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 Kategorien:
 Feuilleton und Sport: Kultur, Geschichte, Literatur, TV, Fernsehen, Film, Musik, Sport, Games (14)
  
24.01.2019 08:22:57 [TAZ]
Barbarei in Mintgrün
Armin Petras verschränkt auf der Bühne: Falladas „Jeder stirbt für sich allein“ und die Jugend­opposition der Leipziger Meuten. Nazi-Hipster gibt es dazu. Zunächst sieht nichts auf der Bühne nach Nazis aus. Drei Stockwerke sozialer Wohnungsbau aus den 1970er Jahren und daran klebende Plakate in Babyblau, Mint oder Zartrosa lassen anderes erahnen. Die schnell aus dem Bühnenhintergrund auftauchenden Jugendlichen in kurzen schwarzen Hosen, Wollpullis, mit roten Halstüchern und markanten grünen Markierungen im Gesicht, die sich an den Plakaten vergreifen, um dann wieder zu verschwinden, verbreiten Hipster-Gang-Charme.

  
24.01.2019 08:21:06 [Süddeutsche Zeitung]
Die Nicht-Strafe für PSG ist ein Skandal
Dem aus Katar alimentierten Klub wird institutioneller Rassimus nachgewiesen. Die Strafe beträgt lächerliche 100 000 Euro. Die Liga sendet PSG das Signal: Macht, was ihr wollt. Man kann sich richtig vorstellen, wie in der Vorstandsetage von Paris Saint-Germain nach diesem Urteil Panik ausgebrochen ist, Menschen schreiend im Kreis liefen und den französischen Ligaverband anflehten, diese drakonische Sanktion doch bitte zu reduzieren. 100 000 Euro? Wer hat denn bitte so viel Geld? Soll Neymar etwa künftig mit der Metro zum Training fahren? Sarkasmus beiseite. Die Verantwortlichen von PSG werden leise gekichert bis herzhaft gelacht haben.

  
24.01.2019 06:27:01 [Der Freitag]
Moore & more
Film: „Fahrenheit 11/9“ watscht Donald Trump ab, „Der Spitzenkandidat“ rekonstruiert eine Hoffnung von gestern. Es wurden Fehler gemacht.“ Der kleine Satz hat es in sich. Er ist zu einer Schlüsselformulierung der Gegenwart geworden: ein pflichtschuldiges Eingeständnis, das vermeidet, Verantwortliche zu benennen, und besagte Fehler abgehakt sehen möchte. Jemanden wie den politischen Dokumentarfilmer Michael Moore haben die Fehler dagegen immer besonders interessiert, genauso wie die Fragen, die der Satz bewusst verschleiert: wer sie begangen hat, und ob es überhaupt Fehler waren. Moores neuer Film Fahrenheit 11/9 widmet sich den Fehlern, die dazu geführt haben, dass Donald Trump am 9. November 2016 als Sieger aus der Präsidentschaftswahl hervorging.

  
24.01.2019 06:25:12 [Süddeutsche Zeitung]
Warum Finanzprodukte von Fußballklubs oft riskant sind
Der Hamburger SV pumpt seine Fans an: Mit einer neuen Anleihe will er 17,5 Millionen Euro einwerben. Aber was dürfen Anleger bei solchen Investitionen erwarten? Fragt man Fondsmanager nach ihren Hobbys, dann kommen die meisten ins Grübeln. Hobbys? So etwas kennt ein Fondsmanager nicht, der arbeitet nur. Doch in Zeiten, in denen alle über Work-Life-Balance sinnieren, sagen immer mehr Fondslenker: Fußball. Das ist ein Hobby, das ihnen nicht peinlich sein muss. Denn die Parallelen zur Börse drängen sich auf, es geht um Wettbewerb, Erfolg, ums Gewinnen - das Ergebnis zählt. Fußball und die Finanzbranche, beide sind eben ein Milliardengeschäft.

  
23.01.2019 19:46:54 [Junge Welt]
Kollektivsubjekt Baum
Richard Powers: Die Wurzeln des Lebens. S.-Fischer-Verlag, Frankfurt am Main 2018, 624 Seiten, 26 Euro. Siebzehn Arten von Waldsterben: Richard Powers’ Roman »Die Wurzeln des Lebens«. Sie heißen Douglas, Adam, Ray und Dorothy, und was sie eint, ist ihr Engagement für die bedrohte Natur. Vor allem gegen das völlig irrsinnige Roden der Wälder und die Vernichtung durch den Klimawandel kämpfen die Protagonisten von Richard Powers’ Roman »Die Wurzeln des Lebens«. Dabei greifen sie auch zu militanten Mitteln, und am Ende gehören sie zu den meistgesuchten US-amerikanischen Verbrechern.

  
23.01.2019 18:32:30 [Kontext Wochenzeitung]
Adel in Käfighaltung
Yorgos Lanthimos' "The Favourite – Intrigen und Irrsinn" ist ab Donnerstag, 24. Januar, in den deutschen Kinos zu sehen. In seinem extrem unterhaltsamen Kostümfilm "The Favourite" erzählt Yorgos Lanthimos von saftigen Intrigen am Hof von Queen Anne. Eine Dreiecksgeschichte mit weiblicher Besetzung, die sich um Aufstieg, Macht und Sex dreht. Verdammt eng ist es in dieser Kutsche! Und mit welch unangenehmen Mitreisenden die so milchig-sanft wirkende Abigail (Emma Stone) sich den Platz teilen muss! Mit einem dreist-feisten Lümmel zum Beispiel, der sie lüstern angrinst und dabei, ohne das zu verbergen, masturbiert. Endlich ist der englische Königshof in Sichtweite, an dem Abigail sich um eine Anstellung bemühen will.

  
23.01.2019 18:30:12 [Der Freitag]
Werbung mit Sport
Sieben Werbebanner haben die Spieler bei der Handball-WM auf dem Trikot. Doof nur, dass die sich immer so schnell bewegen. In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, in einer Zeit großer Arbeitslosigkeit, gab es den Sandwich-Man auch in Berlin. Kam aus England. Verstärktes Werbeplakat auf Brust und Rücken, aufgeschnallt und ab gehen der Ernst und der Kurt. Heute verträgt sich das nicht mit dem fließenden Verkehr auf Bürgersteig und Straße und mit der Würde des Menschen. Das machen wir inzwischen viel eleganter. Früher gab es Sport mit Werbung, heute gibt es Werbung mit Sport.

  
23.01.2019 15:39:20 [Deutschlandfunk Kultur]
Salvador Dalí: „Wer seine Werke sieht, hasst oder liebt sie“
Für die einen war er ein Genie, für die anderen ein Verrückter: der spanische Künstler Salvador Dalí. Heute vor 30 Jahren starb der Maler und Surrealist. Als sein Leichnam exhumiert wurde, war der ikonische Bart noch immer am rechten Platz. Salvador Dalí führt eine nackte Blondine an einem Hundehalsband durch ein spanisches Dorf. Er entwirft Damenschuhe mit Sprungfedern, was nach seinen Worten den Genuss des Gehens erhöht. Und gibt einem seiner Gemälde den Namen: „Manchmal spucke ich voller Freude auf das Bild meiner Mutter“.

  
23.01.2019 15:37:34 [Süddeutsche Zeitung]
Suppenküche
Ganz herzlich sei der Twitter-Account "Crap 90s Football" empfohlen, zu Deutsch: "Mist 90er-Fußball". Dort wird wie in einer alten Suppenküche das beinah Vergessene noch einmal aufgekocht: dass Fußball einmal geradezu wohltuend hässlich war. "Fußballerische Hausmannskost", das war mal ein gängiger "Sportschau"-Euphemismus für unansehnliche Darbietungen. Für falsche Einwürfe, verstolperte Chancen und Fehlpassstafetten, etwa bei einem 0:0 zwischen Karlsruhe und Wattenscheid, auf einem von halb gefrorenen Pfützen durchsetzten Geläuf. Mit hässlichem Fußball ist es wie mit Omas Eintopf: Früher kam er einem zu den Ohren heraus. Heute vermisst man ihn.

  
23.01.2019 13:52:02 [Deutschlandfunk Kultur]
Ausstellung über Claudio Abbado in Berlin: „Nennt mich Claudio“
1966 dirigierte Claudio Abbado das erste Mal die Berliner Philharmoniker, 1989 wurde er zum Chef des Orchesters gewählt. Zum fünften Todestag erinnert nun eine Ausstellung an den großen Maestro. Eva Maria Tomasi hat zusammen mit Claudio Abbado bei den Philharmonikern begonnen, kurz nach seiner Wahl im Oktober 1989 – sie als Geigerin, er als Chefdirigent. Sie erinnert sich an den Moment, da sie von seinem Tod erfuhr: „Ich selbst war mit hohem Fieber im Bett und habe die Nachricht bekommen. Ich war so froh, allein zu sein.

  
23.01.2019 13:48:26 [Radio FM4]
„Lots of Miserable Songs by Scottish People“
The Twilight Sad aus Schottland veröffentlichen mit „It Won’t Be Like This All The Time“ ihre direkteste und roheste Platte und waren für eine Acoustic Session bei FM4 zu Gast. Es hat sich einiges getan in der Welt von The Twilight Sad in den letzten paar Jahren. Ein Name spielt dabei eine große Rolle: Robert Smith. „Wenn die Welt ein besserer Ort wäre, würden sie für mehr Menschen spielen, und ich glaube, das können sie auch“, so beschrieb der Cure-Sänger die Band aus Schottland. Im Jahr 2015 coverte Smith den Twilight Sad-Track „There’s a Girl in the Corner“ und nahm die Gruppe mit auf große The Cure-Tour.

  
23.01.2019 12:26:43 [Fußball Wirtschaft]
Hohe Spielergehälter im Profifußball sind gerechtfertigt oder?
Spielergehälter sind ein sehr emotionales Thema. Fußballprofis wechseln den Club für höhere Gehälter. Fans verurteilen die Spieler dafür, freuen sich aber selbst über jede Gehaltserhöhung von der sie wiederum die steigenden Eintrittspreise sowie Stadionwurst und -Bier zahlen können. Unbewusst lernen wir alle, dass wir über Geld nicht sprechen sollen. Trotzdem wird die Höhe der Spielergehälter diskutiert und ich finde das gut. In diesem Beitrag möchte ich keine genauen Zahlen aus einzelnen Verträgen nennen. Ich möchte vielmehr verschiedene Perspektiven aufzeigen, mit Hilfe derer wir die Höhe der Spielergehälter einordnen können.

  
23.01.2019 08:43:04 [TAZ]
Castorf-Premiere in Berlin: Melancholie und Raserei
„Ich hab den Frank letztens in der Kantine getroffen, der sieht auch nicht mehr so gut aus.“ Nein, kein flüsternd hinter vorgehaltener Hand gesprochener Premierentalk, das Lästermaul steht auf der Bühne: der Schauspieler Aljoscha Stadelmann. Es ist noch verhältnismäßig früh – knapp 21 Uhr – im Laufe/Rausche einer langen Theaternacht, als Frank Castorf am Berliner Ensemble seinen Tod ins Spiel bringt. Gespielt wird seit bisher drei Stunden „Galileo Galilei“, nach Bertolt Brecht natürlich.

  
23.01.2019 08:41:12 [Marx 21]
Ulrike Edschmid: »Ein Mann, der fällt«
Ulrike Edschmid: »Ein Mann, der fällt«. Suhrkamp Verlag, Berlin 2017. 190 Seiten, 20 Euro. In ihrem Roman »Ein Mann, der fällt« schildert Ulrike Edschmid ihren Kampf gegen einen persönlichen Schicksalsschlag vor dem Hintergrund des sich wandelnden Berlins. Die Ich-Erzählerin und ihr Lebensgefährte – beide bleiben im Roman namenlos -beziehen in den 80er Jahren in Charlottenburg eine neue Wohnung. Der Mann ist querschnittsgelähmt, nachdem er bei der Wohnungsrenovierung von der Leiter gestürzt (»gefallen«) ist. Die Frau schildert, wie sie zu zweit mit diesem Schicksalsschlag zurecht zu kommen versuchen.
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