinschaftszielen, der Integrationsraum beginnt zu schrumpfen (Brexit).

26.02.2017 10:25:13 [Meine Meinung - meine Seite]
Die Ukraine heute
In Kiew, in der Ukraine, war jetzt trauriger Jahrestag des Maidan- Putsches von 2014, durch den der demokratische gewählte Ptäsident Janukowitsch zur Flucht gezwungen wurde und es im Zuge von offiziell immer noch nicht geklärten Schießereien mehr als 100 Tote gab; auf Seiten der Demonstranten wie der Sicherheitskräfte.

  
26.02.2017 08:56:11 [RT Deutsch]
Russland setzt im Ukraine-Konflikt auf Menschenrechte und Soziales
Kein Mensch ist illegal: Der Erlass des russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Anerkennung der Pässe in Donezk und Lugansk lebender Bürgern der Ukraine sorgt im Westen für Empörung. Der humanitäre Akt war aber längst überfällig. Das Timing war trotzdem gut gewählt. Dem Erlass zufolge können Bürger der Ukraine und Staatenlose, die ständig in einzelnen Bezirken der Gebiete Donezk und Lugansk wohnen, auf Vorlage ihrer Ausweisdokumente hin ohne Visum nach Russland einreisen. Anerkannt würden nun Ausweise, Bildungs- oder Berufsbildungszeugnisse, Geburtsurkunden, Heirats- und Scheidungsurkunden, Namensänderungsurkunden, Sterbescheine, Fahrzeugscheine und Autokennzeichen, die von den zuständigen Stellen ausgestellt worden sind.

  
26.02.2017 06:52:35 [World Economy]
Wie der Ex-Präsident Georgiens Saakaschwili nun die Ukraine „euroisiert“
Osteuropa-Experte Dr. Wolfgang John: ''Saakaschwili hat in der Ukraine nicht die geringsten Chancen''. Sowohl Georgien als auch die Ukraine sind weiter denn je von der NATO und der EU entfernt. Georgien bleibt nach wie vor ein Schlüsselland im Südkaukasus. Michail Saakaschwili nahm schon vor Jahren Kurs Richtung Europa und NATO. Jetzt plant er auch die Ukraine in die EU und in die Allianz führen und tritt, wie schon so oft in seinem Leben, ins Fettnäpfchen. Im Gespräch mit World Economy kommentiert die aktuelle Situation um Georgien, Ukraine und den Ex-Präsidenten Michail Saakaschwili, der Osteuropa-Experte, Dr. Wolfgang John.

  
25.02.2017 19:17:04 [Polit Platsch Quatsch]
Europa der 28 Geschwindigkeiten: Zweiergipfel beschließt neue EU
Ende, Aus, vorbei, es geht nicht mehr. Im zehnten Jahr der Rettung Europas muss die Führung des Kontinents eingestehen, dass alle Träume und wuchernden Wünsche von einer Staatengemeinschaft, die möglichst bald zu einem Bundesstaat mit gemeinsamer Finanz-, Wirtschaft- und Verteidigungspolitik unter deutscher Führung wird, in der geplanten Kürze der Zeit nicht zu erreichen ist. Ursprünglich war noch der Ausbruch der Finanzkrise als große Chance gehandelt worden, die von Wirtschaftseinbruch und Staatsschuldenkrise verunsicherten Bürger zu überrumpeln und ihnen ein fix und fertiges „Mehropa“ vorzusetzen, das mit sicherer Hand aus Brüsseler Hinterzimmern hätte geführt werden sollen.
 International (14)
  
26.02.2017 15:16:40 [Blätter für deutsche und internationale Politik]
Die Welt, wie Trump sie sieht
Sich ein realistisches Bild von der Außenpolitik zu machen, die Donald Trump zu führen gedenkt, fällt bislang schwer. Anders als angehende Präsidenten vor ihm hat er weder präzise Positionspapiere darüber vorgelegt, was er vorzugsweise tun möchte, noch lange Reden dazu gehalten. Alles, woran wir uns einstweilen halten können, sind einige Interviews und Wahlkampfauftritte sowie seine Personalentscheidungen, die Besetzung der Spitzenämter in der künftigen Administration betreffend. Einige Beobachter schließen daraus, dass Trumps außenpolitische Vorstellungen laienhaft und inkohärent seien, ja dass er sie im Wesentlichen wohl aus den Schlagzeilen sowie aus seinen Erfahrungen als weltreisender Geschäftsmann beziehe. Doch bei näherem Hinsehen beginnt ein bestimmtes Muster sich abzuzeichnen. Da zeigt sich, dass Donald Trump durchaus über einen klaren Blick auf die Welt und auf die Rolle verfügt, die Amerika in ihr, wie er findet, spielen sollte – ja, in mancher Hinsicht werden seine Vorstellungen den heutigen Weltzuständen weit eher gerecht als diejenigen angesehener Experten und Politikstrategen in Washington.

26.02.2017 12:56:54 [Neue Rheinische Zeitung]
Will das US-Establishment tatsächlich einen Atomkrieg?
Wenn Sie Sprecher bei den US-TV-Sendern CNN oder MSNBC werden oder für sich prostituierende Zeitungen wie die New York Times, die Washington Post, das Wall Street Journal oder andere Mainstream-Blätter schreiben wollen, müssen Sie so hirntot und so unverschämt wie Bill O'Reilly sein. In einem Interview mit dem Präsidenten Donald Trump tönte O'Reilly: "Putin ist ein Mörder." O'Reilly ist es offensichtlich völlig gleichgültig, dass er mit seiner Anschuldigung einen Atomkrieg auslösen könnte, der die Erde vernichten würde. O'Reilly will die Absicht des Präsidenten Trump, die Beziehungen zu Russland zu normalisieren, dadurch diskreditieren, dass er ihm unterstellt, einen Deal mit einem Mörder machen zu wollen; dabei lässt er völlig außer Acht, dass die letzten drei US-Präsidenten mehrere Länder zerstören und Millionen Menschen umbringen ließen. Präsident Trump hielt O'Reilly entgegen: "Auch unter uns gibt es viele Killer. Halten Sie unser Land etwa für unschuldig?" Trump hat aber den Fehler gemacht, dass er Putin mit Obama, George W. Bush, Bill Clinton und vielen anderen Verbrechern in eine Reihe stellte. Niemand hat bis jetzt Putin nachgewiesen, dass er wirklich ein "Mörder" ist.

  
26.02.2017 12:48:34 [Zeit Online]
Basis verlangt Fundamentalopposition gegen Trump
Alle reden über Donald Trump. Und was macht die Gegenseite? An diesem Wochenende treffen sich die US-Demokraten in Atlanta, um über die richtige Strategie gegen Trump zu beraten. Und um eine neue Führung zu wählen. Der moderate Kandidat für die Führung des Democratic National Committee (DNC) ist Tom Perez, Arbeitsminister unter Barack Obama. Zwei Politiker, die einen radikaleren Kurs verlangen, fordern ihn heraus: Keith Ellison, ein Abgeordneter aus Minnesota und der erste Muslim im Kongress. Sowie Pete Buttigieg, der Bürgermeister von South Bend, Indiana.

  
26.02.2017 11:35:20 [Deutschlandfunk]
Hungersnöte: Zahlen - oder sterben lassen
Jemen, Südsudan, Nigera, Somalia: Zwanzig Millionen Menschen drohen in diesen vier Ländern zu verhungern. Ihr Überleben hänge jetzt von der internationalen Hilfe ab, kommentiert Marc Engelhardt. Man könne nur hoffen, dass die Volksvertreter in aller Welt hier die richtigen Entscheidungen träfen. Hungersnot, das ist ein Wort, das UN-Generalsekretär Antònio Guterres nur sehr selten in den Mund nimmt. Es ist die schlimmste Kategorie des Hungers, der täglich überall in der Welt herrscht. Hunderte Millionen sind unter- oder mangelernährt, leben unter Umständen, die wir uns im reichen Deutschland kaum vorstellen können. Sie kratzen Rinde von Bäumen, um sie über dem Feuer zu rösten, sie kochen Suppen aus Gras oder teilen sich an guten Tagen als mehrköpfige Großfamilie eine halbe Tasse Reis.

  
26.02.2017 11:27:43 [Amerika 21]
Brasilien will Agrarland für internationales Kapital freigeben
Die De-facto-Regierung von Brasilien unter Michel Temer forciert den Ausverkauf des Landes. Der Verkauf von Agrarland an ausländische Unternehmen soll demnächst erlaubt werden. Damit wird es ausländischen Firmen oder Privatpersonen möglich sein, Flächen bis zu 100.000 Hektar zu kaufen sowie weitere 100.000 Hektar zu pachten. Bisher war dies gesetzlich nicht gestattet und von der linksgerichteten Vorgängerregierung verhindert worden. Über den Gesetzentwurf wird in der kommenden Woche der Kongress entscheiden. Seine Zustimmung gilt als sicher. Kritiker hingegen bezeichnen das Gesetz als "zweiten Schritt des Staatsstreiches von 2016" und wollen im Falle einer Verabschiedung zum Verkauf stehende Flächen besetzen.

  
26.02.2017 08:58:22 [Qantara]
Gefährliches Freund-Feind-Denken
Der türkische Staatspräsident versteht es, sich politisch zu inszenieren, seine Anhänger aufzustacheln, seine Gegner zu denunzieren und im selben Atemzug trotzdem von nationaler Einheit zu sprechen. Die gibt es aber schon lange nicht mehr. Erdoğans Politik der Spaltung bereitet dem Land massive Probleme. Ziel Recep Tayyip Erdoğans und seiner islamisch-konservativen Partei AKP war es nach ihrem erdrutschartigen Wahlsieg im Jahr 2002, das Land aus seiner tiefen Wirtschaftskrise zu befreien. Gleichzeitig begann Erdoğan, die Türkei Schritt für Schritt nach seinen religiösen und konservativen Wertevorstellungen umzubauen und den ihm verhassten Laizismus von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk zurückzudrängen.

26.02.2017 08:52:14 [Deutschlandradio Kultur]
Widerstand gegen Ölkonzerne: Ecuadors gallisches Dorf
Die Kitchwa von Sarayaku, ein indigenes Volk im südlichen Amazonasgebiet Ecuadors, wehren sich seit mehr als 25 Jahren erfolgreich gegen die Erdölförderung auf ihrem Gebiet. Für ihren Widerstand sind sie inzwischen weltweit berühmt. Nun droht neues Unheil. 300 Kilometer mit dem Bus bis Canelos – und dann weiter mit dem Kanu. Luftlinie sind es von dort nur rund 40 Kilometer. Das klingt eigentlich machbar. Kaum liegt das Verkehrschaos von Ecuadors Hauptstadt Quito hinter uns, gleitet der Bus mit rund 100 Kilometern pro Stunde über eine mehrspurige Autobahn. Später wird die Straße einspurig und die holprige Berg- und Talfahrt über endlose Serpentinen durch Nebelgebiete und Andentäler beginnt.

  
26.02.2017 06:54:25 [N-TV]
US-Demokraten wählen neuen Parteichef
Dreieinhalb Monate nach ihrer schweren Niederlage bei den Präsidenten- und Kongresswahlen haben die US-Demokraten einen neuen Vorsitzenden gewählt. Der frühere Arbeitsminister Tom Perez setzte sich am Samstag bei einer Parteiversammlung in Atlanta mit 235 Stimmen knapp gegen den Kongressabgeordneten Keith Ellison durch, auf den 200 Stimmen entfielen. Perez gilt als Vertreter des Partei-Establishments, er ist ein Vertrauter des früheren Präsidenten Barack Obama. Der Ex-Minister rief die Partei nach seiner Wahl zur Geschlossenheit auf, um dem rechtspopulistischen Präsidenten Donald Trump kraftvoll entgegentreten zu können.

26.02.2017 06:48:12 [Contra Magazin]
Chinas neue Weltordnung - Ende des "Amerikanischen Jahrhunderts"
China unterstützt den russischen Plan einer multipolaren Weltordnung, in der nicht mehr der Westen den Ton angibt. Das "Amerikanische Jahrhundert" neigt sich dem Ende zu.

26.02.2017 06:44:55 [Zeit Online]
Der Nationalismus globalisiert sich
Eine neuartige Form des Nationalismus stellt die Globalisierung und die Art, wie wir leben, infrage. Der Konflikt könnte viel umfassender werden, als wir bislang ahnen. Donald Trump, Wladimir Putin, Marine Le Pen, Frauke Petry und der sogenannte "Islamische Staat", sie alle haben eines gemeinsam: Sie kritisieren die Globalisierung, und ihre Kritik wird von vielen Menschen geteilt. Obwohl die wirtschaftliche Verflechtung der Welt uns – unter anderem – billigere Produkte und bessere Exportmöglichkeiten gebracht hat, ist der Begriff Globalisierung zu einem Schimpfwort geworden.

25.02.2017 22:18:30 [IPG - Internationale Politik und Gesellschaft]
Freundschaft sieht anders aus
Das Treffen Trump-Abe zeigt: Die USA bleiben ein Unsicherheitsfaktor für Japan. Was war das doch für eine Freude zwischen dem japanischen Premierminister Shinzo Abe und US-Präsident Donald Trump bei Abes dreitägigem Treffen mit Trump Mitte Februar. Umarmen und endloses Händeschütteln, Dinge, die Japaner eigentlich gar nicht mögen, und dann High Five beim Golfspiel. Vergessen schienen die Anschuldigungen Trumps, Japan manipuliere seine Währung nach unten, überschwemme den amerikanischen Markt mit Autos, die im Billiglohnland Mexiko gebaut würden, und lasse sich ohne große eigene Anstrengungen von den USA verteidigen.

25.02.2017 21:59:20 [BüSo-Bürgerrechtsbewegung Solidarität]
Realitätsverlust selbstverliebter „Demokraten“ nimmt klinische Formen an
Die kollektive Hysterie, die das neoliberale transatlantische Establishment angesichts der tiefgreifenden strategischen Veränderungen, die sich u.a. in der Präsidentschaft Trumps und der Dynamik der Neuen Seidenstrasse manifestieren, erfaßt hat, stellt ein massenpsychologisches Phänomen der neuen Art dar. Mit einer symbiotischen Verschmelzung von Gruppendenken und Gruppennarzißmus ergehen sich die Vertreter der ach so demokratischen „westlichen Wertegemeinschaft“ in Ausfällen der niedrigsten Art gegen Andersdenkende, ohne daß es ihnen auch nur im geringsten auffiele, wie diktatorisch sie sich aufführen.

  
25.02.2017 20:10:50 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Nordkorea umgeht Sanktionen mit weltweitem Firmennetz
Nordkorea umgeht nach Einschätzung der Vereinten Nationen die internationalen Sanktionen mit einem Geflecht aus Firmen in der ganzen Welt. Unterstützt werde das durch einen noch immer teilweise möglichen Zugang zum Bankensystem, heißt es in einem UN-Bericht, der Reuters vorlag. Nordkorea gelinge es, weiterhin Menschen, Geld und Güter über die Grenzen zu schaffen. Auch der grenzüberschreitende Waffenhandel dauere an. Die UN-Mitgliedstaaten sollten „erhöhte Wachsamkeit“ gegenüber nordkoreanischen Diplomaten üben, die in wirtschaftliche Aktivitäten verwickelt seien, weil einige von ihnen illegale Netzwerke finanziell unterstützten, schreiben die UN-Fachleute.

  
25.02.2017 19:11:46 [Einartysken]
Gewalttätige Verhaftungen bei Räumung des North Dakota Protestlagers
Die Krawallpolizei begann gewalttätig die verbliebenen Demonstranten gegen die Dakota Access Pipeline zu verhaften, nach Ablauf der deadline von Doug Burgum, dem Gouverneur von North Dakota [ein besonders eifriger Stiefelknecht der Milliardäre. d. Ü.] Die ersten Verhaftungen fanden nur wenige Stunden nach der deadline um 2 Uhr in der Frühe statt. Die Polizei kam angestürmt und griff die unbewaffneten Demonstranten und unabhängigen Journalisten an.
 Politik, Verfassung, Grundgesetz, Parteien, Wahlen, Demokratie, Recht, Gesetz und Justiz (6)
  
26.02.2017 17:39:53 [Frankfurter Rundschau]
Türkei: Diktatur am Bosporus
Der türkische Staatspräsident ist ein Lügner. Recep Tayyip Erdogan wird am 16. April die türkischen Wähler über einen Volksentscheid abstimmen lassen, mit dem er, so sagt er, das Präsidialsystem in der Türkei einführen möchte. Er plant dafür sogar einen PR-Auftritt in Deutschland vor seinen türkischen Untertanen. Präsidialsystem bedeutet, dass der Präsident zugleich Staatsoberhaupt, Regierungschef und militärischer Oberbefehlshaber ist. Es bedeutet einerseits die direkte Wahl des Präsidenten durch das Volk, andererseits bedeutet es zugleich scharfe Kontrolle, wie beispielsweise in den USA durch die beiden Häuser des Kongresses, die jede Gesetzesvorlage jederzeit zu Fall bringen können.

  
26.02.2017 17:37:53 [Neues Deutschland]
AfD rechtsrum in den Bundestag
Rechtspartei geht in NRW mit nationalistischem Spitzenkandidaten in die Bundestagswahl. Langsam ist es soweit - die Parteien in den Bundesländern stellen ihre Listen für die Bundestagswahl auf. So auch die Alternative für Deutschland in Nordrhein-Westfalen. Wahlversammlungen bei der AfD in NRW sind immer ein besonderes Happening. Nach stundenlangen Debatten über Formalitäten, etwa bei der Frage ob die Kandidaten einzeln oder im Block gewählt werden oder wie lange sie sich vorstellen dürfen, geht es endlich mit den Vorstellungen los.

  
26.02.2017 16:24:06 [ceiberweiber]
Die Eurofighter-Affäre als österreichisches Sittenbild
Wer meint, die jüngst wieder aufgeflammte Affäre um die Beschaffung von 15 Eurofightern für das Bundesheer sei provinziell oder typisch österreichisch, die/der irrt gewaltig. Denn man kann auch anhand der Zustände im Verteidigungsministerium, der Rolle von Medien und der wahren Hintergründe wie bei kritischen Berichten über die USA oder über Deutschland den „deep state“ am Werk sehen. Zunächst schien es dem Mainstream, den Grünen und der SPÖ darum zu gehen, die einstige Koalition von ÖVP und FPÖ sowie Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) an den Pranger zu stellen.

  
26.02.2017 06:50:17 [WSWS]
Französische Präsidentschaftswahl: Neofaschisten setzen auf EU-Austritt
Nach dem Auftakt ihres Wahlkampfs in Lyon gab Marine Le Pen das Wahlprogramm des neofaschistischen Front National (FN) bekannt. Es besteht aus 144 Wahlversprechen. Die FN-Präsidentschaftskandidatin fordert eine brutales Vorgehen gegen Zuwanderer, vor allem Muslime, sowie zahlreiche Law-und-Order-Maßnahmen und eine Verschärfungen der französischen Militärpolitik. Außerdem attackiert sie die Nato und die Europäische Union (EU) von rechts. Obwohl eine Mehrheit der französischen Bevölkerung eine derartige Politik ablehnt, hat Le Pen reelle Chancen auf den Sieg in den Präsidentschaftswahlen im April und Mai. Laut einer Ipsos-Umfrage vom Donnerstag könnte sie im ersten Wahlgang mit 25 bis 26 Prozent gewinnen. Der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron, der der PS nahesteht, würde demnach 20 bis 23 Prozent der Stimmen erhalten.

26.02.2017 06:46:16 [Verfassungsblog]
Von Punkten und anderen Symbolen
Eine neue Linie im Abschiebungsrecht oder bloßer Aktionismus? Ein „Punkt“ bezeichnet in der Geometrie ein Objekt ohne jede Ausdehnung. Punkte stehen per definitionem isoliert für sich und können zu anderen Punkten nur durch ein anderes Objekt – etwa eine verbindende Linie – in einen axiomatischen Zusammenhang treten. Ein solches Denken in „Punkten“ ist einem sich an der Vorstellung von Recht als „systematischem Ganzen“ orientierenden Rechtsdenken fremd. Ein an der Einheit der Rechtsordnung und der Befolgung von Verfassungs-, Völker- und Europarecht interessierter Gesetzgeber hat sich daher nicht von Punkten, sondern von höherrangigen Normen und Prinzipien leiten zu lassen.

  
25.02.2017 22:14:49 [WSWS]
Niederlande: Ausländerhetze beherrscht Wahlkampf
Umfragen zufolge werden die beiden Regierungsparteien bei den niederländischen Parlamentswahlen am 15. März für ihre drastische Kürzungspolitik abgestraft. Nutznießerin der Verluste der marktliberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD), die mit Mark Rutte den Regierungschef stellt, und der sozialdemokratischen Partei der Arbeit (PvdA) wird voraussichtlich Geert Wilders‘ ausländer- und muslimfeindliche Partei für die Freiheit (PVV) sein. Sie liegt in den Umfragen derzeit als stärkste Partei knapp vor der VVD. Die Wahlen in den Niederlanden sind auch deswegen von Bedeutung, weil in dem Land mit rund 17 Millionen Einwohnern nicht selten gesamteuropäische Entwicklungen ihren Anfang nehmen. Im Mai wird in Frankreich der Präsident, im September in Deutschland der Bundestag gewählt. Auch hier versuchen die Rechten von der Politik der etablierten Parteien zu profitieren.
 Arbeit, Soziales, Gesellschaft, Bildung (4)
  
26.02.2017 11:39:14 [Querdenkende]
Weltweites Elend offenbart unfähige Schmarotzer
Irgendwo im Herzen von Simbabwes Großstadt Bulawayo geboren, kann bereits eine harte Zukunft bedeuten im Gegensatz zu Berlins Villenviertel im Grunewald. Zwei unterschiedliche Voraussetzungen, die größer kaum sein könnten. Ungerechtigkeit, weltweit gepflegt und geduldet, weil Mensch bis heute es nicht schafft, sich von solch selbst verursachten Nöten zu befreien.

26.02.2017 10:24:41 [Makroskop]
Kapitalismus und Freiheit?
Wohlstand für Alle und Freiheit für das Individuum – das waren die Versprechen, mit denen der Neoliberalismus einst seinen Siegeszug antrat. Ersteres hat sich nicht erfüllt. Aber wie verhält es sich mit der Freiheit? Von Epikur ist folgender Satz überliefert: Frei ist nur der Mensch, der innerlich frei ist und nur das tut, was die Vernunft wählt. Führt man noch einmal die Aussagen von Hartmut Rosa ins Feld, wird klar, dass die eigene Vernunft in der freien Marktwirtschaft selten das Maß der Dinge ist. Die menschliche Vernunft sträubt sich dagegen, die Natur zu verseuchen, Angestellte zugunsten einer höheren Rendite zu entlassen und Menschen vom Wohlstand auszugrenzen, aber das Gesetz des Kapitals scheint es unausweichlich zu machen. Marktgesetze sollen wie Naturgesetze gelten, gegen die aufzubegehren sinnlos ist.

26.02.2017 08:50:07 [Gewerkschaftsforum]
Trend zu fragmentierten Arbeitskämpfen setzt sich fort
Im ersten Halbjahr 2015 war von einer »Rückkehr der Streiks« die Rede. Im Sozial- und Erziehungsdienst und bei der Post legten Zehntausende wochenlang die Arbeit nieder. Und 2016? Rückkehr zur bundesdeutschen Normalität scheinbar friedlicher Arbeitsbeziehungen? Eher nicht. Zwar ist die Zahl der Streiktage im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Die vielen kleineren und etwas größeren Arbeitskämpfe 2016 zeigen aber: Die Klassenkonflikte sind da, um zu bleiben.

  
25.02.2017 19:31:04 [Querdenkende]
Wenn Ideologien zu Idiotien führen
Sicher sind nicht alle, die sich vehement dagegen sträuben, eine einmal festgelegte Ideologie nachzubessern oder gar komplett als Irrtum zu erkennen, Idioten. Aber sie sind Kleingeister, die sich weigern, neue Impulse, Ideen aufzunehmen und auszuarbeiten. Dies ist der Grund, warum viele Ideologien, die im Ansatz, von der Grundidee her gute Inspirationen eröffnen könnten, oftmals nur noch leere Hülsen darstellen, die mit Gewalt und Niedertracht aufrecht erhalten werden.
 Umwelt, Natur, Ökologie, Energie, Oel, Atomkraft, Atomenergie, Klima, Agrarwirtschaft, Gentechnik (2)
  
26.02.2017 12:46:15 [Eike]
G20: Merkel legt einen Klima-Hinterhalt für Trump
Trump wird bald Gelegenheit haben, unseren Alliierten in Westeuropa den Irrweg ihrer Emissionen kappenden Politik aufzuzeigen. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bereitet einen Hinterhalt vor, in den sie Präsident Trump während des G20-Gipfels im Juli locken will. Und Trumps Reaktion wird Aufschluss darüber geben, ob seine Präsidentschaft wie die zweite Amtszeit von George W. Bush daherkommt oder die Ausnahmestellung bzgl. Energie von Amerika in den Dienst der Wiederherstellung amerikanischer Größe stellen wird.

  
26.02.2017 07:37:29 [Tichys Einblick]
Klimakatastrophe in der Krise
Mit einer Podiumsdiskussion wollte die VolkswagenStiftung zu mehr Klimaschutzanstrengungen aufrufen. Das aber scheiterte kläglich. Ein Veranstaltungsbericht: Unter dem Titel „Klimaschutz ade? Wie kann die Gesellschaft mobilisiert werden?“ wollte die von dem gleichnamigen Konzern unabhängige VolkswagenStiftung eigentlich darüber diskutieren lassen, warum denn gegen den „kommenden Klimawandel“ trotz der „düsteren Vorhersagen“ der Wissenschaft nichts getan würde. Die mit apokalyptischen Bildern gefüllte Ankündigung vermittelte deutlich das Bestreben, über die Gleichsetzung von „Klimawandel“ mit „Klimakatastrophe“ unter dem tarnenden Überbau einer wissenschaftlichen Debatte Volkserziehung zu betreiben.
 Meinung, Debatte, Diskussion, Hintergrund, Ansichtssache (5)
26.02.2017 15:04:54 [Streifzüge]
Jörg Haider und der Kleine Mann
Zur Quintessenz eines dummen Begriffs. Ein von Jörg Haider (aber nicht nur von ihm) beliebtes und oft verwendetes Feindbild richtet sich gegen die vermeintlich Mächtigen in diesem Land, gegen die es aufzubegehren gilt. Es geht davon aus, daß es sich „Die-da-oben“ stets richten können und die sogenannten keinen Leute – die im Singular nicht zufällig geschlechtsspezifisch als der kleine Mann auftreten – die einzig Drangsalierten sind. Oben und Unten werden nicht als Ganzes, sondern als relativ abgeschlossene Bereiche codiert. Derweil: Das Oben ist das Oben des Unten. Der Dualismus ist nur ein scheinbarer, so kräftig er auch erscheint. Niemand kann sich von dieser Allgemeinheit ausnehmen, das Verhalten als Warensubjekt ist allen gesellschaftlichen Positionen eigen – ohne Ausnahme. Die Positionierung ist freilich für das jeweilige Individuum von großer Bedeutung.

26.02.2017 14:51:53 [The Daily Franz]
Kritik der sozialistischen Vernunft
Der Sozialismus, den man heute Sozialdemokratie nennt, hieß lange Zeit einfach Sozialismus und die Parteien, die ihm anhingen, nannte man daher lapidar sozialistische Parteien. Das war ehrlich. Und die gemäßigte Linke hatte damit eine Heimat. Diese Heimstatt war zwar nahe dem blutsverwandten Kommunismus angesiedelt, dessen Vertreter sich auch oft Sozialisten nannten, aber aufgrund ihrer unterschiedlichen Methoden traute man den westlichen Sozialisten mehr als ihren grimmigen kommunistischen Brüdern.

  
26.02.2017 12:03:52 [Ceiberweiber]
Eine Welt – eine Regierung – eine Religion?
Für Donald Trump ist der Erhalt von Nationalstaaten der beste Weg zum Glück, während Papst Franziskus der Global Government-Agenda dient. Nun mag man die „allgemeine“ Kirche im Vatikan als Grundlage auch des Islam und aller christlichen Kirchen betrachten und sich Versöhnung wünschen – es geht aber um weit mehr. Besucht man kirchliche Veranstaltungen, bei denen der Umgang mit Flüchtlingen im Zentrum steht, wird die Gläubigkeit der Gläubigen gegen ihre eigenen Interessen gewandt.

  
26.02.2017 10:27:43 [Kontext Wochenzeitung]
Von Gewinnern, Verlierern und Analneurotikern
Damit Deutschland von seinem neoliberalen Kurs abrückt, bedarf es einer Revolution – nicht auf der Straße, aber in unseren Köpfen. Wir müssen uns frei machen vom Wettbewerbsdogma. Ich möchte ein Beispiel bemühen, um deutlich zu machen, was ich mit einer Revolution in unseren Köpfen meine. Es ist der Wettbewerb, eines der Kerndogmen, der Grundaxiome des Neoliberalismus, sein Dreh- und Angelpunkt. Wettbewerb meint Konkurrenz, Wettkampf, das Streben nach Überlegenheit. Wettbewerb ist erst einmal nicht moralisch aufgeladen, gleichwohl aber sehr positiv besetzt. Er gehört zu den vermeintlich selbstevidenten "Einsichten", die in aller Regel nicht mehr hinterfragt werden: Wettbewerb ist immer gut, kann nie schaden. Auf dem Markt sowieso nicht: Wettbewerb sorgt für die Auslese der Besten und dafür, dass die Schlechten ausscheiden.

26.02.2017 08:54:04 [Carta]
Das Märchen der Brüder Oskar und Nikolaus
Die Liberalen sollen für die Offenheit der Grenzen stehen. Die Linke dagegen für Abschotten. Was ist wahr? „Die Einwanderungsfrage“… so der repetitorische Ex-Vorsitzende mehrerer Parteien Oskar Lafontaine am 6. Februar in der Tageszeitung Die Welt, sei „eine nicht geklärte Frage innerhalb der Programmatik der Linken“. Diesen Satz bekräftigte Lafontaine mit einem Hinweis auf Colin Crouch, der, so der Politiker, erklärt habe, der Ruf nach offenen Grenzen sei eine zentrale Position des Neoliberalismus. Unausgesprochen bleibt: Die „Linke“ habe mit den offenen Grenzen weniger am Hut als „die Unternehmer“, die einen freizügigen Personenverkehr befürworteten, um „in den Entwicklungsländern qualifizierte Arbeitskräfte abzuwerben und durch verstärkte Zuwanderung die Lohnkonkurrenz zu verschärfen.“
 Widerstand, Revolution, Unruhen, Protest, Demos, Streiks (1)
  
26.02.2017 13:57:43 [IPG - Internationale Politik und Gesellschaft]
Ruck 'n' Roll
Der Wahlsieg Trumps mobilisiert Amerikas Sozialisten. Noch nie in ihrer Geschichte hatten sie einen solchen Zulauf. Seit Trumps Wahlsieg finden täglich irgendwo in den USA Anti-Trump-Veranstaltungen statt. Der Widerstand formiert sich in linken Gruppen wie „Socialist Alternative“ oder „International Marxist tendency“. Besonders die „Democratic Socialists of America“, kurz DSA, zieht die amerikanische Jugend an. In Pittsburgh, einer alten Stahlstadt, die erfolgreich die Transformationsphase hin zum Wissenschafts- und Medizinstandort geschafft hat, gibt es viel Unmut über Trumps Wahlsieg. Auf dem Ortstreffen der Pittsburgher DSA Anfang Februar 2017 kamen fast 120 Gäste. „Meine lieben Freunde! Wir haben uns versammelt, weil wir genug haben vom Kapitalismus und von Trump. Trump hat gewonnen. Das ist ein schlimmes Zeichen. Wir müssen uns endlich politisch organisieren“, eröffnet Adam Stokes die Versammlung.
 Wissenschaft, Technik, Forschung, Weltraum, Astronomie (2)
  
26.02.2017 15:08:20 [Telepolis]
Wenn Weltraumpartikel das Smartphone abstürzen lassen
Mit der fortschreitenden Miniaturisierung der Schaltkreise wächst nach einer Studie die Gefahr, dass elektronische Systeme durch Single Event Upsets (SEU) gestört werden. Wenn der Computer abstürzt oder das Smartphone einfriert und man die Maschine neu starten muss, geht wohl jeder davon aus, dass dies Hersteller oder das Betriebssystem verschulden. Bharat Bhuva, Elektroingenieur-Professor an der Vanderbilt University, wo er in der Radiation Effects Research Group arbeitet, ist allerdings anderer Meinung. Wie er letzte Woche auf dem Jahrestreffen der American Association for the Advancement of Science in Boston sagte, ist die Ursache oft das Weltraumwetter, d.h. elektrisch geladene Partikel, die mit der kosmischen Strahlung von der Sonne oder aus dem Weltraum auf die Erde gelangen.

  
26.02.2017 08:48:12 [Zeit Online]
Als das Eis sich endlich teilte …
Wann kamen die ersten Menschen nach Amerika? 10.000 Jahre früher, als lange behauptet wurde. Obwohl damals noch riesige Eispanzer den Kontinent bedeckten. Jacques Cinq-Mars fand, was nicht gefunden werden durfte. Und machte eine bittere Erfahrung: Wenn Fossilien nicht zu einer Lehrmeinung passen, dann kann es geschehen, dass 36.000 Knochenstücke keine Beweiskraft entwickeln. Im Jahr 1977 hatte der kanadische Archäologe damit begonnen, den Untergrund der Bluefish Caves umzugraben. Die drei winzigen, insgesamt nur 30 Kubikmeter großen Karsthöhlen liegen im nördlichen Yukon, unweit der Grenze zu Alaska. Der Forscher und seine Mitarbeiter beförderten Knochen um Knochen aus den Kalksedimenten ans Licht.
 Gesundheit, Gesundheitswesen, Gesundheitspolitik, Ernährung, Medizin (2)
  
26.02.2017 15:36:35 [ProErde]
Einfach vegan
Warum eigentlich vegan? Vegetarisch reicht doch, oder? Seit einigen Monaten fühle ich mich gut. Ich unterstütze endlich nicht mehr mit meinem Geld (außer zwangsweise durch Steuern) das grauenhafte System der alltäglichen Tierquälerei. Alles, was Tiere oder Tierprodukte enthält, werde ich, wenn irgendwie möglich, nicht mehr kaufen. Jetzt nach diesen Monaten frage ich mich: Warum erst jetzt? Die beschämende Antwort: Bequemlichkeit. Sympathisant war ich schon lange. Warum vegan? Diese Frage ist eigentlich leicht zu beantworten: Ich will nicht, dass empfindungsfähige Lebewesen für mich leiden und/oder sterben müssen.

26.02.2017 11:23:36 [Nachrichten Heute]
Die Not der Krankenhaus-Notaufnahmen und das Versagen der Gesundheitspolitik
"Stundenlanges Warten, schlecht gelauntes Personal, pöbelnde Patienten. Die Notaufnahmen in Deutschland sind überfüllt. Ändern könnten das: die Kranken selbst." Das ist die Einleitung zu einem SPIEGEL Artikel der sich mit einem brennenden Problem der Gesundheitsversorgung beschäftigt: Die Krise der Notaufnahmen in Kliniken. Daran sollen die Patienten schuld sein: durch unnötige Inanspruchnahmen, schreibt der SPIEGEL. Stimmt das? Die Not der Notaufnahmen ist ein Symptom eines Gesundheitswesens, das selbst sicht auf dem Weg in die Krankenstation befindet, und von dem Medizin-Laien und Gesundheitsminister Hermann Gröhe verschlimmbessert, aber nicht wie Patient mit dem Ziel der Heilung behandelt wird.
 Feuilleton: Kultur, Geschichte, Bücher, TV, Fernsehen, Film, Musik, Spiele (9)
  
26.02.2017 16:29:38 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Oscar-Nominierungen: Schwarz oder Weiß?
Die Filme „Moonlight“ und „La La Land“ sind die Favoriten für die Oscar-Verleihung. Geht es also diesmal vor allem um die Frage der Hautfarbe? Schwarz sein in Amerika – das ist kein glamouröses Thema, nie gewesen, und es wird nicht besser, wie es aussieht. Fast nie ist es Thema in Filmen aus Hollywood. In den vergangenen Jahren war es auf jeden Fall nicht Thema jener Filme, die sich Chancen auf einen Oscar ausrechnen konnten. Und keines für jene, die schließlich Oscars gewannen. In Hollywood war genau dies – dass ein Teil der Wirklichkeit des Landes kein Thema seiner Filme war – in den vergangenen Jahren ein immer wiederkehrendes Thema der Oscar-Nächte.

  
26.02.2017 16:27:05 [Zeit Online]
"And the winner should be …"
Der Regisseur Barry Jenkins hat mit "Moonlight" ein besonders schönes Kapitel amerikanischer Filmgeschichte geschrieben. Was sagt er selbst über seine Oscar-Chancen? Dafür, dass der Mann gute Chancen hat, Geschichte zu schreiben, sieht Barry Jenkins entspannt aus, wie er da in diesem shabby-schicken Berliner Hinterhofloft seines deutschen Filmverleihs sitzt und sich die Zeit nimmt, Fragen zu beantworten. In gleich acht Kategorien ist er mit seinem Film Moonlight für einen Oscar nominiert – so häufig wie kein schwarzer Künstler zuvor. Nervös? Er lächelt. "Mein Leben symbolisiert Hoffnung", sagt er und meint das ganz wörtlich.

  
26.02.2017 13:53:40 [Zeit Online]
Oscars so schwarz
So viele schwarze Künstler wie nie zuvor sind für Oscars nominiert. Will die Academy nur die Rassismusvorwürfe entkräften? Oder gibt es echte Veränderungen in Hollywood? Es gab eine Zeit in Amerika, in der weiße Menschen schwarze Menschen besitzen konnten. Heute können schwarze Menschen Preise gewinnen, und in dieser Tatsache liegt eine komplizierte Spannung, die auch die Oscarverleihung bewegt. Im vergangenen Jahr hatte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences das zweite Jahr infolge keinen schwarzen Schauspieler für die wichtigste Auszeichnung in der Filmindustrie nominiert. Afroamerikaner, aber auch andere Minderheiten, fühlten sich gedemütigt und waren frustriert angesichts der Rassendiskriminierung in Hollywood. Die Bloggerin April Reign erfand den Hashtag #OscarsSoWhite und rief damit zum Boykott der Oscars auf, weil kaum farbige Menschen nominiert worden waren.

26.02.2017 11:26:24 [Handelsblatt]
Buchtipp: „Wenn das Volk sich erhebt“ - Revolution!
Arabischer Frühling, Proteste in Gezi-Park und auf dem Maidan - ein revolutionärer Furor entlädt sich seit einigen Jahren in vielen Weltregionen. Aber was ist das eigentlich, eine Revolution. Gero von Randow hat ein kluges Buch darüber geschrieben. Sozialkritisch-historische Einordnungen in Buchform haben mitunter drei entscheidende Merkmale: Sie kommen mit einer plakativen Überschrift daher, sind fast unerträglich moralisierend und entfalten schon nach wenigen Seiten den Charme eines Geschichtsbuchs der gymnasialen Oberstufe.

  
26.02.2017 10:14:32 [Spiegel Online]
Alpenhorror "A Cure for Wellness": Erholung kann die Hölle sein
Filmstart 23.2.17: Ein Wall-Street-Banker verliert endgültig den Kontakt zur Realität: Der Horrorthriller "A Cure for Wellness" führt in ein abgelegenes Spa in den Alpen, das seine Patienten auf grausame Art an sich bindet. In "A Cure for Wellness" findet sich alles außer der Wirklichkeit - wie wunderbar! Regisseur Gore Verbinski, der mit "Fluch der Karibik" den Piratenfilm aus den Fesseln des historischen Abenteuers befreit hat, begleitet in seinem aktuellen Film einen jungen Finanzjongleur durch gleich zwei abgründige Parallelwelten. Die eine verbirgt sich hinter den eiskalten Glasfassaden der Wall Street: Ein handgeschriebener Brief trudelt da einem nächtlich einsamen Mitarbeiter auf den Schreibtisch. Wer verfasst heute noch Nachrichten auf Papier? Der Chef des Mannes, so scheint es. Viel Zeit zum Grübeln über die rätselhafte Nachricht bleibt dem Mann jedoch nicht, am Wasserspender streckt ihn ein Herzinfarkt nieder. Ungerührt blinken und strahlen die Computermonitore mit ihren Graphen, Kurven und Zahlenkolonnen Tag und Nacht hindurch in den leblosen Raum.

  
26.02.2017 06:38:56 [Zeit Online]
"Toni Erdmann" sichert sich wichtigen Indie-Preis
Die deutsche Tragikomödie "Toni Erdmann" hat einen Tag vor der Oscar-Verleihung einen begehrten Indie-Preis gewonnen. Regisseurin Maren Ade nahm den Independent Spirit Award für den besten internationalen Film am Samstagnachmittag (Ortszeit) im kalifornischen Santa Monica entgegen. Ihr Film ist auch unter den Oscar-Anwärtern in der Sparte "bester nicht-englischsprachiger Film".

  
25.02.2017 20:05:25 [Gegenfrage]
25.02.1991: Auflösung des Warschauer Pakts
Am heutigen Tag im Jahr 1991 wurde während eines Ministertreffens in Ungarn die Auflösung des Warschauer Pakts beschlossen. Der Warschauer Pakt war ein Militärbündnis des Ostblocks und das Gegenstück zur noch heute bestehenden, von den USA geführten NATO. Offizielles Datum der Auflösung war der 31. März, vollständig aufgelöst wurde der Vertrag jedoch erst im Dezember 1991. Der Kalte Krieg galt damit als beendet. Beim Warschauer Pakt handelte es sich um ein von 1955 bis 1991 bestehendes Militärbündnis des Ostblocks unter der Führung der Sowjetunion.

  
25.02.2017 19:26:14 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Tim Bendzko & Co.: Ich trag dich irgendwie nach Haus
Man singt deutsch – ganz melancholisch zur Gitarre. Woher kommen all diese gefühlvollen jungen Männer, und warum lieben so viele ihre Musik? Jedes Genre hat seine Phrasen. Im Schlager sind es die tausend Gefühle, im Pop die time of my life, im Rock meistens was mit fire und desire. Die Sänger, um die es hier gehen soll, sind da schon deutlich trauriger unterwegs: Kaltes Grau, verlassene Straßen - das ist die Welt, in die Tim Bendzko und seine Kollegen in ihren Texten Sonnenstrahlen bringen, ein bisschen Glück, dein Lächeln. Ihre Musik ist die neue Melancholie, sie kommt mit Akustikgitarren und Klavieren, und sie ist überall.

  
25.02.2017 19:21:58 [Journal 21]
Film: „Neruda ist unser Wasser, er ist überall“
Der Chilene Pablo Larraín („Jackie“) würdigt seinen Landsmann, den wortgewaltigen Poeten und kommunistischen Politiker Pablo Neruda, in einem verblüffenden Spielfilm mit anarchisch schalkhaftem Esprit. Der kolumbianische Autor Gabriel García Márquez hat ihn den grössten Poeten des 20. Jahrhunderts genannt: Pablo Neruda (1904–1973), chilenischer Literatur-Nobelpreisträger 1971, kommunistischer Politiker, Volksheld. Nun wird ihm in einem Spielfilm Reverenz erwiesen. Realisiert hat ihn der hochtalentierte Pablo Larraín (40), dessen erstes englischsprachiges Werk „Jackie“ momentan ebenfalls in den Kino zu sehen ist.
 Sport (5)
  
26.02.2017 17:45:30 [120 Minuten]
Die heimlichen Hüter der Regeln
Die Arbeit des International Football Association Board: Ein kleiner Personenkreis legt die Regeln fest, nach denen Fußball gespielt wird. Sie bestimmen über die Zukunft des Spiels. Die Strukturen und die Entscheidungsfindung folgt jahrzehntealten Mustern und man lässt sich nur ungern in die Karten schauen. Wer macht eigentlich die Spielregeln im Fußball? Damit meine ich nicht die sportpolitischen und teils fragwürdigen Entscheidungen von Verbänden wie FIFA, UEFA oder DFB, wenn es um die Vergabe von Turnieren, Regeln für Transfers, Nachwuchsförderung oder Ähnliches geht. Ich meine die eigentlichen Regeln, die das Geschehen auf dem Platz bestimmen: also so allgemeine Dinge wie die Größe des Spielfelds oder die Anzahl der Spieler, aber auch so pikante Details wie die Einführung neuer Technologien oder wann der Schiedsrichter zwingend einen Platzverweis aussprechen muss.

  
26.02.2017 13:50:41 [Süddeutsche Zeitung]
Thomas Müller, der gute Mensch von Fröttmaning
Fußball: Den Moment größter Selbstlosigkeit bezeichnete Thomas Müller später als "normale Aktion". Es lief die 56. Minute und der Ball lag im Strafraum an seinem Fuß. Vor ihm war nur noch HSV-Torwart René Adler, kein Gegenspieler mehr in Sicht. Man muss wissen, dass Müller bisher genau ein Saison-Tor erzielt hat, er liegt in der Liste gleichauf mit den Torjägern Mats Hummels, Rafinha und Philipp Lahm. Er hätte also Grund zum Egoismus gehabt, zumal es eh schon 4:0 stand - und dann legte er den Ball auf David Alaba ab. Der traf zum 5:0 und überholte Müller damit in der Torjägerliste. Mit nun zwei Treffern.

  
26.02.2017 13:48:56 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
„Unerträgliches“ HSV-Trauma
Fußball: So hoch verliert keine Mannschaft gerne. Vor allem nicht, wenn es schon einmal passiert ist. Für den HSV liegt die Tragik nicht nur in der Höhe der Niederlage, sondern vor allem in seiner Redundanz. Ein so überwältigendes Geschenk hatte Carlo Ancelotti von seiner Mannschaft gar nicht gefordert. Auf seinem Wunschzettel an die Fußballstars des FC Bayern stand doch nur „ein gutes Spiel zu meinem Jubiläum“. Aber das 8:0 (3:0) gegen den Hamburger SV übertraf die kühnsten Hoffnungen des Italieners für sein 1000. Pflichtspiel auf der Trainerbank. „Ich habe nicht erwartet, dass es so gut läuft“, sagte Ancelotti. „Das war Top-Qualität“, schwärmte der 57 Jahre alte Maestro, der ahnt: „Es wird schwierig, besser zu spielen. Aber es werden schwierigere Spiele für uns kommen.“ Ganz bestimmt sogar!

  
26.02.2017 10:10:04 [Rote Brause Blogger]
Bundesliga: RB Leipzig vs. 1.FC Köln 3:1
Spielbericht: 22. Spieltag. Zweiter gegen Siebter. RB Leipzig gegen den 1.FC Köln. Ein direktes Duell im Kampf um die Plätze, die für einen Start in einem europäischem Wettbewerb berechtigen. Entsprechend für beide Mannschaften die Chance, einen großen Schritt in der Tabelle zu machen. Diese Chance nutzte dann RB Leipzig. Vor allem eine hervorragende erste Halbzeit mit vielen Chancen führte zum verdienten 3:1-Erfolg. In die Partie gegangen war Leipzig wieder mit Willi Orban, der nach seiner Gelbsperre zurück in die Mannschaft kehrte. Oliver Burke blieb dafür draußen. Da er sowieso verletzt war, blieb ihm nicht mal ein Platz im Kader. Davie Selke sah das Spiel lange Zeit erneut nur von der Bank.

  
26.02.2017 06:32:51 [Süddeutsche Zeitung]
Schleudertrauma
Fußball Bundesliga: Bereits nach elf Minuten entscheidet Mainz das Spiel, weil Leverkusen in alte Muster verfällt und äußerst einfallslos agiert. "Rucki-Zucki", sangen die kostümierten Mainzer Fans in ihrer karnevalistischen Hochstimmung im Gästeblock des Leverkusener Stadions. Damit reduzierten sie den 2:0 (2:0)-Sieg ihres FSV auf eine lakonische Formel. Es war nämlich nicht nur so, dass die Mainzer den Leverkusenern mit zwei Treffern in den ersten elf Minuten ruckzuck jegliche Energie geraubt hatten. Nein, die trägen Leverkusener waren überhaupt weder zu Tempo noch zu kreativem Fußball in der Lage. Behäbig und kampflos ergaben sie sich ihrem Schicksal und ermöglichten den Gästen, ihre Führung 79 Minuten lang ungefährdet nach Hause zu spielen.
 Verbraucher, Verbraucherschutz, Konsum, Konsumgesellschaft (1)
  
26.02.2017 07:44:03 [Telepolis]
Kaputte, alte Konsumgesellschaft
In der Konsumgesellschaft ist trotz Postmaterialismus alles zur Ware geworden, natürlich auch der einzelne Mensch. Eine neue Verbrauchergeneration hat sich in den letzten Jahren entwickelt, die Postmaterialisten. Mitunter als Bobos bezeichnet, sind sie meist Bio-Freunde, insgesamt aber nicht freundlichere, das heißt behutsamere Konsumenten, sondern sie haben eben neue Vorlieben entwickelt und vermarktungsfähige Trends angestoßen (Schöne neue Konsumkultur). Im erwähnten Beitrag war der Blick in erster Linie auf die Menschen als Verbraucher gerichtet, jener auf die Gesellschaft wäre noch beizufügen.
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